Neuerungen am österreichische Energiemarkt – von Stromkennzeichnung bis Smart Metering

20. Januar 2012 Drucken
Neuerungen am österreichische Energiemarkt  – von Stromkennzeichnung bis Smart Metering
© Axel Hoffmann/pixelio.de

Mit Inkrafttreten des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes 2010 (ElWOG 2010) und des E-Control Gesetzes mit 3. März 2011 wurden 2011 die Rahmenbedingungen des österreichischen Energiemarktes stark verändert.  Im Vorjahr wurden zahlreiche Themen geregelt bzw. angekündigt: Neue Stromkennzeichnung, der Roll out für Smart Metering, ein neues Energieeffizienzgesetz sowie neue Transparenzbestimmungen für den Gas und Strommarkt. Viele der Bestimmungen […]

Mit Inkrafttreten des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes 2010 (ElWOG 2010) und des E-Control Gesetzes mit 3. März 2011 wurden 2011 die Rahmenbedingungen des österreichischen Energiemarktes stark verändert.  Im Vorjahr wurden zahlreiche Themen geregelt bzw. angekündigt: Neue Stromkennzeichnung, der Roll out für Smart Metering, ein neues Energieeffizienzgesetz sowie neue Transparenzbestimmungen für den Gas und Strommarkt. Viele der Bestimmungen haben mit Jahreswechsel ihre Gesetzeskraft entfaltet oder werden im Laufe des Jahres in Kraft treten.

Neue Stromkennzeichnung in Kraft
Am 14. September 2011 wurde die neue Stromkennzeichnungs-Verordnung veröffentlicht, die sich durch strenge Bestimmungen zur Ausstellung und Verwendung von Herkunftsnachweisen auszeichnet. Endkunden können nun klar nachvollziehen aus welchen unterschiedlichen Quellen ihr Strom stammt und besitzen somit ein zusätzliches Qualitätskriterium bei der Auswahl ihres Energielieferanten. Die Bestimmungen zur Ausgestaltung der Stromkennzeichnung wurden mit 1. Jänner 2012 rechtlich verbindlich.

Grundsteine für Smart Metering Roll-Out werden gelegt
Mit der am 25. Oktober 2011 veröffentlichten Verordnung zu den technischen Mindestanforderungen an die neuen Messgeräte, wurde ein erster Grundstein für die österreichweite Implementierung von Smart Metern gelegt. In der Verordnung ist unter anderem die Messung und Speicherung von Zählerständen festgelegt, die Speicherdauer der erfassten Daten sowie die Häufigkeit der Ausgabe der Daten an den Netzbetreiber definiert. Damit haben die Netzbetreiber nunmehr Investitionssicherheit in Bezug auf die von ihnen angekauften Geräte. Und die technischen Mindeststandards sollen auch gewährleisten, dass die jetzt angeschafften Geräte zukunftssicher sind.
2012 wird ein entscheidendes Jahr für den Roll-Out von Smart Metering sein. Aktuell ist die Verordnung des Wirtschaftsministeriums für den Fahrplan zur Implementierung in Begutachtung. Die E-Control arbeitet bereits an ihrer zweiten Verordnung. In dieser soll unter anderem festgelegt werden, welches Datenformat zum Austausch der Verbrauchsdaten zwischen Netzbetreiber und Lieferant in Zukunft zur Anwendung kommt, und wie Kundeninformationen, die mit Smart Meter erhoben werden können, aufbereitet sein müssen, um zur Steigerung der Energieeffizienz in Österreich beitragen zu können. Die Verordnung soll noch im ersten Quartal 2012 in Begutachtung geschickt werden.

Neues Energieeffizienzgesetz in AUT geplant
Das Jahr 2012 wird vor allem auch richtungsweisend für das Thema Energieeffizienz sein. Die Europäische Kommission wird eine neue Richtlinie zur Energieeffizienz auf den Weg bringen,  in Österreich ist ein bundesweites Energieeffizienzgesetz geplant. Ein entscheidender Faktor wird dabei sein, welche Rolle die Energieversorger in Zukunft bei der Steigerung der Energieeffizienz haben werden und welche Maßnahmen ergriffen, umgesetzt und auch überwacht werden.

Umsetzung des neuen Gasmarktmodells
Mit 20. Oktober 2011 wurde das neue Gaswirtschaftsgesetz beschlossen. Das Gesetz sieht vor, dass die Fernleitungsnetzentgelte nicht mehr auf Basis von Vertragspfaden, sondern auf Basis eines Entry-Exit-Systems ausgestaltet werden sollen. Die dadurch vorgesehenen Änderungen bedeuten für den österreichischen Gasmarkt eine durchgehende Umgestaltung der bisherigen Prozesse und die Etablierung eines virtuellen Handelspunktes in Österreich. Damit wird eine höhere Liquidität und folglich mehr Wettbewerb geschaffen. Das neue Marktmodell ist bis 1. Jänner 2013 umzusetzen.

Mehr Transparenz im Energiegroßhandel
Wesentliche Verbesserungen erhofft sich E-Control hinsichtlich der Transparenz. Am 28. Dezember 2011 ist die EU-Verordnung über „Integrität und Transparenz des Energiemarkts“ (REMIT)  in Kraft getreten. Diese soll gewährleisten, dass die auf den Energiegroßhandelsmärkten gebildeten Preise auf ein faires und auf den Wettbewerb beruhendes Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage zustande kommen. Vor allem sollen aus Marktmissbräuchen keine unrechtmäßigen Gewinne gezogen werden. Personen, die über Insider-Informationen in Bezug auf den Energiegroßhandelsmarkt verfügen, ist es seit 28. Dezember 2011 untersagt, diese zu nutzen. Die Verordnung schreibt zudem vor, dass bestimmte Insider Informationen – etwa über die Kapazität und die Nutzung von Anlagen zur Erzeugung und Speicherung, zum Verbrauch oder zur Übertragung von Strom und Erdgas – zu veröffentlichen sind.

2011: Neustart für Regulierungsbehörde mit erweiterten Kompetenzen
Zehn Jahre nach ihrer Gründung wurde die E-Control GmbH mit 3. März 2011 in eine Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt und ihre Organe bei der Wahrnehmung regulatorischer Aufgaben völlig weisungsfrei gestellt. Die Neuorganisation der
E-Control mit Walter Boltz und Martin Graf an der Spitze konnte am 31. März abgeschlossen und die erweiterten Aufgaben und Kompetenzen der Regulierungsbehörde in Angriff genommen werden. „