Bruttoregionalprodukt: Tirol und Vorarlberg wachsen am deutlichsten

BRP 2015: Unterdurchschnittliche Einkommen verzeichneten Tirol und die Steiermark. |© Benjamin Klack/pixelio.de
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BRP 2015: Unterdurchschnittliche Einkommen verzeichneten Tirol und die Steiermark.

Im Berichtsjahr 2015 verzeichneten alle Bundesländer nominelle Zuwächse des Bruttoregionalproduktes (BRP) zwischen +3,6% (Tirol, Salzburg, Burgenland) und +2,2% (Steiermark) – bei einer nominellen BIP-Steigerung Österreichs von +2,9%. Es waren weniger starke regionale Unterschiede – gemessen an der Entwicklung des BRP – zu beobachten als in den Jahren zuvor. Das zeigen die Daten von Statistik Austria zu den Regionalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das Jahr 2015.

Tiroler Wirtschaft wuchs 2015 am stärksten

Starke Impulse für die Tiroler Wirtschaft kamen vor allem aus dem Dienstleistungssektor, der mit 3,8% deutlich über dem Österreichschnitt (+2,8%) wuchs. Vor allem die für die Tiroler Wirtschaft gewichtige Branche Beherbergung und Gastronomie verzeichnete ein Plus von 5,9%.
Neben Salzburg und dem Burgenland waren auch für Vorarlberg (+3,5%) und Niederösterreich (+3,1%) überdurchschnittliche nominelle Wachstumsraten des BRP zu beobachten. Wien (+2,7%) und Oberösterreich (+2,6%) wiesen hingegen leicht unterdurchschnittliche nominelle Wachstumsraten auf. Schlusslichter im Bundesländervergleich bildeten Kärnten (+2,3%) und die Steiermark. Beim BRP je Einwohner, bezogen auf den Arbeitsort, rangierte Wien im Bundesländerranking mit 47.700 Euro unverändert vor Salzburg (46.100 Euro).

Pro-Kopf-Einkommen 2015 in Vorarlberg wieder am höchsten

Das höchste verfügbare Einkommen pro Kopf, bezogen auf den Wohnort, verzeichneten 2015 die privaten Haushalte in Vorarlberg mit 23.500 Euro. Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher kamen mit 23.100 Euro auf das zweithöchste verfügbare Einkommen pro Kopf. Danach folgten die privaten Haushalte in Salzburg (22.800 Euro) und Oberösterreich (22.300 Euro). Die Pro-Kopf-Einkommen der Burgenländerinnen und Burgenländer lagen erstmals im 15-Jahres-Vergleich im Österreichschnitt (22.200 Euro).

Unterdurchschnittliche Einkommen verzeichneten Tirol und die Steiermark. Die geringsten Einkommen im Jahr 2015 wiesen ex-aequo die privaten Haushalte in Kärnten und Wien mit 21.500 Euro auf. Wien zeigte als einziges Bundesland einen Rückgang beim verfügbaren Einkommen je Einwohner von -0,2%. Grund dafür ist vor allem das übermäßig starke Bevölkerungswachstum 2015 in der Bundeshauptstadt (+1,9% im Vergleich zur nationalen Entwicklung von +1,0%).

Gedämpfte Entwicklung in der Steiermark 2015

Ausschlaggebend für das schwächste Wachstum aller Bundesländer (+2,2% bei einer nominellen BIP-Steigerung von 2,9%) im Jahr 2015 war das Abflachen der Entwicklung im Produktionssektor und hier vor allem in der Herstellung von Waren. Unternehmen in der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen konnten nicht an die sehr guten Umsatzentwicklungen im Vorjahr anschließen. Aber auch vom Dienstleistungssektor (+2,3% bei einer Österreichentwicklung von +2,8%) ging wenig Dynamik aus. Die Steiermark verzeichnete 2015 die geringsten Steigerungen aller Bundesländer in den staatlichen und staatsnahen Dienstleistungen (ÖNACE O-Q).

Die Beschäftigung verzeichnete 2015 in der Steiermark ein mageres Plus von 0,3% (1.600 Beschäftigungsverhältnisse) – bei einem österreichweiten Beschäftigtenanstieg von 0,7%. Nur Kärnten wies mit 0,1% ein noch geringeres Beschäftigtenplus auf. Vor allem der Rückgang der Beschäftigung in der öffentlichen Verwaltung und in Erziehung und Unterricht war für die schwache Entwicklung in der Steiermark verantwortlich.

Wiens Wirtschaft und Beschäftigung wuchsen durchschnittlich

Die unterdurchschnittlichen Zuwächse der Bruttowertschöpfung im Wiener tertiären Sektor und hier vor allem die Rückgänge im Handel (-0,4%) und im Kredit- und Versicherungswesen (-0,7%) und die abgeschwächte Entwicklung in der Informations- und Kommunikationsbranche konnten durch den Produzierenden Bereich kompensiert werden. Positiv hervorzuheben ist auch die Entwicklung des Bereichs Beherbergung und Gastronomie mit einem Plus von 5,7% für die Wiener Wirtschaft 2015.

Die Daten zur Wiener Beschäftigung zeigen einen Anstieg um 8.600 Jobs im Vergleich zu 2014. Die Zuwachsrate 2015 lag mit 0,8% leicht über dem Österreichschnitt (+0,7%). Dynamik kam vor allem von der Beherbergung und Gastronomie und vom Sozialwesen.

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