Hotelinvestements in Österreich 2011 nahezu verdoppelt

16. Februar 2012 Drucken

Der österreichische Hotelimmobilienmarkt hat sich im vergangenen Jahr auffallend gut entwickelt. Lag das Investmentvolumen im Jahr 2010 noch bei € 240 Millionen, so stieg dieses im vergangenen Jahr auf rund € 420 Millionen. Das Hauptvolumen von € 330 Millionen (80% aller Deals) bezieht sich dabei auf Wien – hier wurden 2011 einige Luxushotels in bester […]

Der österreichische Hotelimmobilienmarkt hat sich im vergangenen Jahr auffallend gut entwickelt. Lag das Investmentvolumen im Jahr 2010 noch bei € 240 Millionen, so stieg dieses im vergangenen Jahr auf rund € 420 Millionen. Das Hauptvolumen von € 330 Millionen (80% aller Deals) bezieht sich dabei auf Wien – hier wurden 2011 einige Luxushotels in bester Innenstadtlage verkauft. Imperial, Bristol, Intercontinental, Ritz Carlton, oder die NH Hotels am Flugjhafen sind Beispiele dafür.

Das österreichische Hotelinvestmentbusiness ist stark in ausländischer Hand, denn rund 77% der Investoren in diesem Segment kamen aus dem Ausland, wobei hier vor allem nichteuropäische Investoren aus Kasachstan, Libanon und den USA tonangebend waren. 23% der Investments wurden von Österreichern getätigt, bei denen vor allem private Investoren sehr aktiv waren. „Die Renditen bei Luxushotels in der Wiener Innenstadt liegen teilweise unter 5% und dokumentieren die hohe Attraktivität der Stadt aus Hotelinvestorensicht”, heißt es in einer Studie von  CBRE, früher CB Richard Ellis.

Die wichtigsten Investments am österreichischen Hotelmarkt im Jahr 2011
Zu den größten Hotelinvestments des Jahres 2011 zählte das (noch nicht eröffnete) Ritz Carlton (vormals geplante Shangri La) Hotel am Stubenring mit ca. 24.000m² Nutzfläche, das an Verny Capital ging – einen Investor aus Kasachstan. Dieser Deal hätte bereits 2010 stattfinden sollen, wurde aber nun erst 2011 abgewickelt.
Das InterContinental Vienna mit 458 Zimmern ging – als Teil eines sieben Hotels umfassenden europäischen Morgan-Stanley-Portfolios – an einen libanesischen Geschäftsmann.
Die NH Hotels am Flughafen Wien sowie im Zentrum von Salzburg wurden gemeinsam mit drei deutschen NH Hotels für €170 Millionen an die Invesco Real Estate aus Luxemburg verkauft.
Die Imperial Hotels Austria AG trennte sich von ihren drei Luxushotels Bristol und Imperial (Wien) sowie Goldener Hirsch (Salzburg). Während Starwood Hotels & Resorts, vorher Großaktionär der Imperial Hotels Austria AG, die Mehrheitsanteile an den Hotels Imperial sowie Goldener Hirsch erworben hat , bekam das 140 Zimmer umfassende Hotel Bristol mit der Sacher-Gruppe der Familie Gürtler einen österreichischen Eigentümer.
Das bekannte Schlosshotel Velden am Wörthersee wechselte ebenfalls den Eigentümer und gehört nun der Karl Wlaschek zugerechneten Amisola Immobilien AG. Den operativen Betrieb hat die Falkensteiner Michaeler Tourism Group bereits im Herbst 2011 übernommen, Verkäufer war die Hypo Alpe Adria Group.

Entwicklung des deutschen Hotelmarktes 2011
Der deutsche Hotelinvestmentmarkt kann 2011 eine positive Bilanz vorweisen. Nachdem sich bereits 2010 das Transaktionsvolumen von Hotelinvestments (inklusive Transaktionen unterhalb der € 10 Millionen-Marke und Projektentwicklungen) gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt hatte, konnte 2011 aufgrund einer regen Investitionsdynamik im ersten Halbjahr eine weitere Steigerung um 22,4% auf rund € 1,1 Milliarden registriert werden. Entsprechend erhöhte sich auch bei den institutionellen Investmentprodukten (jeweils größer als € 10 Millionen) der Investmentumsatz um 18,8% auf rund € 950 Millionen (ohne Projektentwicklungen).
Dass Deutschland als sicherer Anlagehafen und als einer der wichtigsten Hotelinvestmentmärkte in Europa gilt, belegt die sehr dynamische Investitionstätigkeit ausländischer Investoren, die 2011 für knapp 60% des Transaktionsvolumens verantwortlich waren. So kamen rund 75% der ausländischen Investoren aus Europa – vor allem aus Norwegen, Großbritannien sowie der Schweiz – und 25% aus dem außereuropäischen Ausland wie etwa Singapur, dem Libanon oder aus Israel.
2011 konzentrierte sich der Anlagefokus der nationalen wie internationalen Investoren überwiegend auf die fünf großen deutschen Städte, die knapp zwei Drittel des gesamten Investitionsvolumens auf sich vereinigen konnten: Dabei war Frankfurt mit über € 350 Millionen der aktivste Investmentmarkt, gefolgt von Berlin mit € 220 Millionen.