KFZ-Neuzulassungen: Worauf Österreich 2016 abgefahren ist

Dieseltautos bleiben in AUT voll im Trend. E-Mobile wachsen in relativen Zahlen stark. bleiben aber Randerscheinung. | ©
© APA
Dieselautos bleiben in AUT voll im Trend. E-Mobile wachsen in relativen Zahlen stark. bleiben aber Randerscheinung.

Im Jahr 2016 nahm die Zahl der Pkw-Neuzulassungen laut aktuellen Daten von Statistik Austria gegenüber dem Jahr 2015 um 6,8% auf 329.604 Stück zu. Zuwächse gab es in auch in allen anderen Fahrzeugkategorien, erstmals seit 2008 auch bei den Zweirädern. E-Mobile wachsen um 128 Prozent, bleiben aber in absoluten Zahlen schwach. 

Zweiräder haben sich 2016 blendend verkauft

Wie bereits in den Vorjahren wurden  im Vergleich zu 2015 um 9,9% mehr Lkw neu zugelassen und erreichten mit 39.958 Stück einen neuen Höchstwert. Bei den Zweirädern insgesamt wurde wiederum erstmals seit 2008 eine Zunahme der Neuzulassungen (+12,5%) auf 43.621 Stück verzeichnet.

Mehr diesel- als benzinbetriebene Pkw, alternative Kraftstoffarten gewinnen weiter an Bedeutung

Die Pkw-Neuzulassungen insgesamt (329.604) lagen 2016 um 21.049 Stück über dem Vorjahreswert (308.555) und damit deutlich über dem Niveau des Zwanzigjahresdurchschnitts (309.397). Dabei nahmen die Neuzulassungen dieselbetriebener Pkw (Anteil: 57,3%) gegenüber 2015 um 5,0% zu, jene benzinbetriebener Pkw (Anteil: 40,0%) um 7,3%.

Zulassungen alternativer Antriebe bleiben bescheiden

Der Anteil alternativ betriebener Pkw – Elektro, Erdgas, bivalenter Betrieb, kombinierter Betrieb (Hybrid) und Wasserstoff (Brennstoffzelle) – war mit 2,7% bzw. 9.028 Stück (2015: 1,9% bzw. 5.901 Stück) zwar weiterhin vergleichsweise gering, der relative Zuwachs betrug allerdings 53,0% (2015: +33,1%).

E-Mobile nehmen um 128 Prozent zu

Die Anzahl der Neuzulassungen von Benzin-Hybrid-Pkw – die wichtigste Kraftstoffart unter den alternativ betriebenen Pkw – erhöhte sich um 55,5% auf 4.392 Stück. Neuzulassungen mit reinem Elektroantrieb nahmen um 128,1% auf 3.826 Stück zu, der Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen stieg von 0,5% auf 1,2%. Die meisten Elektro-Pkw wurden in Niederösterreich neu zugelassen (Anteil: 19,8%), gefolgt von Oberösterreich (17,2%), der Steiermark (14,3%) und Wien (13,6%). Elektro-Pkw wurden auch 2016 noch vorwiegend von juristischen Personen, Firmen bzw. Gebietskörperschaften zugelassen (86,3% der Elektro-Pkw-Neuzulassungen).

Mehr Zulassungen bei leistungsstärkeren Pkw bei gleichzeitig geringerem Hubraum

Die Zahl der Neuzulassungen leistungsstärkerer Pkw lag auch 2016 anteilsmäßig vorne (ab 78 kW bzw. 105 PS: 65,5%), diese stieg gegenüber 2015 um 15,9%. Mehr als die Hälfte mehr Zulassungen (+50,9%) konnten bei Pkw der Klasse 106 bis 125 kW (144 bis 170 PS) verzeichnet werden. Leistungsschwächere Pkw bis 77 kW bzw. 105 PS verloren erneut (-7,1%), wobei sich Pkw der Klasse 61 bis 77 kW (83 bis 105 PS) – anteilsmäßig die bedeutendste Klasse (20,8%) – rückläufig entwickelten (-11,4%).

Hubräume unter 2 Liter repräsentieren die Masse

Eine Analyse nach Hubraumklassen zeigt, dass die anteilsmäßig wichtigste Hubraumklasse (1.751 bis 2.000 ccm; Anteil: 27,8%) gegenüber 2015 eine Zunahme von 13,1% verzeichnete. Um ein Viertel (+23,5%) konnte die Klasse 501 bis 1.000 ccm Hubraum zulegen. Aber auch die Hubraumklassen 1.251 bis 1.500 (+4,0%), 1.501 bis 1.750 (+1,1%), 2.001 bis 2.500 (+1,0%), 2.501 bis 3.000 (+5,2%) sowie über 3.000 ccm Hubraum (+3,4%) verbuchten Zunahmen. Rückläufig entwickelte sich die Hubraumklasse 1.001 bis 1.250 (-4,3%).

Top 10 Pkw-Marken repräsentieren mehr als zwei Drittel der Neuzulassungen

Ein Vergleich der zehn wichtigsten Pkw-Marken 2016, auf die insgesamt mehr als zwei Drittel der Neuzulassungen entfielen, zeigt, dass VW (+5,9%) mit einem Anteil von 17,2% weiterhin Marktführer bleibt. Opel konnte mit +3,1% und einem Anteil von 6,8% Platz 2 verteidigen. Neuzulassungen von Pkw der Marken Audi (+14,7%), Ford (+11,6%), BMW (+15,9%), Renault (+16,0%), Mercedes (+21,2%) und Seat (+14,6%) nahmen zu, während Skoda (-0,4%) und Hyundai (-20,1%) Rückgänge meldeten.

