Chemie

Industrie 4.0: Wie der digitale Wandel die Arbeitswelt verändert

Auch durch durch Digitalisierung verdichtete Arbeit könne gesunde Arbeit sein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. |© APA
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Auch durch durch Digitalisierung verdichtete Arbeit kann gesunde Arbeit sein – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Der digitale Wandel verändert die Arbeitswelt. Der unausweichliche Prozess muss aber gestaltet werden. Eine von der Arbeiterkammer in Auftrag gegebene IFES-Umfrage bei fast 300 Betriebsrätinnen und Betriebsräten zeigt, wo die stärksten Veränderungen spürbar werden.

Chemie-Branche steht vor riesiger Übernahmewelle

Die Fusion von Dow Chemical mit DuPont wird die Branche weltweit neu ordnen. |© Dow Chemical Company
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Die Fusion von Dow Chemical mit DuPont wird die Branche weltweit neu ordnen.

Eine Studie von A.T. Kearney prophezeit die Neuordnung der weltweiten Chemie-Branche. Übernahmen und Fusionen werden in Zahl und Volumen rapide ansteigen. Europas Chemieunternehmen geraten unter Zugzwang.

Europäische Chemiebranche verdient durch Ölpreisverfall prächtig

Die chemische Industriue in europa zählt zu den großen Profiteuren des Ölpreisverfalls. Auch Seelogistiker und Autobranche zeihen große Vorteile. |© Dieter Schütz/pixelio.de
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Die chemische Industrie in Europa zählt zu den großen Profiteuren des Ölpreisverfalls. Auch Seelogistiker und Autobranche ziehen große Vorteile.

Der jüngste Verfall der Ölpreise löste einen Dominoeffekt auf die weltweiten Unternehmenskreditrisiken aus. Europas Chemieunternehmen profitieren dabei am meisten. Die größten Nachteile hat Nordamerikas Energiesektor, der vom Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage stark betroffen ist. Der Kreditversicherer Coface hat unter den 14 analysierten Branchen den größten Gewinner und den größten Verlierer identifiziert. 

Chemiebranche: Fusionen und Übernahmen 2014 auf höchstem Stand seit zehn Jahren

Auch 2015 wird es in der weltweiten Chemiebranche viele Fusionen und Übernahmen geben. |© Foto Hiero/pixelio.de
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Auch 2015 wird es in der weltweiten Chemiebranche viele Fusionen und Übernahmen geben.

Rekord im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen in der Chemiebranche: Wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervorgeht, gab es in der Branche im Gesamtjahr 2014 mit weltweit 177 Transaktionen so viele Fusionen und Übernahmen wie zuletzt im Jahr 2007. Nicht nur die Anzahl der Deals, auch das Volumen markierte Höchststände und verdeutlichte damit die große Dynamik des Marktes: Im Gesamtjahr summierte sich der Wert aller Transaktionen auf 85,3 Mrd. US-Dollar. Das ist mehr als das Doppelte des Vorjahres und der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Rekordübernahmen: Konzentrationsprozess in Pharma-Branche geht weiter

Die Pharma-Branche kauft sich gegenseitig: Das M&A-Volumen ist 2014 um 150 Prozent gestiegen - und soll 2015 weiter wachsen.  | ©  I-vista/pixelio.de
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Die Pharma-Branche kauft sich gegenseitig: Das M&A-Volumen ist 2014 um 150 Prozent gestiegen – und soll 2015 weiter wachsen.

Viel Bewegung gab es im letzten Jahr in der Pharmabranche: Der Wert der M&A-Transaktionen hat 2014 mit insgesamt 223 Milliarden US-Dollar einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Dieser Rekordwert könnte im Jahr 2015 aber noch überschritten werden. Die Kriegskassen der Pharmaunternehmen für weitere Zukäufe sind jedenfalls prall gefüllt. Insbesondere die Big-Pharma-Unternehmen – also die nach Umsatz führenden Pharma-Konzerne – haben sich 2014 eher zurückgehalten, obwohl sie riesige Summen für potenzielle Übernahmen angehäuft haben. Akqusitionen bleiben die gängige Wachstumsstrategie, schreibt das Beratungsunternehmen EY (früher Ernst & Young). Der Markt wächst bis 2017 um prognostizierte fünf Prozent pro Jahr.

