Umfrage: Wieso ältere Arbeitnehmer am Jobmarkt benachteiligt werden

Heimische Unternehmen sind auf ältere Mitarbeiter kaum vorbereitet. |© RainerSturm/pixelio.de
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Heimische Unternehmen sind auf ältere Mitarbeiter kaum vorbereitet.

Fast jeder zweite Befragte sieht aufgrund des stärkeren Kündigungsschutzes für 50+ Arbeitnehmer Nachteile in der Praxis. Arbeitgeber haben Management-Probleme, ältere Mitarbeiter entsprechend ihren Fähigkeiten einzusetzen.

Auf ältere Mitarbeiter kaum vorbereitet

Laut einer Studie von meinungsraum.at geben zwei Drittel aller Personalentscheider an, dass das eigene Unternehmen vom demographischen Wandel betroffen ist. Allerdings sehen sich die meisten nur „mehr oder weniger“ auf das zunehmende Phänomen „Mitarbeiter 50+“ vorbereitet. Fast jeder fünfte Arbeitnehmer hat das Gefühl, dass ältere Mitarbeiter im eigenen Unternehmen benachteiligt und nicht alle Altersgruppen gleichermaßen wertgeschätzt werden (22%). Vor allem die Benachteiligung bei Beförderungen und Aufstiegsmöglichkeiten ist hierbei ein Thema.

“Verantwortungsbewusst” vs. “öfter krank”

Auch wenn Arbeitnehmer jenseits der 50 oft als „kompetenter“ (64%), „verantwortungsbewusster“ (62%) und „loyaler“ (60%) als jüngere Arbeitnehmer wahrgenommen werden – zeitgleich werden sie von den Befragten auch als „weniger belastbar“ (43%), „unflexibler“ (37%) und „öfter krank“ (35%) bezeichnet. Ein Viertel der Erwerbstätigen glaubt außerdem, dass Kunden „junge und dynamische Arbeitnehmer“ anstelle älterer Geschäftspartner bevorzugen. Fest steht, dass die Gesellschaft immer älter wird – und dementsprechend auch länger erwerbstätig bleibt. Wie mit dem steigenden Alter von Mitarbeitern umgegangen werden soll, stellt jedoch für viele Arbeitgeber noch ein großes Problem dar.

Mehrheit der Österreicher lehnt Lockerung des Kündigungsschutzes ab

60 Prozent der Umfrageteilnehmer sind (eher) für die Beibehaltung des strengeren Kündigungsschutzes für ältere Arbeitnehmer. „Aber fast jeder zweite Befragte sieht in der Praxis Nachteile aufgrund des stärkeren Kündigungsschutzes, da ältere Arbeitnehmer vor 50 entlassen (17%) beziehungsweise über 50 seltener angestellt werden (30%)“, so die Umfrage. Auch die gesundheitliche Belastung im Unternehmen wird von 29 Prozent der Arbeitnehmer als (sehr) hoch eingeschätzt und nimmt für ältere Arbeitnehmer tendenziell zu. Die körperliche Arbeitsfähigkeit wird im Gegensatz zur psychischen Belastbarkeit im Alter als weitaus bedenklicher eingeschätzt. Nur ein Fünftel der Arbeitnehmer findet, dass die Mitarbeitergesundheit im eigenen Unternehmen ein wichtiges Thema ist. Beim Konzept „Alternsgerechtes Arbeiten“ sehen dies sogar nur 5% der Erwerbstätigen so.

 

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