Export

Österreichs Investitionen im Osten gehen zurück

Heimsiche Direktinvestitionen im Osten und Süden Europas gehen in Wert und Zahl zurück.| ©  Peter Kamp/pixelio.de
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Heimische Direktinvestitionen im Osten und Süden Europas gehen in Wert und Zahl zurück.

Die Direktinvestitionen der österreichischen Unternehmen in  Zentral-, Ost- und Südosteuropa sind 2013 erstmals in ihren Werten gesunken. Abschreibungen und Kursverluste sind hauptsächlich für das Minus verantwortlich. Auch zahlenmäßig ist das Engagement dieser Region leicht geschrumpft. Insgesamt sind die ausländischen Direktinvestitionen der österreichischen Wirtschaft wertmäßig laut OeNB aber leicht gestiegen. Nach den bisher vorliegenden Daten der Zahlungsbilanzstatistik hat sich die Abkehr vom Osten im Jahr 2014 verstärkt fortgesetzt.  Österreichische Auslandstöchter beschäftigen insgesamt 810.000 Mitarbeiter.

Geschäftsführer-Klima Index: 2015 macht den Bossen Sorgen

Österreichs Exporteure bleiben zuversichtlich. Für das Inland bleibt die Stimmung verhalten.  |© lichtkunst.73/pixelio.de
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Österreichs Exporteure bleiben zuversichtlich. Für das Inland bleibt die Stimmung verhalten.

Die österreichischen Unternehmen ziehen eine positive Bilanz ihrer Geschäfte für 2014: Gut die Hälfte der Firmen konnte 2014 Umsatz und Profitabilität steigern, ergab eine aktuelle Kienbaum-Studie. Die Aussichten für 2015 sind hingegen durchwachsen: Die Erwartungen in die österreichische Wirtschaftsentwicklung sind mehr als verhalten. Im Export werden die Auswirkungen  der Russland-Ukraine-Krise deutlich spürbar. Vertriebsmanagement wird immer wichtiger. 

Kärnten: Exportoffensive prolongiert

Kärnten unterstützt weiterhin exportorientierte Unternehmen. |© Dirk Kruse / pixelio.de
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Kärnten unterstützt weiterhin exportorientierte Unternehmen.

Die mit 400.000 Euro vom Land und der Wirtschaftskammer Kärnten finanzierte Exportoffensive wird auch 2015 fortgesetzt. Die geplanten Maßnahmen reichen von von länder- und branchenbezogenen Wirtschaftsmissionen über die Unterstützung bei Messebeteiligungen und anderen Markterschließungs- und -bearbeitungsaktivitäten bis hin zur wissenschaftlichen Aufarbeitung in Zusammenarbeit mit Uni und FH. 2500 Kärntner Exportbetriebe stehen derzeit für insgesamt 70.000 Arbeitsplätze im Land, erwirtschaften außerhalb von Kärnten 6,4 Milliarden Euro und erzielen dabei einen Handelsbilanzüberschuss von rund einer Milliarde.

Österreichische KMU gehören zu den größten Pessimisten in Europa

Im österreichischen Mittelstand ist die Stimmung schlechter als die Lage. Dies ergeben zumindest etliche Geschäfts- und Stimmungsindikatoren. |© vdma
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Im österreichischen Mittelstand ist die Stimmung schlechter als die Lage. Dies ergeben zumindest etliche Geschäfts- und Stimmungsindikatoren.

Nur griechische Unternehmen beurteilen die heimische Standort- und Mittelstandspolitik sowie die zukünftige Entwicklung der Wirtschaftslage noch negativer als österreichische KMU. Das Vertrauen in das eigene Unternehmen ist dennoch groß: Die Mehrheit der Unternehmen will die eigene Stabilität sichern und immerhin jeder dritte Mittelständler setzt auf Wachstum, heißt es in der europaweiten Befragung von Mittelstandsunternehmen durch EY: Andere Stimmungs- und Geschäftsindikatoren zeigen, dass die Stimmung im österreichischen Mittelstand schlechter ist als die tatsächliche Lage.

Russland schnürt 30-Mrd.-Euro-Konjunkturpaket

Russland steckt in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Präsident Putin sucht mit einem Konjunkturpaket den Ausweg.  |©  APA
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Russland steckt in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Präsident Putin tritt mit einem Konjunkturpaket die Flucht nach vorn an.

Russland hat im Kampf gegen die Wirtschaftskrise ein Konjunkturpaket von umgerechnet rund 30 Mrd. Euro geschnürt. Darin enthalten sein solle eine Bad Bank für problematische Geschäftsbereiche der Kreditinstitute, teilte die Regierung in Moskau am Mittwoch mit. Zudem solle die staatliche Förderbank VEB rund 4 Mrd. Euro erhalten, um die Kreditvergabe an die Wirtschaft anzuschieben.

Exporte erreichen 2014 neues Rekordhoch

Die Exporte 2014 erreichten trotz des trüben Umfelds einen Rekordwert. "Russland ist aber ein großes Sorgenkind", räumte der Außenwirtschaftschef in der Wirtschaftskammer Österreich, Walter Koren, ein. |© APA
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Die Exporte 2014 erreichten einen Rekordwert. “Russland ist aber ein großes Sorgenkind”, räumt AWO-Chef Walter Koren ein.

