Chemie

Strom-, Gas- und Arzneibranche lassen Wettbewerb vermissen

Wien (APA/red) – Die Wettbewerbspolitik kann ihren Einfluss auf Wachstum, Beschäftigung und Inflation nur mittel-bis langfristig entfalten. Ansatzpunkte für kurzfristig wirksame Maßnahmen bieten sich nur auf hoch konzentrierten und stark regulierten Märkten.  Nach Ansicht des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo) ist dies bei Strom und Gas sowie bei rezeptfreien Medikamenten der Fall, bei denen es zu wenig Wettbewerb und deshalb zum Teil stark überhöhte Preise gäbe. Mehr Wettbewerb im Energiebereich und eine Deregulierung der Preisbildung von nicht rezeptpflichtigen Arzneimitteln würden “kurzfristig inflationsdämpfend” wirken, stellt das Wifo fest.

Europäische Chemieindustrie verliert an Fahrt

Die europäische Chemieindustrie hat 2010/2011 kräftige Zuwächse verzeichnet. Zwar ist auch der weitere Geschäftsausblick positiv, allerdings wird das Wachstum in den nächsten zwölf Monaten deutlich schwächer ausfallen. Zu diesem Ergebnis kommt eine europaweite Befragung der Unternehmensberatung A.T. Kearney, CHEManager Europe und der Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Sie wurde in den Monaten Juni und Juli unter 130 Führungskräften aus 15 Ländern durchgeführt. Die Hälfte aller Befragten rechnet damit, dass sich die Wachstumsgeschwindigkeit in den nächsten zwölf Monaten gegenüber dem Vorjahr verlangsamen wird.

Immer mehr Unternehmen veröffentlichen einen Nachhaltigkeitsbericht

Nachhaltigkeitsberichte werden zum Industriestandard. (c) ruh

Fast die Hälfte der 250 größten Unternehmen der Welt gibt  an, dass sich ihre Bemühungen um nachhaltiges Wirtschaften im Immer mehr Unternehmen legen Rechenschaft über ihr  nachhaltiges Wirtschaften ab. Das zeigt der internationale “Corporate Responsibility Survey 2011” von  KPMG, für den die 3.400 umsatzstärksten Unternehmen in 34 Ländern unter die Lupe genommen wurden. Die größten Fortschritte haben Unternehmen der Pharma-, Konsumgüter- und Baubranche gemacht. Im internationalen Vergleich liegen das Vereinigte  Königreich und Japan an der Spitze. Am wenigsten verbreitet sind Nachhaltigkeitsberichte in Israel, Indien sowie in Neuseeland und Chile.

Bis 2014 Gaspreisanstieg von 30 bis 40 Prozent erwartet

Das Jahr 2015 wird zu einem Wendejahr auf den globalen und europäischen Gasmärkten. Nach einem drastischen Anstieg der Preise um 30 bis 40 Prozent und einem sich weltweit verknappenden Gasangebot bis 2014 wird es ab 2015 weltweit zu Überkapazitäten und einem Einbruch der Gaspreise kommen. Damit einhergehend werden die Handelsmärkte für den Gasbezug deutlich an Bedeutung gewinnen. Dies geht aus einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney hervor, in der die langfristigen Entwicklungen auf dem internationalen und europäischen Gasmarkt und die weltweite Nachfrage nach Gas und Flüssiggas (LNG) untersucht wurden.