Die Konjunktur lässt  Gewerbe und Handwerk im Stich

20 Prozent der befragten Gewerbeunternehmen sind mit Geschäftsgang nicht zufrieden. |© schemmi/pixelio.de
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20 Prozent der befragten Gewerbeunternehmen sind mit Geschäftsgang nicht zufrieden.

Im ersten Halbjahr 2016 haben Gewerbe und Handwerk laut Angaben der Wirtschaftskammer einen Rückgang der Auftragseingänge bzw. Umsätze um 1,3 Prozent (wertmäßig) gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 verzeichnet.

Schritt zurück

“Die Konjunktur entwickelt sich nicht wie erwartet und wir machen im ersten Halbjahr 2016 einen Schritt zurück”, erklärte die Obfrau der Bundessparte, Renate Scheichelbauer-Schuster. Trotz dieser “Durststrecke” wollen die heimischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe ihren Personalstand konstant halten, so die Spartenobfrau in einer Aussendung am Sonntag. Über die Gründe für die rückläufigen Konjunkturzahlen könne derzeit nur gemutmaßt werden. Positiv sei der Handwerkerbonus: Das Volumen von 20 Millionen Euro für 2016 werde für viele Kleinbetriebe ein möglicherweise überlebenswichtiger Impuls sein.

20 Prozent sind nicht zufrieden

Konkret meldeten 21 Prozent der Betriebe Steigerungen der Auftragseingänge um durchschnittlich 12,1 Prozent, bei 53 Prozent der Betriebe lagen die Auftragseingänge auf Vorjahresniveau und 26 Prozent der Betriebe verzeichneten Rückgänge um durchschnittlich 16,1 Prozent. Im dritten Quartal beurteilen 23 Prozent der Betriebe die Geschäftslage mit “gut” (Vorjahr: 18 Prozent), 57 Prozent mit “saisonüblich” (Vorjahr: 56 Prozent) und 20 Prozent der Betriebe mit “schlecht” (Vorjahr: 26 Prozent). Für das vierte Quartal rechnen 82 Prozent mit keiner Veränderung oder sogar einer Verschlechterung.

Mühlstein Betriebsanlagenrecht

Als “ganz zentralen Baustein” sieht Scheichelbauer-Schuster das Betriebsanlagenrecht im Rahmen einer Reform der Gewerbeordnung. Die Vorschläge der Wirtschaft reichen von Erweiterungen der Genehmigungsfreistellungen über eine Senkung der Verfahrenskosten, mehr Spielraum bei Anlagenänderungen ohne neue Behördenverfahren bis zum Schutz vor nachträglichen Nachbarbeschwerden. (APA)

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