Was sich in der heimischen Förderlandschaft ändert

KMUs können durch zahlreiche Förderprogramme profitieren. |© Benjamin Klack/pixelio.de
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KMUs können durch zahlreiche Förderprogramme profitieren.

Durch verbesserte Förderungen entstehen neue Chancen auf Unterstützung. Seit 1.1.2017 wurden neue  Förderprogramme umgesetzt. Die WK Tirol hat die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst.

Lohnnebenkostenförderung für innovative Start-ups

Innovative und wachstumsstarke Start-ups, die erstmals Arbeitsplätze schaffen oder geschaffen haben, erhalten jene Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge) ganz oder teilweise ersetzt, die für die ersten drei Arbeitsplätze und über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren bezahlt wurden. Mit dem aws PreCheck können Antragsteller vorab selbst abtesten, ob die geplante oder bereits erfolgte Unternehmensgründung als innovatives Start-up gelten kann.

Risikokapitalprämie für Investorinnen und Investoren, die in innovative Start-ups investieren

Auch hier empfiehlt sich zunächst die Durchführung des Start-up PreCheck durch das Unternehmen. Start-ups können im Antragsverfahren um die Ausstellung einer sogenannten „Start-up Qualifikation“ ansuchen. Die Erteilung der Qualifikation hat den Vorteil, dass sie Investoren die Möglichkeit bietet, für eine Beteiligung am Start-up einen Zuschuss von bis zu 20 %, max. jedoch € 50.000,- (kumuliert) pro Investor und Kalenderjahr zu erhalten. So kommen Start-ups zu finanziellen Mitteln und das Risiko für ein Investment wird optimiert.

KMU-Investitionszuwachsprämie für Kleine und Mittlere Unternehmen

Mit dieser Förderaktion soll ein Anreiz für Unternehmensinvestitionen geschaffen werden, um Wachstums- und Beschäftigungsimpulse zu setzen. Kleine und Mittlere Unternehmen, die aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in abnutzbares Anlagevermögen vornehmen, können für den Investitionszuwachs einen Zuschuss lukrieren. Wichtig ist, dass die Neuinvestitionen über dem Durchschnitt der in den letzten drei Jahren vom Unternehmen durchgeführten Investitionen liegen. Der Zuschuss beträgt für Kleinst- und Kleinunternehmen bis zu 15 % des Investitionszuwachses von mindestens € 50.000,- bis max. € 450.000,-. Bei Mittleren Unternehmen beträgt der Zuschuss bis zu 10 % des Investitionszuwachses von zumindest € 100.000,- bis max. € 750.000,-.
Die Vergabe erfolgt in der Reihenfolge der eintreffenden, vollständigen, beurteilungsfähigen Anträge bis die Budgetmittel verbraucht sind.

Für Betriebe der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft erfolgt die Antragsstellung bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT).

Garantien für Investitionen in Österreich und International

Für Unternehmen, die daran denken im In- oder Ausland zu investieren, gibt es wesentliche Neuerungen! Unter anderem wird per 1.1.2017 der Länderkreis für Investitionen aufgehoben. Das bedeutet, es können nun weltweit Investitionen in diesem Förderprogramm getätigt werden. Weiter wurden die Betragsobergrenzen für Sicherheiten für Bankkredite von zuletzt EUR 7,5 Mio. auf EUR 25 Mio. pro Projekt und von EUR 25 Mio. auf EUR 40 Mio. für die Unternehmensgruppe erhöht.

Ausweitung der aws erp-Kredite

Parallel zu den höheren Obligogrenzen bei den aws Garantien gilt ab 1.1.2017 eine neue Kreditobergrenze bei den aws erp-Krediten. Die aws kann nun für ein Vorhaben bis zu EUR 30 Mio. Kreditvolumen bereitstellen.
Das bisherige aws erp-KMU-Programm steht nun auch Wachstumsprojekten von mittelständischen Unternehmen zur Verfügung. Für Investitionen im Inland, aber auch für Internationalisierungsprojekte gewährt die aws an Unternehmen bis 3.000 Mitarbeitern erp-Kredite zu den Konditionen des KMU-Programms als De-minimis-Beihilfe.

Erweiterung des Kleinkreditprogramms auf Finanzierungen bis EUR 500.000,-

Das bewährte aws erp-Kleinkreditprogramm bietet Finanzierungen für Projekte von Kleinunternehmen nunmehr bis zu einer Kredithöhe von EUR 500.000,- an. Die Projektkosten können dabei auch über diese Grenze hinausgehen, da die diesbezügliche Obergrenze weggefallen ist.

erp-Gründungs-Kleinkredit – Neu ab 1.1.2017

Für Gründerinnen und Gründer und bei Unternehmensnachfolgen / Übernahmen bietet der aws erp-Kleinkredit ab 1.1.2017 besonders attraktive Konditionen: Für ein Finanzierungsvolumen bis zu EUR 500.000,- beträgt der Zinssatz fix 0,5% p.a. und das Zuzählungsentgelt (einmalig) ist auf 0,5 % der Kreditsumme herabgesetzt. Als Gründerin bzw. als Gründer gelten alle Unternehmen bis zum 6. Jahr nach Gründung/Übernahme.

aws IP.Coaching

Entwicklung und Implementierung der IP-Strategie
Unterstützt werden technologieorientierte kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung und Implementierung einer maßgeschneiderten Strategie zur Nutzung des geistigen Eigentums. Drei zusammenhängende Module bestehend aus Beratungsleistungen und finanziellen Zuschüssen werden angeboten.

aws IP.Market

Wirtschaftliche Verwertung von geistigem Eigentum
Unterstützt werden kleine und mittlere Unternehmen, Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen bei der wirtschaftlichen Umsetzung von aussichtsreichen Innovationen oder von neuen Technologien durch die Verwertung des geistigen Eigentums außerhalb des eigenen Unternehmens. Die Förderung erfolgt durch Beratung, Vermarktungsleistungen und finanzielle Zuschüsse.

aws Kapitalmarktprospekt

Das bereits auslaufende Pilot-Förderungsprogramm „aws Kapitalmarktprospekt“, das auch die externen Kosten für die Erstellung, Prüfung und Veröffentlichung von Informationsblättern gemäß Alternativfinanzierungsgesetz mit einem 50 %igen Zuschuss (max. EUR 50.000,-) unterstützt, wird erneut verlängert.

Mehr zum Thema:

  1. Förderinformationen der WK Tirol
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