Lebensmittelproduktion: Nährwertkennzeichnung ab Dezember verpflichtend

Für Lebensmittelproduzenten gilt ab Dezember die Nährwertkennzeichnungspflicht. |© Rosel Eckstein/pixelio.de
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Für Lebensmittelproduzenten gilt ab Dezember die Nährwertkennzeichnungspflicht.

Bisher war die Nährwertkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen freiwillig – ab 13. Dezember 2016 gilt sie verpflichtend für verpackte Lebensmittel. Für handwerklich hergestellte Lebensmittel gibt es aber Ausnahmen.

Notwendige Angaben

Was heute schon viele Lebensmittelproduzenten freiwillig machen, ist ab 13. Dezember 2016 Pflicht: Die Hersteller müssen angeben, welche Nährwerte im Produkt enthalten sind. Dazu müssen mindestens sieben Angaben, die sogenannten “Big Seven”, gemacht werden:

Sie sind in folgender Reihenfolge tabellarisch pro 100 g bzw. 100 ml zu nennen:

  • Brennwert
  • Fett
  • gesättigte Fettsäuren
  • Kohlenhydrate
  • Zucker
  • Eiweiß
  • Salz

Eine zusätzliche bzw. alternative Angabe je Portion oder Verzehreinheit ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Der Natrium-Gehalt eines Lebensmittels ist seit 2014 als “Salz” auszudrücken (Umrechnungsformel: Salz = Natrium mal 2,5). Eine Natrium-Angabe innerhalb der Nährwerttabelle ist somit nicht mehr zulässig. Wenn der Salzgehalt in einem Produkt ausschließlich auf die Anwesenheit natürlich vorkommenden Natriums zurückzuführen ist, kann in unmittelbarer Nähe der Nährwertdeklaration ein Hinweis darauf angebracht werden.

Von der Nährwertdeklaration ausgenommen sind folgende Nährstoffe:

  • Kräuter, Gewürze und Mischungen daraus
  • Tafelsüßen (z. B. Süßstoff Tabletten)
  • Aromen
  • Lebensmittelzusatzstoffe
  • Verarbeitungshilfsstoffe
  • Gelatine
  • Hefe
  • Kaugummi
  • Alkoholische Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Natürliches Mineralwasser
  • Lebensmittel in Verpackungen oder Behältnissen, deren größte Oberfläche weniger als 25 cm2 beträgt

 

Ausnahme für Handwerksbetriebe

Ausgenommen sind “Lebensmittel, einschließlich handwerklich hergestellter Lebensmittel, die direkt in kleinen Mengen von Erzeugnissen durch den Hersteller an den Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsgeschäfte abgegeben werden, die die Erzeugnisse unmittelbar an den Endverbraucher abgeben.”

Von der Kennzeichnungspflicht befreit sind damit Handwerksbetriebe, die ihre Erzeugnisse in ihrem eigenen Laden, in mobilen Verkaufsständen oder im Rahmen einer Hauszustellung unmittelbar an Konsumenten abgeben. Auch Handwerksbetriebe, die im Gewerberegister in dieser Form eingetragen sind, müssen ihre verpackten Produkte nicht mit einer Nährwertkennzeichnung versehen, sofern ihre Produkte nur regional und punktuell vertrieben werden. Als regional gilt auch die Abgabe durch lokale Einzelhandelsgeschäfte. Unter punktuell ist zu verstehen, dass das Produkt in einzelnen Geschäften im gesamten Bundesgebiet vertrieben werden kann. Ist ein Produkt allerdings in Supermärkten in ganz Österreich erhältlich, kann nicht mehr von einer punktuellen Abgabe gesprochen werden und die Nährwertkennzeichnung muss auf das Produkt.

Werden Produkte ins Ausland geliefert, so gelten natürlich die Regeln und Ausnahmeregeln, die das jeweilige Land zur Nährwertkennzeichnung erlässt.

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  1. Weitere Informationen der WK Tirol
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