Wien: Fußgängerzone an der Mariahilferstraße beeinflusst Einzelhandel und Immobilienpreise

19. Januar 2012 Drucken

In den österreichischen Medien kursieren derzeit verschiedene Varianten zur Reduktion des Autoverkehrs auf der beliebten Einkaufsmeile Wiens, der Mariahilferstraße. Der  Standortberater RegioPlan untersuchte drei Varianten, wie eine Fußgängerzone an und rund um Österreichs wichtigste Einkaufsstraße ausssehen könnten – und wie sich diese auf das Käuferverhalten auswirken. Die Studie spielt drei Szenarien durch.  Mit einer Verkaufsfläche von rund […]

Gerngross auf der Mariahilferstraße

Mariahilferstraße soll Fußgängerzone werden - und keiner weiß, was rauskommt. (c) ruh

In den österreichischen Medien kursieren derzeit verschiedene Varianten zur Reduktion des Autoverkehrs auf der beliebten Einkaufsmeile Wiens, der Mariahilferstraße. Der  Standortberater RegioPlan untersuchte drei Varianten, wie eine Fußgängerzone an und rund um Österreichs wichtigste Einkaufsstraße ausssehen könnten – und wie sich diese auf das Käuferverhalten auswirken. Die Studie spielt drei Szenarien durch. 

Mit einer Verkaufsfläche von rund 160.000 Quadratmetern und einem Aufkommen von circa 70.000 Passanten pro Tag gehört die Mariahilferstraße zu den wichtigsten Handelsagglomerationen dieses Landes. International beliebte Marken, große Flagshipstores sowie der unschlagbare Mietermix mit einem Flächenanteil im Bereich Mode von 70 Prozent machen die Straße zur wichtigsten Freiluft-Shopping-Meile des Landes. Die Straße kann sowohl öffentlich als auch mit individuellen Verkehrsmitteln erreicht werden. Dies gepaart mit dem Argument, dass Architektur und Gastronomie für eine angenehme Einkaufsatmosphäre sorgen, machen die Straße zu einem solchen Magnet.

Weniger Autos, frischere Luft, weniger Umsatz?
Drei Varianten zur Verkehrsberuhigung der Straße wurden kürzlich der Öffentlichkeit präsentiert.

  • Die erste Variante sieht die Einrichtung einer Fußgängerzone von der Stiftgasse bis zur Otto-Bauer-Gasse vor. Dies würde die Straße in eine A- und B-Lage aufteilen. Jene Zonen an den beiden Enden dieser Straße würden noch stärker degradiert – jetzt schon weisen die Zonen in der Nähe des Westbahnhofs und des Museumsquartiers schwächere Frequenzen auf.
  • Die zweite Variante eines sogenannten shared space, wo lediglich die Vorsicht und nicht Verkehrsschilder, Ampeln, Verbote, etc. den Verkehr regeln, würde sich ebenfalls negativ auswirken: Wenn jeder dauernd aufpassen muss, bedeutet dies eine erhöhte Stresssituation auch für den Passanten und damit für den Konsumenten. Dadurch ist die Lust am Shoppen geringer beziehungsweise werden andere Handelsagglomerationen interessanter.
  • Die dritte Variante sieht je nach Zone eine Kombination aus Fußgängerzone und shared space vor. Mit den vorher genannten negativen Auswirkungen kann man auch im Falle dieser Variante rechnen.