ÖHV-Destinationsstudie: Zillertal und burgenländische Thermenwelt sind beliebteste Urlaubsregionen

11. Januar 2012 Drucken

Das Zillertal nimmt bei Nächtigungen und Umsatz jeweils den zweiten Platz ein – die bringt die Spitzenposition unter den heimischen Destinationen. (c) Zillertal Tourismus GmbH Beim Ranking der beliebtesten Urlaubsziele in Österreich rangiert das Zillertal an erster Stelle. Auf Platz zwei folgt die Thermenwelt Burgenland, die sogar noch besser abschneidet als die langjährige Erfolgsdestination Wien auf […]

Das Zillertal nimmt bei Nächtigungen und Umsatz jeweils den zweiten Platz ein – die bringt die Spitzenposition unter den heimischen Destinationen. (c) Zillertal Tourismus GmbH

Beim Ranking der beliebtesten Urlaubsziele in Österreich rangiert das Zillertal an erster Stelle. Auf Platz zwei folgt die Thermenwelt Burgenland, die sogar noch besser abschneidet als die langjährige Erfolgsdestination Wien auf Rang drei. Gleich dahinter liegen die Stadt Salzburg und das Großarltal, wie aus der Destinationsstudie der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) hervorgeht. Ebenfalls unter den Top-10 des Landes finden sich der Erhebung zufolge das Waldviertel und die Wiener Alpen (Niederösterreich) sowie Graz und das Mühlviertel.

Das Zillertal kommt sogar auf zwei zweite Plätze, bei Nächtigungen und Umsatz, der sechste Platz bei der Auslastung vervollständigt das beste Gesamtergebnis unter allen 89 österreichischen Destinationen und damit den ersten Platz im Fünf-Jahres-Vergleich der ÖHV-Destinationsstudie.
Die Thermenwelt Burgenland punktet mit Platz zwei bei der Auslastung. Platz sieben bei den Nächtigungen und Platz acht beim Umsatz festigen den zweiten Gesamtrang.
Wien führt mit Nächtigungen und Umsatz zwei Einzelrankings an. Der 25. Platz bei der Auslastung ergibt in Summe Rang drei.

Stadt Salzburg und Umgebungsorte liegen bei Nächtigungen und Umsatz direkt hinter Wien und dem Zillertal auf Platz drei, bei der Auslastung auf dem 22. Platz.
Das Großarltal sticht durch den dritten Platz bei der Auslastung hervor, Platz zwölf bei den Nächtigungen und Platz 24 beim Umsatz ergeben den fünften Platz im Gesamtranking.
Platz 1 bei der Auslastung geht an die Destination Imst-Gurgltal, die mit Platz 46 bei den Nächtigungen und Platz 68 beim Umsatz auf den 38. Gesamtrang kommt.

Die Plätze in den einzelnen Kategorien ergeben sich aus der Reihung der Mittelwerte der jährlichen absoluten Veränderungen (2005 auf 2006, 2006 auf 2007 usw. bis 2009 auf 2010). Rang 1 wurde dabei dem jeweils besten Wert zugeschrieben, Rang 89 dem schlechtesten. Der Mittelwert der Rangzahlen ergibt das Endergebnis, der niedrigste Wert wiederum den besten Gesamtrang, der höchste den schlechtesten.

Hoteliersvereinigung ermittelt die besten Ferienziele Österreichs.

Angebotsnetzwerke statt schöner Landschaft
Prof. Dr. Pietro Beritelli, Prof. Dr. Thomas Bieger und Prof. Dr. Christian Laesser von der Universität St. Gallen analysieren in der ÖHV-Destinationsstudie die Herausforderungen der Destination der Zukunft. Für das Tourismusmarketing werde eine professionelle Aufgabenteilung, die der zunehmenden Partikularisierung in der Nachfrage und der Konsolidierung im Angebot Rechnung trägt, notwendig. Die Autoren schlagen vor, vom geographischen Destinationsverständnis abzurücken und vielmehr Angebotsnetzwerke in den Vordergrund zu stellen, die mit ihrem Know-how gezielt Special Interest Groups ansprechen und für diese auch Angebote entwickeln können. Entsprechend sei die Finanzierung des Tourismusmarketings zu überdenken: Künftig werden nicht Institutionen finanziert, sondern Leistungen bezahlt, heißt es in der Studie.

Bunter Gästemix führt zum Erfolg
Im Rahmen der Tourismusstrategie hat ein Expertenbeirat mögliche Wachstumspfade für Tourismusexporte skizziert: Bleibt die Herkunftsstruktur der Gäste unverändert, bleibt das jährliche Wachstum bei 2 %. Mit mehr internationalen Gästen könnte es auf 3 % p. a. steigen. Wirtschaftlich macht das Sinn, wie die ÖHV-Destinationsstudie zeigt: Die Annahmen sind bestätigt: Destinationen mit einem höheren Gästemix sind erfolgreicher: Mit dem Anteil der internationalen Gäste steigt die Aufenthaltsdauer. Je mehr internationale Gäste, umso höher die Auslastung. Das gilt speziell für klassische Ferienregionen: Haupturlaube werden tendenziell länger geplant und laufen oft strukturierter ab. Drittens erwirtschaften international ausgerichtete Regionen höhere Umsätze: Je professioneller ein Betrieb, umso aktiver die Bewerbung. Qualitätsbetriebe mit hohen Investitionen sind unschlagbare Werbeträger, die weit über die Region hinaus Wirkung zeigen. Voraussetzung dafür sind der Zugang zu neuen Märkten und die Erreichbarkeit einer Region – also einerseits genug Tourismuswerbung, andererseits adäquate Verkehrsinfrastruktur und Einreisebestimmungen.

Österreichs internationalste Destinationen
Um die Internationalität der Destinationen messen zu können, wurden die Nächtigungen nach Herkunftsländern gegliedert und in einem zweiten Schritt ermittelt, wie viele Nationen benötigt werden, um 75 % der Gesamtnächtigungen zu erreichen. International besticht Österreich mit Kultur und Wintersport: In den Top-Ten finden sich neben den Städten Wien, Innsbruck und Salzburg ausschließlich Wintersportdestinationen. Die Bundeshauptstadt hat in Sachen Internationalität erwartungsgemäß die Nase vorne, sie benötigt 12 Nationen, um 75 % ihrer Gesamtnächtigungen zu erreichen und hat damit das internationalste Publikum gefolgt von Innsbruck und seinen Feriendörfer sowie der Ferienregion Zell am See/Kaprun mit jeweils 8 bzw. der Stadt Salzburg mit Umgebungsorten mit 7 Herkunftsmärkten für 75 % der Nächtigungen.