Große Unterschiede bei Europas Industrien

26. September 2013 Drucken

 

Industrie, Europa, EU

Hohe Energiepreise schwächen Europas Industrien. © Lichtkunst73 / pixelio.de

Aus einem von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der Industrie geht hervor, dass die Kluft zwischen starken und schwachen Ländern einfach nicht kleiner wird. Zwar haben die Mitgliedstaaten Fortschritte bei den Exporten und der Nachhaltigkeit erzielt und ein besseres Unternehmerumfeld geschaffen. Doch die Kluft zwischen den Ländern mit einer besonders wettbewerbs fähigen Industrie und den Ländern mit einer weniger leistungsstarken Industrie wird einfach nicht kleiner. Die steigenden Energiepreise tragen in fast allen Mitgliedstaaten zur Deindustrialisierung Europas bei. Auch der Zugang zu Finanzmitteln und die rückläufigen Investitionen sind in nahezu allen EU-Ländern problematisch.

 

Deutschland und skandinavische Länder an der Spitze

Deutschland zählt dank seines Produktions- und Exportsektors neben den skandinavischen Ländern und den Niederlanden zu den Top Ten der wettbewerbsfähigsten Mitgliedstaaten. Dies liegt vor allem an einem stabilen und günstigen Unternehmensumfeld. Den Berichten zufolge könnte aber ein zunehmender Fachkräftemangel die Konkurrenzfähigkeit auch in Deutschland schwächen.
Industriekommissar Antonio Tajani sagte, das 2012 ausgegebene Ziel von einem Anteil der Industrie von 20 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 liege noch in weiter Ferne. „Die Kommission hat immer wieder Initiativen vorgeschlagen, um gegen die hohen Energiepreise, den erschwerten Zugang zu Krediten und die rückläufigen Investitionen vorzugehen und bürokratische Hindernisse zu beseitigen. Und wir werden im Spätherbst eine industriepolitische Initiative mit noch weiter gehenden Maßnahmen präsentieren. Vor dem Europäischen Rat vom Februar 2014 soll davon die Initialzündung für eine erhebliche Stärkung des Wachstums und der Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie ausgehen. Die Kommission wird dem Europäischen Rat ihren Beitrag in den kommenden Wochen unterbreiten.“