Studie: 70 Prozent der Frauen sind finanziell vom Partner abhängig

Der Trend geht zwar in die richtgie Richtung. Aber immer noch sind 7 von 10 Frauen von ihren Partnern finanzielle abhängig. |© oggy13/pixelio.de
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Der Trend geht zwar in die richtige Richtung. Aber immer noch sind 7 von 10 Frauen von ihren Partnern finanzielle abhängig.

Sieben von zehn Frauen sind immer noch finanziell vom Partner abhängig, heißt es in einer Studie im Auftrag der Erste Bank. Der Trend zeige aber in Richtung finanzieller Eigenständigkeit.  Rund die Hälfte der Paar verfügt ü+ber getrennte Konten. 

Teilzeitarbeit benachteiligt

Themen wie Lohnschere und Teilzeitarbeit verschaffen Frauen finanzielle Nachteile und schränken sie beim Sparen sowie der Altersvorsorge ein. Dennoch bringen Frauen gegenüber Geldthemen enormes Interesse auf und kommen schrittweise dem Ziel von finanzieller Unabhängigkeit näher: In den letzten zwei Jahren ist der Anteil von finanziell abhängigen Frauen um fast 10% gesunken, die Sparsumme der Österreicherinnen steigt konstant und Online Banking wird für Frauen immer interessanter. Anlässlich des Weltfrauentages 2017 stellt die Erste Bank eine repräsentative IMAS-Studie vor und zeigt, welche Rolle Finanzen im Leben von Frauen spielen.

Jedes zweite Paar hat getrennte Konten

Nach wie vor sorgt das liebe Geld in Partnerschaften für reichlich Diskussionsstoff: 64% der Paare geben an, Finanzentscheidungen gemeinsam zu fällen.  In 6 von 10 Beziehungen ist der Mann der Hauptverdiener (59%), ein Aspekt, der in finanzielle Abhängigkeit von Frauen mündet: von diesen sind 69% nicht in der Lage ihren Lebensstandard alleine zu sichern. Trotz dieser dramatischen Zahlen lässt sich eine positive Entwicklung erkennen. Im Zeitraum 2015 – 2017 ist die Zahl der finanziell abhängigen Frauen von 78% auf 69% gesunken. Der Hälfte der ÖsterreicherInnen setzen in der Partnerschaft auf streng getrennte Konten (51%).

Erste Grafik Hauptverdiener (002)Lust auf Sparen hält an

Die monatliche Sparsumme der Österreicherinnen ist in den letzten 3 Jahren um 43 Euro gestiegen und liegt derzeit bei 217 Euro. Auch bei männlichen Sparern gibt es einen kleinen Aufwärtstrend: ihr Sparbetrag liegt derzeit bei 252  Euro monatlich allerdings konnten sie in den letzten Jahren nur um 27 Euro zulegen. Hauptsparmotive bleiben bei Frauen der Notgroschen (30%) sowie die Zukunftsvorsorge (36%).

Jede fünfte Frau denkt häufig über ihre finanzielle Zukunft nach

Frauen sparen weiterhin sicherheitsbewusst und setzen auf traditionelle Sparformen wie Sparbuch (84%) oder Bausparer (72%).  Das Bewusstsein für finanzielle Vorsorge wird auch bei den Veranlagungsoptionen deutlich: 50% sparen für Lebensversicherungen, 42% für die Pensionsvorsorge. Mehr als ein Drittel der Frauen veranlagt in Wertpapiere – ein Wert, der im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben ist (35%).

Bankberater: Informationsquelle Nr. 1

Jede dritte Frau spricht gerne über Finanzthemen und fühlt sich wohl dabei (35%).  Wenn Informationen über Geldangelegenheiten von Nöten sind, wendet sich 8 von 10 Frauen an ihren persönlichen Bankberater (79%).  Dieser wird hauptsächlich in einem Zeitraum von zwei Jahren mindestens ein Mal aufgesucht (68%). Auch das Internet wird für Frauen eine immer beliebtere Informationsquelle: 26%  geben an, im Netz nach Finanzinfos zu suchen. Das ist ein Anstieg von 6% im Vergleich zum Vorjahr.

Mehr Wissen macht Wertpapiere attraktiver

27% der Österreicherinnen, die noch keine Wertpapiere besitzen, würden eine solche Veranlagung in Erwägung ziehen, wenn sie das entsprechende Wissen dazu hätten. Denn oftmals hapert es bei der Erklärung vieler Finanzbegriffe: Begriffe wie Volatilität können fast 90% der Frauen nicht definieren (88%), genau der Hälfte sagt der Begriff ATX etwas (50%), mit Wertpapierfonds können 43% nichts anfangen.

 

Zur Umfrage

Die Erste Bank beauftragte das Marktforschungsinstitut IMAS International für eine telefonische Befragung anlässlich des Weltfrauentags zum Thema Frauen und Finanzen. Im Zeitraum 26.Jänner  bis  3. Februar  2017  wurden 512 Personen unter anderem befragt, wie Finanzangelegenheiten in ihren Partnerschaften organisiert sind, wie viel sie für sich und Familienmitglieder sparen können, in wie fern sie wichtige finanzielle Begrifflichkeiten erklären können, wen sie bei Finanzfragen um Rat fragen und wie sie ihre Bankgeschäfte erledigen..

 

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