Digitaler Wandel: Wie Big Data die Versicherungsindustrie verändert

Versicherungen und die digitale Revolution: |© Markus Vogelbacher/pixelio.de
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Versicherungen und die digitale Revolution: Die Studie liefert fünf Trends der Veränderungen. 

Neue Methoden zur Datenanalyse haben bereits bei mehr als 70 Prozent aller Versicherer die Entscheidungsprozesse verändert.  IT-Systeme werden die Absichten der Versicherten antizipieren und mittels „Robotic Advise“ Angebot generierten, prophezeit eine Studie der Unternehmensberatung PwC.

Assekuranzen lieben Statistiken

Versicherungen zeigen eine besonders starke Affinität zur „Analytics & Big Data“-Revolution”, einer Facette des digitalen Wandels. 71 Prozent aller Versicherungs-CEOs geben an, dass neue Methoden zur Datenanalyse die Entscheidungsprozesse in ihrem Unternehmen bereits maßgeblich verändert hätten. Weitere 23 Prozent der befragten Vorstandschefs sagen, dass ihrem Konzern die entsprechenden Umwälzungen in den nächsten Jahren bevorstünden. Das zeigt eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungsgesellschaft PwC.

Neue Wege zu Kunden und dessen Bedürfnissen

Analytics & Big Data hilft Versicherern, neue Zugangswege zum Kunden zu finden. Unter welchem Druck das hergebrachte Vertriebsmodell vieler Versicherer steht, zeigt sich daran, dass laut Umfrage nur noch 35 Prozent aller Kunden bei der Suche nach der richtigen Police den direkten Kontakt mit dem Makler oder dem Vertreter suchen – Tendenz weiter fallend. 22 Prozent der Versicherten bevorzugen dagegen schon heute den Abschluss über das Internet, weitere 19 Prozent die Kommunikation per Telefon. Parallel steigt der Anteil der sogenannten ROPO-Kunden (Research Online, Purchase Offline), die zwar „offline“ abschließen – aber erst, nachdem sie sich online über die Angebote verschiedener Versicherer informiert haben. Gut 70 Prozent aller Versicherten zählen sich mittlerweile zu dieser Kundengruppe.

Neue Anbindungsmöglichkeiten

Mithilfe neuartiger Datenanalyse können Versicherer die Kunden gezielt und häufig sogar individuell ansprechen. Das ist einer der Gründe, warum viele Gesellschaften momentan massiv in ‚Analytics & Big Data“-Technologien investieren. So kam bei der CEO-Umfrage unter anderem heraus, dass viele Versicherer inzwischen ein „Data Insights Team“ beschäftigen und dieses in wichtige unternehmerische Entscheidungen einbeziehen.

Fünf Trends für Versicherer

Die PwC-Studie formuliert fünf Rezepte für ein digitales Geschäftsmodell.

  • Aus der sehr großen Menge vorhandener Daten müssen die wirklich wertvollen herausgefiltert· werden. Dabei wird eine businessorientierte Katalogisierung der Kundenwünsche- und Typologien angestrebt
  • Der zweite Schritt besteht darin, innerhalb des Unternehmens eine offene Nutzungskultur zu· fördern. Jeder Fachbereich erhält Zugriff auf die für ihn relevanten Daten. Die Vorgaben des Datenschutzes sind dabei zu berücksichtigen.
  • Chief Data Officer (CDO) werden im Management unverzichtbar bz. immer wichtiger. Der CDO sollte sich nicht nur für Compliance zuständig fühlen, sondern auch das Wachstum des Unternehmens im Fokus haben.
  • Als nächstes gilt es, die „Analytics“-Kompetenzen spartenübergreifend auszubauen. Gerade· Führungskräfte müssen zwingend in der Lage sein, den strategischen Nutzen von Daten zu identifizieren und darauf aufbauend entsprechende Strategien anzustoßen.
  • Letztlich geht es darum, die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen und den ITKollegen· auf eine neue Grundlage zu stellen. „Analytics“ sollte als business-getriebene Aktivität wahrgenommen werden – was jedoch erhebliche Ressourcen aus den Spezialbereichen IT und quantitative Modellierung erfordert.

Überführung des Versicherungsgeschäfts auf eine digitalisierte Basis

Am Ende dieses Prozesses steht eine digitale Transformation des Geschäftsmodells. Die Fokussierung auf den Kunden wird dabei vorangetrieben. Dazu tragen IT-Systeme bei, die die Absichten der Versicherten antizipieren und für ihn mittels „Robotic Advise“ das bestmögliche Angebot generierten. Die vollautomatisierten Prozesse werden eine Steigerung der Effizienz und damit deutlich niedrigere Betriebskosten bringen, heißt es in der Studie.

 

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