Krankenkassen erwarten heuer Verlust von fast 130 Millionen

Die Kassen machen neben den hohen Arbeitslosenzhalen die "aggressiv" wachsenden Medikamentenkosten für das Minus verantwortlich. |© Sara Hegewald/pixelio.de
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Die Kassen machen die “aggressiv” wachsenden Medikamentenkosten  verantwortlich.

Nach Jahren leichter Überschüsse erwarten die Krankenkassen heuer einen Verlust von 129,3 Millionen Euro. 2014 hatten die Kassen noch mit einem Plus von 88 Mio. Euro abgeschlossen. 2015 erwarten nur zwei Länder-Kassen ein positives Ergebnis. Hauptverbands-Chef Peter McDonald führt das Defizit auf sinkende Beitragseinnahmen durch die wachsende Arbeitslosigkeit und auf steigende Ausgaben vor allem bei Medikamenten zurück.

Nur zwei Länderkassen 2015 im Plus

Nach der am Wochenende vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger veröffentlichten Prognose erwarten von den neun Gebietskrankenkassen heuer nur jene in Kärnten mit plus 5,6 Mio. und jene in der Steiermark mit plus 0,7 Mio. ein positives Ergebnis. Das größte Minus wird der Wiener Kasse mit einem Abgang von 64,6 Mio. gefolgt von der Niederösterreichischen mit 41,8 Mio. vorhergesagt. Unter den Berufskrankenkassen erwartet die SVA der gewerblichen Wirtschaft, die zuletzt im Minus war, nun einen Gewinn von 6,4 Mio. Euro. Die SVA der Bauern prognostiziert sogar einen Überschuss von 53 Mio. Euro.

Wachsende Medikamentenkosten

Einer der Hauptpreistreiber sind weiterhin die steigenden Medikamentenkosten. Diese sollen mit einem prognostizierten Plus von 7,2 Prozent heuer mehr als doppelt so stark wachsen wie die Beitragseinnahmen (plus 3,5 Prozent).

Fehlende Beiträge durch hohe Arbeitslosigkeit

Für McDonald sind die Zahlen “keine Überraschung”. Man habe gewusst, dass 2015 ein “sehr herausforderndes Jahr” werde, sagte der Vorsitzende im Hauptverband gegenüber der APA. Er verwies darauf, dass man auf der einen Seite mit sinkenden Beitragseinnahmen aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit und auf der anderen Seite mit steigenden Ausgaben vor allem im Bereich der Medikamente konfrontiert sei. So bedeuten die 33.000 Arbeitslosen mehr seit dem Vorjahr für die Krankenkassen 50 Mio. Euro weniger Einnahmen.

Hochpreisige Medikamente verschlingen bereits 25 Prozent des Gesamtbudgets

Im Bereich der Arzneimittel ortet McDonald bei einigen Pharmafirmen eine “aggressive Preispolitik”. Zudem verursacht die kleine Gruppe von hochpreisigen Medikamenten mit einem Packungspreis von über 700 Euro bereits ein Viertel aller Ausgaben für Heilmittel. McDonald verweist aber auch darauf, dass moderne Medikamente auch die Lebensqualität der Menschen verbessern und Operationen vermeiden können.

Pharma soll sparen

Der Hauptverbands-Chef betont jedoch, dass man bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet habe. So stehe man mit der Pharma-Industrie in “harten Verhandlungen” um Preisreduktionen. Dabei soll eine Lücke von 125 Mio. Euro geschlossen werden. So sollen die bestehenden Rabatte von derzeit 18 auf 65 Mio. Euro angehoben und zusätzlich weitere Preisreduktionen von 60 Mio. Euro erzielt werden. (APA)

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