E-Control-Industriebefragung: Unzufriedenheit mit Versorgerwettbewerb

01. Dezember 2011 Drucken

Die E-Control GmbH führt seit 2009 einmal im Jahr eine Industriebefragung von Unternehmen mit einem Jahresenergieverbrauch von über zwei GWh durch. In dieser Befragung geht es v.a. um die Einschätzungen der Unternehmen bezüglich der Energiekostenentwicklung und um die Themen Energiemanagement und Energieversorgung. Investitionen für eine gesteigerte Energieeffizienz stehen in nahezu allen Unternehmen auf dem Plan. Die Bindung […]

Die E-Control GmbH führt seit 2009 einmal im Jahr eine Industriebefragung von Unternehmen mit einem Jahresenergieverbrauch von über zwei GWh durch. In dieser Befragung geht es v.a. um die Einschätzungen der Unternehmen bezüglich der Energiekostenentwicklung und um die Themen Energiemanagement und Energieversorgung. Investitionen für eine gesteigerte Energieeffizienz stehen in nahezu allen Unternehmen auf dem Plan. Die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis wird von den Unternehmen in Zweifel gezogen.

Durch eine gute Auftragslage konnten viele Unternehmen die Gesamtenergiekosten nicht senken., heißt es in der Industriebefragung 2011 der E-Control GmbH. Einige Unternehmen gaben an, dass sie, bereinigt um die Mehrproduktion, jedoch effizienter als noch im Vorjahr gearbeitet haben.

  • Die Unternehmen erwarten durch den geplanten Atomausstieg in einigen Ländern steigende Strompreise für ihr Unternehmen. Ein Drittel erwartet eine Verschlechterung der Versorgung.
  • Die Industriebetriebe gehen für das nächste Jahr großteils von steigenden Preisen bei allen Energieträger aus. Unterschiede gibt es hier zwischen den einzelnen Regionen in Österreich. Jedoch werden bei allen Energieträgern und in allen Regionen Preiserhöhungen von über 50% der Unternehmen erwartet.
  • Der Versorgerwettbewerb wird von den Unternehmen als schlecht beurteilt. Einige Unternehmen sprechen von einem nicht vorhandenen Wettbewerb. Speziell im Westen liegen die Werte unter dem österreichischen Durchschnitt.
  • Die Gas- und Strompreise werden noch immer als wenig gerechtfertigt empfunden. Vor allem die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis ist für die Unternehmen nicht mehr nachvollziehbar. Die hohen Preise werden auch auf Spekulationen an den Börsen zurückgeführt.
  • 4 von 5 Unternehmen haben im letzten halben Jahr Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs getroffen. Die Unternehmen investierten in neue Maschinen und Technologien. Außerdem wurden die Mitarbeiter zu energieeffizienterem Verhalten aufgefordert. Im öffentlichen Bereich wurden Raumwärme- und Beleuchtungskonzepte umgesetzt.
  • Durch die letzten Energiepreisänderungen sank bei mehr als der Hälfte der Unternehmen die Rentabilität. Mehr als ein Drittel der Unternehmen erhöhte dadurch auch die Preise ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen. Die Verlagerung der Geschäftstätigkeit ins Ausland oder mehr Mitarbeiter, die von zu Hause arbeiten, ist bei den Unternehmen jedoch kein Thema.
  • Der größte Einfluss auf Veränderungen der Energiekosten ihres Unternehmens haben aus Unternehmenssicht die Preisschwankungen fossiler Energieträger. Umweltkatastrophen und Börsenspekulationen nehmen einen sehr großen Einfluss auf die Preise der Unternehmen.
  • Der öffentliche Sektor ist deutlich weniger energiebewusst, als die anderen. Dennoch beschäftigt er die meisten Energiebeauftragten.