Pkw-Tageszulassungen weiter rückläufig

Bereits zum zweiten Mal in Folge ist bei den Pkw-Tageszulassungen ein Rückgang festzustellen; wie bereits im Vorjahr (-8,7%), nahmen auch im aktuellen Berichtsjahr 2016 die Neuzulassungen von höchstens 24 Stunden angemeldeten Pkw um 14,3% auf 20.687 Stück ab. Dementsprechend verringerte sich auch der Anteil gemessen an allen Pkw-Neuzulassungen von 7,8% im Jahr 2015 auf aktuell 6,3%.

Trend zu abgasärmeren Pkw setzt sich fort

Seit dem Jahr 2000 nahmen die CO2-Emissionen neu zugelassener Pkw laufend ab. Diese lagen 2016 für benzinbetriebene Pkw bei 122 g/km (2000: 176 g/km; -30,7%), für Dieselfahrzeuge bei 123 g/km (2000: 162 g/km; -24,1%). Pkw-Neuzulassungen der Klasse bis 119 g/km (+11,4%), 120 bis 150 g/km (+6,7%) konnten zulegen, während sich jene in der CO2-Klasse über 150 g/km (-18,0%) rückläufig entwickelten.

Lastkraftwagen erreichen neuen Höchstwert, weniger land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen

Die Zahl der Lkw-Neuzulassungen entwickelte sich 2016 insgesamt positiv (+9,9%) und erreichte mit 39.958 Stück den höchsten jemals erhobenen Wert, der um 2.473 Stück über dem bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2008 (37.485) liegt. Leichte Nutzfahrzeuge (Lkw bis 3,5 t höchstzulässigem Gesamtgewicht (Kl. N1; +9,3%)) sowie Lkw über 12 t höchstzulässigem Gesamtgewicht (Kl. N3; +20,4%) verbuchten Zuwächse, während Lkw über 3,5 t bis 12 t höchstzulässigem Gesamtgewicht (Kl. N2; -9,6%) abnahmen. Wie bereits in den Vorjahren wurden auch 2016 weniger Neuzulassungen land- und forstwirtschaftlicher Zugmaschinen gemeldet (-4,9% auf 5.608 Stück). 3.940 Neuzulassungen von Sattelzugfahrzeugen bedeuteten eine Zunahme von 4,5%.

Nach Jahren von Rückgängen wieder positives Ergebnis bei Zweirädern

Im Jahr 2016 gab es – erstmals wieder seit 2008 – Zuwächse (+12,5%) gegenüber 2015 bei Neuzulassungen am gesamten Zweiradmarkt. Diese Zunahme ist auf die positive Entwicklung von Motorrädern (über 35 kW; +13,1%) sowie von Leichtmotorrädern (+23,4%) zurückzuführen. Die Zahl der Motorfahrräder (-0,3%) blieb weitgehend unverändert.

Wieder mehr als 1 Mio. Kfz-Gebrauchtzulassungen

Im Jahr 2016 wurden 1.029.795 gebrauchte Kraftfahrzeuge zum Verkehr zugelassen, um 2,9% mehr als im Jahr 2015. Die Zahl der Gebrauchtzulassungen von Pkw lag mit 841.310 Stück um 3,1% über dem Vorjahreswert. Die Gebrauchtzulassungen von Pkw mit Dieselantrieb verzeichneten eine Zunahme (+5,0%), während weniger Pkw mit Benzinantrieb (inkl. Flex-Fuel; -0,2%) zugelassen wurden. Am Nutzfahrzeugmarkt konnte bei den Lkw eine Zunahme von 4,7% festgestellt werden, während land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen sowie Sattelzugfahrzeuge Rückgänge verbuchten (-1,1% bzw. -3,6%). Unter den Zweirädern war die Zahl der Motor- und Leichtmotorräder positiv (+3,6% bzw. +3,8%), Motorfahrräder verzeichneten einen Rückgang (-1,6%).

Vorläufiger Bestand 2016: 6,65 Mio. Kfz, darunter 4,82 Mio. Pkw

Zum Stichtag 31.12.2016 erreichte der vorläufige Kfz-Bestand in Österreich rund 6,65 Mio. Fahrzeuge, um 1,7% mehr als im Jahr zuvor. Auf die anteilsmäßig wichtigste Fahrzeugart Pkw (72,5%) entfielen rund 4,82 Mio. Stück, um 1,5% mehr als noch zum Vorjahresstichtag. Bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen wurden 456.375 (+0,6%), bei Lastkraftwagen insgesamt 440.299 (+3,0%) und bei Sattelzugfahrzeugen 16.846 Stück (+2,0%) gemeldet. Unter den einspurigen Fahrzeugen waren 502.246 Motorräder (Motorräder und Leichtmotorräder; +4,0%) und 277.072 Motorfahrräder (-1,4%) zum Verkehr zugelassen.

 

Mehr zum Thema

FacebookTwitterGoogle+LinkedIn
Tags: , ,

Kommentar verfassen





*

Senden