Österreichs Mittelstand profitierte 2010 von sinkenden Finanzierungskosten

23. Dezember 2011 Drucken

Die österreichischen KMU (kleine und mittlere Unternehmen) erzielten im Bilanzjahr 2009/10 eine durchschnittliche Umsatzrentabilität von rd. 2,5 %. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Ertragskraft damit um 0,16 %-Punkte verbessert.Das Ergebnis vor Finanzerfolg war hingegen deutlich rückläufig (-0,36 %-Punkte). Somit ist das gestiegene Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) ausschließlich auf einen Rückgang der Finanzierungskosten […]

Die österreichischen KMU (kleine und mittlere Unternehmen) erzielten im Bilanzjahr 2009/10 eine durchschnittliche Umsatzrentabilität von rd. 2,5 %. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Ertragskraft damit um 0,16 %-Punkte verbessert.Das Ergebnis vor Finanzerfolg war hingegen deutlich rückläufig (-0,36 %-Punkte). Somit ist das gestiegene Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) ausschließlich auf einen Rückgang der Finanzierungskosten zurückzuführen. 40 Prozent der heimischen KMU verzeichnen bilanzielle Verluste. Dies zeigen die aktuellsten Auswertungen aus der Bilanzdatenbank der K auf Basis von über 67.000 Jahresabschlüssen.

Eine Durchschnittsbetrachtung alleine beschreibt die Ertragslage der österreichischen KMU jedoch nach Aussage der KMU-Forschung Austria nur ungenügend. Während im Bilanzjahr 2009/10 rd. 60 % der kleinen und mittleren Unternehmen Gewinne erwirtschaften konnten, befanden sich knapp 40 % in der Verlustzone. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften setzt die KMU FORSCHUNG AUSTRIA einen kalkulatorischen Unternehmerlohn (für die Arbeitsleistung des Unternehmers bzw. der Unternehmerin) an, um eine Vergleichbarkeit mit Kapitalgesellschaften herzustellen. Somit bedeutet ein negatives Ergebnis in diesen Fällen, dass dieser Mindestunternehmerlohn nicht verdient werden konnte. Rd. 16 % der Betriebe wiesen ausgezeichnete Renditen von 10 % und mehr auf, demgegenüber standen jedoch rd. 13%, die Verluste von 10% und mehr hinnehmen mussten.

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Unternehmensgröß geht zu Lasten des Ertrages
Eine Betrachtung nach Größenklassen zeigt, dass innerhalb der KMU sowohl der Betriebserfolg als auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit zunehmender Betriebsgröße sinken. So erreichen die

  • Kleinstbetriebe im aktuellen Bilanzjahr 2009/10 eine Rendite von rd. 2,8 %,
  • die Kleinbetriebe rd. 2,6 % und
  • die Mittelbetriebe rd. 2,4 %.

Der Betriebserfolg war im Vorjahresvergleich in allen drei Größenklassen rückläufig; ebenso das Finanzergebnis, wobei die rückläufigen Finanzierungskosten nur bei den Kleinst- und Mittelbetrieben (und nicht bei den Kleinbetrieben) zu einer Verbesserung des EGT geführt haben.

Das sinkende Ergebnis vor Finanzerfolg sowie die mit steigender Unternehmensgröße sinkende Umsatzrentabilität sind auch Ausdruck einer hohen Wettbewerbsintensitität auf den Absatzmärkten der KMU“, heißt es in der der KMU FORSCHUNG Austria. „Die geringfügige Verbesserung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist positiv, das Niveau insgesamt jedoch noch nicht ausreichend“.