Steuerreform: Wann die Umgründung einer GmbH in ein Einzelunternehmen sinnvoll wird

04. August 2016 Drucken
NIedrige Steuersätze und höhere Kapitalertragssteuer verteuern GmbHs. |© low500/pixelio.de

NIedrige Steuersätze und höhere Kapitalertragssteuer verteuern GmbHs. |© low500/pixelio.de

Die Steuerreform bringt eine deutlich niedrigere Einkommensteuerbelastung. Für manche GmbHs ist es überlegenswert. die Rechtsform des Einzelunternehmens oder der Personengesellschaft zu wählen, überlegt die Wiener Steuerberatungskanzlei Hübner&Hübner.

Erhöhung der Kapitalertragssteuer macht sich bemerkbar

Die Steuerreform 2015 brachte eine Erhöhung der Kapitalertragsteuer bei Ausschüttungen von 25% auf 27,5% und tarifliche Anpassungen bei der Einkommensteuer. Darch die Änderungen der Rahmenbedingungen stellt sich für viele GmbHs die Frage, ob die gewählte Rechtsform noch die steueroptimal ist. Durch die Steuerreform steigt die Gesamtsteuerbelastung bei der GmbH nämlich von 43,75% auf 45,625%.

Nichtausschüttung von Gewinnen

Ein Grund für die Errichtung einer GmbH kann jedenfalls die Möglichkeit zur Gewinn-Thesaurierung, also zur Nichtausschüttung von Gewinnen, sein. Diese bringt dann einen Vorteil, wenn für größere Investitionen Geldmittel angespart werden sollen oder Geldmittel zur Tilgung von Kreditverbindlichkeiten benötigt werden. Aufgrund der Besteuerung der Gewinne auf Ebene der GmbH in Höhe von zunächst nur 25% Körperschaftsteuer steht dafür eine größere Liquidität zur Verfügung. Haftungsbeschränkungen zählen zwar auch zu den Vorteilen einer GmbH, diese können jedoch auch durch eine Kombination von Rechtsformen, etwa im Rahmen einer GmbH & Co KG, erreicht werden.

Steuerreform 2016

Die seit 2016  niedrigere Einkommensteuerbelastung kann dazu führen, dass künftig die Rechtsform des Einzelunternehmens oder der Personengesellschaft im Vergleich zur GmbH besser ist. Der Rechtsformwechsel von der GmbH in ein Einzelunternehmen oder in eine Personengesellschaft kann im Rahmen einer Umwandlung steuerneutral, also ohne Besteuerung der stillen Reserven oder des Firmenwerts, erfolgen.

Worauf bei der Umwandlung zu achten ist

  • Nicht ausgeschüttete Gewinne in der GmbH unterliegen im Moment der Umwandlung einer fiktiven Ausschüttung in Höhe von 25%(zukünftig 27,5%) Kapitalertragsteuer. Ziel dieser Ausschüttungsfiktion ist es, dass die in der GmbH erwirtschafteten Gewinne auf Ebene der Gesellschafter letztmalig der Besteuerung mit Kapitalertragsteuer unterworfen werden. Gäbe es diese Ausschüttungsfiktion nicht, würden zwar die Gewinne auf Ebene der Gesellschaft mit 25% Körperschaftsteuer besteuert werden, die Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter könnten jedoch durch die Umwandlung ohne KESt-Belastung auf die Gesellschafter übergehen.
  • Wurde die Beteiligung an der GmbH vor einigen Jahren gekauft, ist zu beachten, dass die steuerlichen Anschaffungskosten der GmbH-Beteiligung unwiderruflich verloren gehen und somit im Falle der Veräußerung des nach Umwandlung entstandenen Einzelunternehmens/Mitunternehmeranteils keine steuermindernden Aufwendungen (in Form der Anschaffungskosten) geltend gemacht werden können.

 

 

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