Österreichs Unternehmen haben heuer mehr Waren in alle Welt geliefert als je zuvor. Die Ausfuhren stiegen gegenüber 2013 um nominell 0,9 Prozent auf rund 127 Mrd. Euro – “ein Alltime-High trotz schwierigster Bedingungen”, betonte der Leiter der Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Walter Koren, am Donnerstag vor Journalisten. Die Importe gingen 2014 um 0,9 Prozent auf rund 129,5 Mrd. Euro zurück, was ein geringeres Handelsbilanzdefizit von 2,6 Mrd. mit sich bringt.

Exportwirtschaft gibt sich optimistisch

Gerade was neue Märkte, auch Fernmärkte betrifft, schlummert noch großes Potenzial im Export. |© Peter Kamp / pixelio.de
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Gerade was neue Märkte, auch Fernmärkte betrifft, schlummert noch großes Potenzial im Export.

Die Stimmungslage unter den niederösterreichischen Unternehmen ist ausgesprochen gut, so die das erste Fazit zur aktuellen Stimmungslage der niederösterreichischen Exportwirtschaft. Rund 40 Prozent unserer niederösterreichischen Betriebe sehen bessere Exportaussichten für die Zukunft. Besonders die Industriebetriebe, gefolgt von Gewerbe- und Handwerksbetrieben und den Dienstleistungsunternehmen sind besonders positiv eingestellt. Allerdings brauchen Klein- und Mittelbetriebe mit geringer Exportquote in Zukunft noch mehr Unterstützung.

Sanktionen: Woher die EU-Lebensmittel-Exporte nach Russland kommen

Der Import-Stop Russlands für EU-Agrarprodukte bleibt in der EU-Landwirtschaft nicht ohne Auswirkungen. rgentinien und Brasilien dürften als Fleischerzeuger Hauptprofiteure sein. Deren Lieferungen sollen nach russischem Kalkül deutsche Schweine- oder amerikanische Geflügelexporte ersetzen. |  © statista.de (zum Vergrößern anklicken).
© statista.de (zum Vergrößern anklicken).
Im Vorjahr exportierte die heimische Landwirtschaft Waren im wert von 280 Mio. Euro nach Russland. Die Hälfte davon dürfte vom Import-Stopp betroffen sein. Argentinische und brasilianische Lieferungen werden profitieren.

Russland reagiert auf die Sanktionen der EU: Künftig werden aus der EU – wie auch aus den USA, bestimmte Güter nicht mehr eingeführt. Dazu zählen Fleisch, Milch und Obst. Die Statista-Grafik zeigt, welche EU-Staaten die Sanktion am stärksten trifft. Für jede Warengruppe ist der Wert der Exporte der EU im vergangenen Jahr angegeben. Zudem werden die drei Länder genannt, die am meisten zu diesen Exporten beigetragen haben und wie hoch ihr Anteil war. Österreich ist dabei nirgends unter den ersten Drei. Die Grafik zeigt den Anteil der EU-Exporte nach Russland ausgewählter Güter in 2013 (gemessen am Wert).

Krisenjahre 2008/2009 beeinflussen heimische Wirtschaft bis heute

Heimischer Außenhandel wuchs 2013 sehr verhalten. |© H.D. Volz / pixelio.de
© H.D. Volz / pixelio.de
Heimischer Außenhandel wuchs 2013 sehr verhalten.

2013 expandierte die heimische Wirtschaft um nur 0,4%. Dies war die schwächste Entwicklung seit der Rezession 2008/09, als die gesamtwirtschaftliche Produktion um 3,8% geschrumpft war. Sowohl das Investitionsvolumen als auch der Konsum der privaten Haushalte verringerten sich in realer Rechnung. Die Arbeitslosenquote stieg kräftig und erreichte mit 7,6% einen neuen Höchstwert. Die Inflationsrate verringerte sich, blieb jedoch im europäischen Vergleich relativ hoch, analysiert das Institut für Wirtschaftsforschung.

Die Exportmärkte am Westbalkan gewinnen rasch an Bedeutung

Der Westbalkan mit den wichtigsten Ländern Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien gewinnt füpr heimische Exporteure an Bedeutung. |©  lichtkunst.73/pixelio.de
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Der Westbalkan mit den wichtigsten Ländern Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien wird für heimische Exporteure immer wichtiger.

Der österreichische Außenhandel verfügt  mit den Westbalkanländern Kroatien, Bosnien-Herzegowina oder Serbien über enge  wirtschaftliche  Verflechtungen. Die Bedeutung dieser Exportmärkte ist für Österreich, mit Ausnahme der unmittelbaren Nachbarländer, deutlich größer als in allen anderen EU-Länder, schreibt das Wifo in einer Exportanalyse. Die hohen Marktanteile im Warenexport und Österreichs Rolle als bedeutendster Auslandsinvestor in unterstreichen die herausragende Position Österreichs in dieser Region.