Chinesische Investoren drängen auf den europäischen Markt

Medien zählen aktuell zu den Übernahmezielen professioneller PE-Funds. |© Jürgen Mittag/pixelio.de
© Jürgen Mittag/pixelio.de
Medien zählen aktuell zu den bevorzugten Übernahmezielen professioneller PE-Funds.

Die stärkste Private Equity-Aktivitäten werden in Spanien, Portugal und Deutschland erwartet. Großbritannien und Griechenland sind aktuell für Risikokapitalgeber am uninteressantesten. 2017 dürfte das Jahr der chinesische Investoren werden.

Flaute für die PE-Branche

Chinesische Investoren interessieren sich vor allem für M&A-Deals in den Branchen Investitionsgüter und Technologie sowie Automobil. Nur noch gut die Hälfte der Unternehmen rechnet für dieses Jahr mit einer steigenden Anzahl von M&A-Transaktionen mit PrivateEquite (PE)-Beteiligung. 2016 waren es noch fast zwei Drittel.Das zeigt der “European Private Equity Outlook”, für den Roland Berger wie in den Vorjahren europaweit Private Equity Investoren befragt hat.

Wirtschaftspolitische Instabilität bremst Akquisitionen ab

Fast drei Viertel der Studienteilnehmer befürchten für 2017 eine Verschlechterung der wirtschaftspolitischen Stabilität – mit negativen Folgen für den gesamten M&A-Markt. Erwarteten 2016 noch 64 Prozent der Investoren eine steigende Anzahl von Akquisitionen, so sind es jetzt nur noch 52 Prozent. Die Auswirkungen der politischen Instabilität zeigen sich auch in der in der geografischen Differenzierung: Für Großbritannien erwarten die Befragten einen Rückgang der PE-Aktivitäten (-2,1%) und verweisen es damit auf den letzten Platz im Länderranking, noch hinter Griechenland (-1,6%). In den übrigen europäischen Ländern wird dagegen eine Zunahme der PE-Aktivitäten erwartet, allen voran in Spanien und Portugal (jeweils 2,6%) und Deutschland (2,4%).

Medien sind leicht zu haben

Bezüglich der einzelnen Industriebranchen sehen die Studienteilnehmer die meisten Akquisitionen mit PE-Beteiligung in der Technologie- und Medien-Branche (72%), gefolgt von Pharma und Healthcare (68%). Die geringste Aktivität wird für die Branchen Energie (19%), Bau (18%) und Automobil (16%) prognostiziert.

Chinesische Investoren auf dem Vormarsch

Zugang zum umkämpften europäischen Markt durch Schlüsseltechnologien versprechen sich vermehrt auch chinesische Investoren. So erwarten 57 Prozent der Befragten, dass der Wettbewerb durch chinesische Finanz- und strategische Investoren weiter zunimmt. Besonderes Interesse der Chinesen prognostizieren sie in den Bereichen Investitionsgüter und Maschinenbau (22%), Automotive (16%) sowie Technologie und Media (16%).

Kleine Semmeln backen

Dabei gehen die PE-Experten vor allem von kleinen und mittelgroßen M&A-Deals aus: Für die Klasse bis zu 50 Millionen Euro erwarten 63 Prozent ein Wachstum. Bei Transaktionen bis zu 100 Millionen Euro erwarten dies 53 Prozent und in der Gruppe bis 250 Millionen Euro gehen noch 40 Prozent von einem Zuwachs aus.

Investoren setzen auf Portfoliomanagement

Um den Wert der erworbenen Firmenbeteiligungen zu steigern, planen 88 Prozent der befragten Private Equity-Gesellschaften, verstärkt auf das aktive Portfoliomanagement zu achten. Mehrwert im Portfolio wollen europäische Investoren zudem durch weitere Zukäufe (34%) sowie durch die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen in den Beteiligungen erreichen (24%). Aspekte wie ein optimiertes Pricing, Kostensenkungsmaßnahmen oder ein angepasste Marktpräsenz (jeweils 8%) spielen dabei nur noch eine untergeordnete Rolle.

 

Mehr zum Thema

FacebookTwitterGoogle+LinkedIn
Tags:

Kommentar verfassen





*

Senden