Weinlese 2011: Höhere Erträge bei hervorragender Qualität

01. März 2012 Drucken
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Weinlese 2011 brachte Traumkombination von Menge und Qualität. (c) ruh

Auf einer nahezu unveränderten Fläche von 43.800 ha wurde laut Statistik Austria im Jahr 2011 (Stichtag 30. November) eine Weinernte von 2.814.800 hl eingebracht. Der Produktionsschnitt der letzten 5 Jahre wurde damit um 18% übertroffen, die extrem schwache Vorjahresernte wurde um fast 1,1 Mio. hl (+62%) überschritten. Auf Weißwein entfielen 1,9 Mio. hl (+25% zum Fünfjahresschnitt) und auf Rotwein 964.400 hl (+5% zum Fünfjahresschnitt). Grundlegend für die überdurchschnittlich hohe Produktion waren günstige Witterungsbedingungen zur Weinblüte, die einen guten Traubenansatz brachten. Starke Winter- und Spätfröste in den nördlichen und östlichen Landesteilen ließen jedoch vorerst stärkere Ertragseinbußen in exponierten Lagen erwarten. Letztendlich blieben signifikante Ausfälle auf das Burgenland beschränkt, wo zudem auch massiver Hagelschlag verzeichnet wurde. Aufgrund der weitgehend optimalen Witterungsbedingungen in der zweiten Jahreshälfte mit vielen Sonnenstunden und ausreichend Niederschlag wurde nicht nur das mengenmäßige Potential dieses Jahrganges voll ausgeschöpft, sondern auch die Qualität des Traubenmaterials als sehr zufriedenstellend eingestuft.

Burgenland mit Hagelschäden
Im Bundeslandvergleich schnitt das Burgenland mengenmäßig am ungünstigsten ab. Frost- und Hagelschäden – besonders im Gebiet Neusiedlersee-Hügelland und im Mittelburgenland – drückten die dortige Weinernte unter den 5-Jahres-Schnitt (694.100 hl; -2%). In den anderen Bundesländern waren hingegen zweistellige Zuwächse zu verzeichnen. Mit 1,8 Mio. hl legte Niederösterreich um 22% gegenüber dem Vergleichszeitraum der letzten 5 Jahre zu. Im größten Weinbaugebiet, dem Weinviertel, konnte mehr als 1 Mio. hl Weinmost (+69% zu 2010; +19% zum 5-Jahres-Schnitt) produziert werden. Auch die Steiermark notierte markante Mengenzuwächse auf 295.300 hl (+66% zu 2010; +55% zum 5-Jahres-Schnitt).

Qualitätsweine werden mehr
Im Hinblick auf die Qualitätsstufen konnte das Segment der Qualitäts- und Prädikatsweine um 56% auf 2,3 Mio. hl (+11% zum 5-Jahres-Schnitt) zulegen. Die stärksten Zugewinne waren in der Steiermark auf 246.800 hl (+74% zu 2010) zu verzeichnen. Bei Wein und Landwein verdoppelte sich die Produktionsmenge im Vorjahresvergleich auf 498.500 hl, wobei Niederösterreich mit einem Plus von 129% auf 351.000 hl besonders herausragte.

Weinbestand 2011 auf tiefstem Wert seit 1998
Der Weinbestand 2011 verzeichnete mit 2,2 Mio. hl (-19% zu 2010) den geringsten Wert seit dem Jahr 1998, womit der durchschnittliche Bestand der letzten 5 Jahre um 20% unterschritten wurde. Nach der äußerst geringen Weinernte 2010 waren speziell am Weißweinsektor massive Rückgänge auf 1,1 Mio. hl (-23% zu 2010) auszumachen, aber auch der Bestand an gelagerten Rotweinen (1,1 Mio. hl; -14% zu 2010) schwand beträchtlich. Qualitäts- und Prädikatsweine verbuchten einen Rückgang der Lagermenge um 22% auf 1,6 Mio. hl; auch hier gingen Weißweine überdurchschnittlich (-30% zu 2010) auf 712.900 hl zurück, Rotweine wiesen einen verhältnismäßig geringeren Rückgang von 14% auf 917.400 hl auf. Mit einem Minus von 26% auf 997.300 hl hielt Niederösterreich 61% des Qualitäts- und Prädikatsweinlagers, gefolgt vom Burgenland mit 492.900 hl (Anteil von 30%) und der Steiermark mit 107.000 hl (Anteil von 7%). Bei Wein und Landwein konnte mit 296.400 hl ein Bestandsminus von 31% festgestellt werden; sowohl Rotweine (130.800 hl; -28%) als auch Weißweine (165.500 hl; -33%) gingen deutlich gegenüber dem Vorjahresstand zurück. Schaumwein und sonstige Erzeugnisse (116.800 hl; -2%) lagen geringfügig unter dem Lagerstand des Vorjahres, während Traubenmost (4.700 hl; +90% zu 2010) sowie Wein aus Drittländern mit 7.100 hl um 79% zulegten. Im Bundeslandvergleich hielt Niederösterreich mit 1,3 Mio. hl (-23% zu 2010) den größten Weinbestand, gefolgt vom Burgenland mit 570.300 hl (-19% zu 2010), der Steiermark mit 154.400 hl (+25% zu 2010) sowie Wien mit 97.300 hl (+4% zu 2010).