Steuern: So funktioniert die neue Berechnung der Kleinunternehmergrenze

Niedergelassene Ärzte profitieren administrativ von der neuen Berechnungsart für Kleinunternehmer. |© APA
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Niedergelassene Ärzte profitieren administrativ von der neuen Umsatzberechnung für Kleinunternehmer.

Umsätze von Kleinunternehmern sind bis zur Höhe von 30.000 Euro umsatzsteuerbefreit. Mit 1.1. 2007 hat sich die Berechnung der Umsatzhöhe verändert. LBG Österreich erklärt, wie die Behörden die Kleinunternehmergrenze neu definieren.

Neu: Umsatzsteuerbefreite Dienstleistungen von Kleinunternehmerberechnung ausgenommen

Kleinunternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes sind Unternehmer, deren Umsätze im betreffenden Veranlagungszeitraum 30.000 € nicht übersteigen. Bisher hat die Regelung Umsätze aus Hilfsgeschäften und aus der Geschäftsveräußerung bei der Berechnung der Kleinunternehmergrenze ausgenommen. Seit 1.1.2017 wurde die Berechnung der Umsatzgrenze insoweit geändert, als neben den Umsätzen aus Hilfsgeschäften und Geschäftsveräußerungen nunmehr auch Umsätze im Zusammenhang mit gewissen umsatzsteuerfreien Lieferungen und Leistungen bei der Berechnung der Umsatzgrenze ausgenommen sind. Dies betrifft auch steuerbefreite Umsätze aus Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin.

Administrative Vereinfachung

Durch diese Änderung soll eine Vereinfachung für jene Unternehmer erreicht werden, die neben ihrer grundsätzlich umsatzsteuerfreien Tätigkeit auch geringe steuerpflichtige Umsätze erzielen, da die Anwendung der Kleinunternehmerregelung zum Beispiel auch in der Regel zum Entfall der verpflichtenden Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuererklärungen führt.

Für Arztberuf von besonderem Interesse

Beispiel: Ein selbständiger Arzt erzielt umsatzsteuerfreie Einnahmen aus Heilbehandlungen im Humanbereich in Höhe von 100.000 € und umsatzsteuerpflichtige Einnahmen aufgrund der Erstellung von Gutachten in Höhe von 10.000 € (netto). Nach der alten Regelung wurde die Umsatzgrenze von 30.000 € überschritten. Gemäß der neuen Rechtslage sind die steuerfreien Umsätze aus Heilbehandlungen nicht in die Umsatzgrenze von 30.000 € miteinzubeziehen. Somit unterliegt der Arzt der Kleinunternehmerregelung, sofern er nicht hinausoptiert.

Kein Vorsteuerabzug

Zu beachten ist, dass es sich bei der Kleinunternehmerregelung um eine unechte Steuerbefreiung handelt. Dies bedeutet, dass dem Kleinunternehmer kein Vorsteuerabzug zusteht. Allerdings kann aus der Kleinunternehmerregelung hinausoptiert werden mit der Konsequenz, dass die Umsätze umsatzsteuerpflichtig sind und ein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden kann.

USt-Erklärung in Sonderfällen notwendig

Weiters hat der Kleinunternehmer, obwohl er grundsätzlich von der Verpflichtung zur Abgabe einer Umsatzsteuererklärung befreit ist, eine Umsatzsteuererklärung abzugeben, sofern im Veranlagungszeitraum ausnahmsweise doch Umsatzsteuer zu entrichten ist (z.B. beim innergemeinschaftlichen Erwerb).

 

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