Wie reizvoll ist der Wäschemarkt?

14. Dezember 2011 Drucken

Der Wäschemarkt ist vom Hochpreissegment zur Preiskampfzone geworden. (c) Palmers Aktuellen Medienberichten zufolge soll der österreichische Wäscheriese Palmers verkauft werden. Durch den geplanten Verkauf ist in Österreich der Markteintritt von neuen Playern möglich. Victoria`s Secret soll neben anderen Interessenten bereits ein Verkaufsmemorandum bekommen haben, heißt es bei RegioPlan. Auf starkem Expansionskurs befindet sich hingegen der holländische […]

Der Wäschemarkt ist vom Hochpreissegment zur Preiskampfzone geworden. (c) Palmers

Aktuellen Medienberichten zufolge soll der österreichische Wäscheriese Palmers verkauft werden. Durch den geplanten Verkauf ist in Österreich der Markteintritt von neuen Playern möglich. Victoria`s Secret soll neben anderen Interessenten bereits ein Verkaufsmemorandum bekommen haben, heißt es bei RegioPlan. Auf starkem Expansionskurs befindet sich hingegen der holländische Wäschehändler Hunkemöller: In Deutschland will er eigenen Angaben zufolge unter die Top 3 Playern aufsteigen, in Österreich wurde das erste Outlet im Wiener Donauzentrum eröffnet. Anbieter wie Intimissimi oder H&M haben den Wäschemarkt in den vergangenen 15 Jahren komplett umgekrempelt.

Kaum ein anderer Einzelhandelssektor hat sich in der jüngsten Vergangenheit so stark verändert wie der Wäschemarkt. Zählte Lingerie bis in die Neunzigerjahre noch zum hochpreisigen Warensegment, so haben Anbieter wie Intimissimi oder H&M den Wäschemarkt komplett umgekrempelt, heißt es in einer Aussendung des Standort-Beraters RegioPlan. Mit einer veränderten Preispolitik, die Unterwäsche schon ab ein paar Euro anbietet, und einer Mode, die insbesondere das junge Publikum anspricht, haben sie den Nerv der Zeit getroffen. Konkurrenz kommt aber auch im Bereich mittlerer Altersklassen: Mit einem breiten Sortiment an Wäschemode zu niedrigen Preisen fährt der international agierende Spezialist aus Holland, Hunkemöller, einen dynamischen Expansionskurs. Zusätzlich zu den rund 450 bestehenden sollen in den nächsten dreieinhalb Jahren 220 weitere Shops eröffnet werden.

Ist der Plafond mit 30 Prozent Marktanteil erreicht?
In kaum einem anderen Bekleidungssegment naschen so viele verschiedene Anbieter mit wie im Wäschemarkt. So erreichen spezialisierte Anbieter für Unterwäsche beispielsweise in Österreich einen Marktanteil von „nur“ rund 32 Prozent. Der Bekleidungsfachhandel hat einen deutlich stärkeren Anteil von nahezu 46 Prozent, während an dritter Stelle der Versand- und Internethandel mit 6 Prozent liegt.
Sowohl in Deutschland als auch in Österreich gibt es noch Potenzial nach oben. Durch den geplanten Verkauf von Palmers ist gerade in Österreich der Markteintritt von neuen Playern möglich. Victoria`s Secret soll neben anderen Interessenten bereits ein Verkaufsmemorandum bekommen haben. Auch sind durch einen eventuellen Palmers-Verkauf Marktanteilsverschiebungen möglich. Ebenso ist in Deutschland noch viel Bewegung zu erwarten. Angesichts der Größe des Marktes und des starken Kaufkraftpotenzials sowie einer noch relativ niedrigen Anzahl an spezialisierten Anbietern, werden wir in beiden Märkten noch dynamische Veränderungen erleben.