EU will einfachere Steuervorschriften für Online-Handel

Schließlich will die EU-Kommission es den Staaten freistellen, ob sie den ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz für Printmedien auch für elektronische Angebote anwenden. |©  Julien Christ/pixelio.de
© Julien Christ/pixelio.de
Die EU-Kommission will es freistellen, ob der ermäßigte Mehrwertsteuer-Satz für Printmedien auch für elektronische Angebote angewendet wird.

Online-Händler in Europa können auf vereinfachte Steuerregeln hoffen. Statt sich wie bisher in jedem EU-Land für die Mehrwertsteuer-Erhebung anzumelden, müssten sie nach dem Willen der EU-Kommission künftig nur noch vierteljährlich eine einzige Steuererklärung für die gesamte EU abgeben.

8000 Euro Mehrkosten pro Land

Für den elektronischen Verkauf von Dienstleistungen wie Apps für Mobiltelefone gebe es schon ein solches System, erklärte die Brüsseler Behörde am Donnerstag. Die Vorschläge sind Teil eines ganzen Pakets zur Förderung des Online-Handels. Die EU-Staaten müssten den Plänen zustimmen, das Europaparlament wird befragt. Der Verwaltungsaufwand für Unternehmen würde nach EU-Angaben mit den neuen Regeln um 95 Prozent sinken. Derzeit entstünden Händlern pro Jahr Kosten von 8.000 Euro für jedes EU-Land, in dem sie Waren verkaufen.

Kleine Unternehmen sollen profitieren

Kleine Unternehmen, die ins EU-Ausland exportieren, sollen sich generell weniger mit fremden Steuerregelungen herumschlagen müssen. Die Mehrwertsteuer für grenzüberschreitende Verkäufe mit einem Wert von bis zu 10.000 Euro würde den Vorschlägen zufolge künftig im Inland abgerechnet. Die Verfahren für Verkäufe mit einem Wert von bis zu 100.000 Euro würden vereinfacht, zudem müsste die Buchführung der Unternehmen künftig nicht mehr von jedem einzelnen EU-Staat, in dem sie aktiv sind, geprüft werden.

EU will Mehrwertsteuerbefreiung für Kleingüter abschaffen

Um europäische Händler besser vor unfairer Konkurrenz aus anderen Staaten zu schützen, will die EU-Kommission die Mehrwertsteuerbefreiung für Sendungen mit geringem Wert abschaffen. Derzeit sind Waren im Wert von weniger als 22 Euro davon befreit. Angesichts von 150 Millionen Paketen, die jedes Jahr mehrwertsteuerfrei in die EU eingeführt werden, lässt das System aber viel Raum für Betrug, etwa wenn Tablets oder Smartphones nicht deklariert werden.

Ermäßgter Satz für E-Books

Schließlich will die EU-Kommission es den Staaten freistellen, ob sie den ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz für Printmedien auch für elektronische Angebote anwenden.  Auch bei E-Books will die EU-Kommission nun eine Anpassung ermöglichen. (APA)

FacebookTwitterGoogle+LinkedIn
Tags: , ,