Billiges Öl befeuert amerikanische Chemie- Transport- und Textilwirtschaft

Fracking-Öl schmiert US-Wirtschaft: energieintensive Branchen profitieren davon überproportional.  |© APA
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Fracking-Öl schmiert US-Wirtschaft: Energieintensive Branchen profitieren davon überproportional.

Der Kreditversicherer Coface sieht bis zum Ende des Jahres eine deutliche Verbesserung der Branchenrisiken in Nordamerika. Nach einem kurzfristigen Tief aufgrund der schwierigen Wetterverhältnisse im ersten Quartal kehrten die USA zu einem soliden und ausgewogenen Wachstum zurück. Es wird mit einem Wirtschaftswachstum von 2 Prozent im Jahr 2014 und 2,5 Prozent für 2015 gerechnet. Die Unternehmen profitieren vom günstigen Konsum- und Investitionsklima, wie die hohen Gewinne zeigen. Die positiven wirtschaftlichen Bedingungen in Verbindung mit dem jüngsten Nachgeben der Ölpreise kommen besonders drei Branchen zugute. Coface stufte Chemie, Transport sowie die Textilwirtschaft auf „niedriges Risiko“ ein.

Geringere Registrierungs-Gebühren für KMU bei EU-Chemikalienagentur

Die Europäische Kommission hat für KMU die Eintragungsgebühren in die Chemikalienliste vergünstigt. |© Dieter Schütz/pixelio.de
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Die Europäische Kommission hat für KMU die Eintragungsgebühren in die Chemikalienliste vergünstigt.

Die Europäische Kommission hat  die Gebühren und Entgelte gesenkt, die kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Registrierung chemischer Stoffe bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA entrichten müssen. Die Reduktion reicht bis zu 95 % bei der Registrierungsgebühr und bis zu 90 % bei Zulassungsgebühren. Dieser Schritt soll Chemikalien herstellende oder damit handelnde KMU dabei unterstützen, in der derzeit schwierigen Marktlage wettbewerbsfähig zu bleiben.

Internationale Chemieindustrie in wachsender Kauflaune

Internationale Chemieunternehmen sind derzeit groß in Kauflaune. |
Internationale Chemieunternehmen sind derzeit groß in Kauflaune.

Die Mergers & Acquisitions(M&A)-Aktivität im Chemiesektor wird 2014 weiter zulegen. Das erwartet mehr als die Hälfte der Vertreter von Chemieunternehmen und Investmentbanken, die von A.T. Kearney im Zeitraum Dezember 2013 und Januar 2014 befragt worden sind.

Chemische Industrie kämpft mit unberechenbarer Geschäftsentwicklung

China bleibt vorrangiges Investitionsziel der Chemiebranche. Westeuropa und Nordamerika bleiben aber auf der Agende der Chemie-Bosse. | ©  Alfred Teske/pixelio.de
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China bleibt vorrangiges Investitionsziel der Chemiebranche. Westeuropa und Nordamerika stehen aber weiterhin im Fokus.

Die europäische Chemie-Konjunktur bleibt hinter den Erwartungen der Branche zurück, die auf stärkeres Wachstum gesetzt hatte. Immerhin haben noch 60 % der Unternehmen aber ihren Umsatz um bis zu zehn Prozent steigern können, heißt es in einer Analyse von A.T. Kearney. Grund der Enttäuschung: 25 % der Betriebe mussten einen Nachfragerückgang hinnehmen.

Große Unterschiede bei Europas Industrien

 

Industrie, Europa, EU
Hohe Energiepreise schwächen Europas Industrien. © Lichtkunst73 / pixelio.de

Aus einem von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der Industrie geht hervor, dass die Kluft zwischen starken und schwachen Ländern einfach nicht kleiner wird. Zwar haben die Mitgliedstaaten Fortschritte bei den Exporten und der Nachhaltigkeit erzielt und ein besseres Unternehmerumfeld geschaffen. Doch die Kluft zwischen den Ländern mit einer besonders wettbewerbs fähigen Industrie und den Ländern mit einer weniger leistungsstarken Industrie wird einfach nicht kleiner. Die steigenden Energiepreise tragen in fast allen Mitgliedstaaten zur Deindustrialisierung Europas bei. Auch der Zugang zu Finanzmitteln und die rückläufigen Investitionen sind in nahezu allen EU-Ländern problematisch.