E-Mobilität: Regierung plant größeres Förderpaket

23. September 2016 Drucken
Bis zum Jahr 2020 soll in Österreich eine flächendeckende Infrastruktur für den Betrieb von E-Autos errichtet werden. |© Tim Reckmann/pixelio.de

Bis zum Jahr 2020 sollen E-Tankstellen in ganz Österreich verfügbar sein. |© Tim Reckmann/pixelio.de

Finanzielle Förderungen, Gratis-Parken, erweiterte Fahrerlaubnis: Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) will im November ein Paket zur Förderung von Elektromobilität vorlegen.

E.Mobilität als dritte Säule

Gemeinsam mit Umweltminister Andrä Rupprechter will er die Maßnahmen  präsentieren, sagte er am Rande eines Besuchs des Silicon Valley in Kalifornien. Auch eine Arbeitsgruppe zu dem Thema will der Minister bilden. „Die Mobilität der Zukunft muss umweltfreundlicher, sicherer und komfortabler sein als die derzeitige Mobilität“, unterstrich der Verkehrsminister. Die Österreicher müssten von den Vorteilen profitieren könne. Die Elektromobilität sei von den alternativen Antrieben das vielversprechendste Angebot und werde neben Benzin und Diesel die dritte Säule bilden. Ziel seien alltagstaugliche, zuverlässige und leistbare Fahrzeuge.

Finanzielle Förderungen

Das E-Mobilitäts-Paket werde derzeit noch erarbeitet. Enthalten sein sollen finanzielle und nicht-finanzielle Anreize zum Kauf eines E-Autos, sagte Leichtfried vor österreichischen Journalisten. Der Kauf eines E-Autos könne finanziell gefördert werden – was allerdings bei den derzeitigen Preisen von 70.000 Euro und mehr für einen Tesla kaum ein Argument sein werde, ein E-Auto zu erwerben. Der Minister erwartet jedenfalls, dass die Preise sinken und die Batterien der Fahrzeuge besser werden.

Gratis-Parken wird geprüft

Weiters sollen Privilegien für E-Autofahrer den Anreiz zum Kauf erhöhen, etwa Gratis-Parken. Da dafür Länder und Gemeinden zuständig seien und dadurch Einnahmenausfälle hätten, müssten diesbezüglich noch Gespräche geführt werden. Leichtfried zeigte sich zuversichtlich, dass nicht nur der Bund einen Beitrag zur Förderung der Elektromobilität in Österreich leisten werde. Weiters könnten E-Autos dort fahren dürfen, wo herkömmliche Autos nicht fahren dürfen, etwa in Umweltzonen in Innenstädten. Die Öffnung von Busspuren für E-Autos kann sich Leichtfried eher nicht vorstellen, da der öffentliche Verkehr Vorrang vor dem Individualverkehr haben solle.

Kennzeichnung von E-Autos

Um den E-Autos Privilegien wirksam einräumen zu können, müssen sie schnell als solche identifizierbar sein. Daher soll eine leicht erkennbare Kennzeichnung von E-Autos geschaffen werden.

Flächendeckende E-Tankstellen

Bis zum Jahr 2020 soll in Österreich eine flächendeckende Infrastruktur für den Betrieb von E-Autos errichtet werden. Dabei sei es kein Hindernis, dass es derzeit keine einheitliche Ladesituation der Anbieter gebe, meinte der Minister. Als Beispiel verwies er auf Norwegen, wo die Ladestationen drei gängige Systeme nebeneinander anbieten.

Rat einholen

Eine eigene Arbeitsgruppe soll als Beratungsgremium für das Ministerium fungieren. Darin werden Experten aus dem BMVIT sowie der in den USA besuchten Autokonzerne Tesla und BMW vertreten sein. Auch weitere Unternehmen sowie Interessensverbände und Universitätsinstitute könnten an der Arbeitsgruppe teilnehmen, betonte der Minister. Ziel sei es, Strategien für Österreich zu erarbeiten.

Winzig-Anteil

Derzeit liegt der Anteil der Elektro-Autos in Österreich nur bei 0,2 Prozent. Im ersten Halbjahr 2016 wurden 2.000 E-Autos neu zugelassen, insgesamt fahren 10.000 E-Fahrzeuge auf Österreichs Straßen. Mit der Initiative soll der Anteil deutlich erhöht werden. Auf einen Zielwert bis 2020 wollte sich Leichtfried nicht festlegen. (APA)