Start up-Paket: So funktionieren Risikokapitalprämie und Lohnkostensenkung

Künftig werden die Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge) für 3 Mitarbeiter für 3 Jahre mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund EUR 100 Mio. gefördert. |© APA
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Künftig werden die Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge) für 3 Mitarbeiter für 3 Jahre gefördert.

Die österreichische Bundesregierung hat Anfang Juli 2016 ein Maßnahmenbündel zur Förderung von innovativen Start ups in Österreich beschlossen.  LBG Österreich hat die Informationen in einem Klienten-Newsletter zusammengetragen.

Lohnnebenkostensenkung für „Innovative Start-ups“

Mit der Risikokapitalprämie und dem Programm zur Förderung von Lohnnebenkosten für „Innovative Start ups“ werden Gründungen gefördert, die mit ihrer Technologie oder ihrem Geschäftsmodell innovativ sind und ein signifikantes Mitarbeiter- oder Umsatzwachstum aufweisen. Ebenso wird von einem Start-up gesprochen, wenn das Unternehmen jung ist und in den zwei Jahren vor Antragstellung eine öffentliche Förderung für ein Forschungs- oder Innovationsprojekt der aws/FFG in Anspruch genommen hat. Dies trifft derzeit auf rd. 1000 Neugründungen pro Jahr zu.

Risikokapitalprämie – Förderung von Beteiligungen an innovativen Start-ups

Der österreichische Risikokapitalmarkt ist im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich ausgeprägt. Vor allem innovative und technologie-orientierte Startups kommen nicht ausreichend zu Risikokapital. Das neue Förderungsprogramm „Zuschuss Risikokapitalprämie“ ist ein Förderprogramm des BMWFW und wird im Einvernehmen mit dem BMF und dem BKA entwickelt. Dem auftraggebenden Ressort werden frische Mittel für das Programm zur Verfügung gestellt. Die Kosten werden auf bis zu rd. € 15 Mio. pro Jahr geschätzt. Das aws-Programm fördert Beteiligungen durch Investoren, die Geschäftsanteile an jungen, innovativen Start-ups erwerben. Unterstützt werden kumulierte Investitionsbeträge bis max. € 250.000 pro Jahr, wobei max. 20% des Beteiligungsbetrags an Investoren rückerstattet werden Die Einreichung erfolgt „online“ über den aws-Fördermanager. Bezugsfähig sind natürliche und juristische Personen, ausgenommen Fonds. Als Beteiligungen gelten hierbei Investitionen in das Eigenkapital. Das investierte Kapital muss nicht zweckgebunden sein. Die Maßnahme gilt befristet für drei Jahre und wird rechtzeitig vor Auslaufen auf ihre Wirksamkeit bzw. allfällige Verlängerung evaluiert.

Förderung von Lohnnebenkosten für innovative Start-ups

Die Förderung von Lohnnebenkosten für innovative und wachstumsstarke Start-ups setzt einen Meilenstein, um Österreich als attraktiven Start up-Standort zu positionieren. Innovations-Start ups schaffen bereits im ersten Jahr ihrer Gründung mehr als 2 Jobs und sind damit deutlich beschäftigungsintensiver als die Masse der Neugründungen. Künftig werden die Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge) für 3 Mitarbeiter für 3 Jahre mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund EUR 100 Mio. gefördert. Zur Vermeidung von Schwelleneffekten schmilzt die Förderung jährlich um 1/3 ab. Im ersten Jahr der Begünstigung werden daher 100% der Dienstgeberbeiträge ersetzt, im zweiten Jahr 2/3 und im dritten Jahr 1/3. Neuanträge mit einer Laufzeit von 3 Jahren können in diesem Gesamtvolumen bis Ende 2019 gestellt werden. Ende 2018 wird die Effizienz des Förderprogramms evaluiert und eine mögliche budgetäre Aufstockung geprüft.

Was sind Lohnnebenkosten?

Geförderte Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge) in %

  • Krankenversicherung 3,78 %
  • Unfallversicherung 1,30 %
  • Pensionsversicherung 12,55 %
  • Arbeitslosenversicherung 3,00 %
  • IESG-Beitrag 0,35 %
  • Wohnbauförderung 0,50 %
  • BMSVG (Mitarbeitervorsorge)
  • 1,53 % Familienlastenausgleichsfonds
  • FLAF 4,50 % Kommunalsteuer
  • 3,00 % Regionale Abgaben (U-Bahnsteuer, Kammerumlage, etc.)
  • 0,40 % Summe 30,9%

Das neue Förderungsprogramm für Lohnnebenkosten von innovativen Startups wird durch die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) ab 1. Jänner 2017 abgewickelt. Die aws fördert dabei die nachweislich bezahlten Dienstgeberbeiträge einmal jährlich. Die anwendbaren Kriterien und die Definitionen dieses Förderprogramms des BMWFW und des BMVIT werden im Einvernehmen mit dem BMF entwickelt. Den auftraggebenden Ressorts werden frische Mittel für das Programm und die für die Abwicklung bei der aws anfallenden Programmmanagementmittel zur Verfügung gestellt.

Die wichtigsten Punkte des Start up-Paketes im Überblick

Risikokapitalprämie und eine Förderung der Lohnnebenkosten sind zentrale Teile des Start up-Paketes, das am 5. Juli vorgestellt wurde. Das Start up-Paket fasst alte und neue Maßnahmen zur Belebung der heimischen Gründerszene zusammen und verspricht mehr Mittel. Die restlichen Punkte, die ebenfalls im NEWSROOM vorgestellt werden:

  • Start-Up Visum,
  • Patent-Check,
  • Gründungs-Fellowships,
  • 24 h Quick-Check,
  • Förder-Pilot

 

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