Finanzielle "Betriebshilfe" für burgenländische Kleinunternehmen bei Unfällen

28. Februar 2012 Drucken
Die Wirtschaftskammer Burgenland bietet gemeinsam mit der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) Unterstützung für burgenländischen Unternehmer an. Das Projekt „Betriebshilfe“ hilft Klein- und EinzelunternehmerInnen bei Unfall, Krankheit oder Schwangerschaft. Der Verein übernimmt den Mehraufwand einer Betriebshilfe und schießt 11,82 Euro pro bezahlter Arbeitsstunde zu. Die Höchstdauer der Unterstützung ist mit 70 Tagen beschränkt. Im Jahr 2011 wurden für Leistungen im Rahmen der burgenländischen Betriebshilfe fast 120.000 Euro ausgeschüttet.Die Initiative wurde vor zehn Jahren von Frau in der Wirtschaft ins Leben gerufen. Weitere Betriebshilfe-Initiativen – allerdings mit unterschiedlichen Unterstützungssätzen – existieren auch in weiteren Bundesländern.

Die burgenländischen Unternehmer sind Einzelkämpfer. Mehr als die Hälfte sind Ein Personen-Unternehmen und auch darüber hinaus ist die burgenländische Wirtschaft eher kleinstrukturiert. Die existenzielle Bedrohung ist groß, wenn der Unternehmer durch eine Krankheit oder einen Unfall länger ausfällt. Die Wirtschaftskammer bietet gemeinsam mit der SVA Unterstützung an, um derartige Situationen zu überbrücken.

Unterstützung bei finanziellem Mehraufand
Die finanzielle Unterstützung soll den Mehraufwand teilweise abdecken, der durch die Beschäftigung einer Betriebshilfe entsteht Bis zu 11,82 € pro Stunde werden für höchstens 40 Stunden pro Woche und bis zu einer Höchstdauer von 70 Tagen pro Kalenderjahr gewährt. Der Zuschuss darf jedoch 80 Prozent der angefallenen Kosten nicht überschreiten.

10 Jahre Betriebshilfe im Burgenland
Vor 10 Jahren hat der Verein Betriebshilfe für die Wirtschaft die Unterstützung für Klein- und Kleinstunternehmen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer im Burgenland übernommen. Seit 2008 erfüllt sie gemeinsam mit der SVA diese Aufgabe. Die Anzahl hat sich von anfangs zehn Anträgen mehr als vervierfacht. Die Gründe für die Ausfälle reichen von Schwangerschaft über Operationen bis hin zu Autounfällen und Krebserkrankungen. Besonders in den handwerklichen Betrieben war Hilfe gefragt. Die Palette reicht von der Friseurbranche über Tischler- bis hin zu Steinmetzbetrieben und Handelsunternehmen.
Im Jahr 2011 wurden für Leistungen im Rahmen der Betriebshilfe fast 120.000 Euro ausgeschüttet.

Voraussetzungen für die Betriebshilfe bei Unfall und Krankheit sind:

  • Pflichtversicherung in der Krankenversicherung nach dem GSVG.
  • Der Versicherte ist wegen einer Krankheit, eines Unfalles, eines Krankenhausaufenthaltes, eines anschließenden Heilverfahrens in einer Sonderkrankenanstalt bzw. in einem Rehabilitationszentrum oder eines Genesungsaufenthaltes für mehr als 14 Tage arbeitsunfähig.
  • Die Betriebshilfe ist zur Aufrechterhaltung des Betriebes notwendig. Das heißt, dass diese nur für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit des Versicherten beschäftigt und auch angemeldet wird.
  • Das Gesamteinkommen (versicherungspflichtige und andere Einkünfte) überschreitet nicht den Betrag von 18.370,56 Euro jährlich bzw. 1.530,88 Euro monatlich (Wert 2012) oder es wird glaubhaft gemacht, dass die derzeitigen persönlichen Einkommensverhältnisse die Aufrechterhaltung des Betriebes ohne Betriebshilfe nicht zulassen.

Voraussetzungen für die Betriebshilfe bei Schwangerschaft sind:

  • Voraussetzung bei der Betriebshilfe nach der Mutterschaft ist, dass die Pflichtversicherung in der Krankenversicherung nach dem GSVG aufrecht bleibt. Es darf also kein Nichtbetrieb bzw. keine Verpachtung der Gewerbeberechtigung vorliegen.
  • Anspruch auf Betriebshilfe (bzw. Wochengeld) haben Mütter für die Dauer der letzten acht Wochen vor der Entbindung, für den Entbindungstag selbst und für die ersten acht Wochen nach der Entbindung. Bei einer Mehrlingsgeburt, Frühgeburt oder einer Kaiserschnittgeburt verlängert sich die Frist nach der Entbindung auf zwölf Wochen.

Seit 1.2.2010 ist die Inanspruchnahme von Leistungen der Betriebshilfe auch für
die Zeit der Pflege eines behinderten Kindes möglich. Weitere Betriebshilfe-Initiativen – allerdings mit unterschiedlichen Unterstützungssätzen – existieren auch in weiteren Bundesländern.