Griechenland erhält die notwendigen Zustimmungen

09. März 2012 Drucken

Athen (APA) – Bei der Rettung vor dem Staatsbankrott hat Griechenland eine entscheidende Hürde genommen. Wie die Regierung am Freitag in Athen mitteilte, lag die Annahmequote bei dem Anleihetausch bei 85,8 Prozent. Athen kann mit einer Entlastung von über 100 Milliarden Euro planen. Damit ist der Weg für das zweite Rettungspaket freigemacht. Die Verweigerer sollen nun zwangsweise […]

Athen (APA) – Bei der Rettung vor dem Staatsbankrott hat Griechenland eine entscheidende Hürde genommen. Wie die Regierung am Freitag in Athen mitteilte, lag die Annahmequote bei dem Anleihetausch bei 85,8 Prozent. Athen kann mit einer Entlastung von über 100 Milliarden Euro planen. Damit ist der Weg für das zweite Rettungspaket freigemacht. Die Verweigerer sollen nun zwangsweise am Schuldenschnitt beteiligt werden.

Der Schuldenschnitt in Griechenland ist gelungen. Die privaten Gläubiger des Landes haben mit großer Mehrheit der historischen Umschuldung zugestimmt und damit den Weg für das zweite Rettungspaket geebnet. Wie die Regierung am Freitag in Athen mitteilte, lag die Annahmequote bei dem Anleihetausch bei 85,8 Prozent. Von den 177 Milliarden Euro an Anleihen unter griechischem Recht seien 152 Milliarden Euro zum Umtausch eingereicht worden. Bei den übrigen Anleihen wurde eine Quote von 69 Prozent erreicht.

Zwangsklausel soll aktiviert werden
Die Regierung kündigte an, die Umschuldungsklauseln (CAC) aktivieren zu wollen. Die erlauben es ihr, weitere Gläubiger zur Teilnahme an der Aktion zu zwingen. Die gesetzliche Grundlage dafür hat das Parlament bereits geschaffen. Danach werden 95,7 Prozent des Nominalkapitals am Forderungsverzicht beteiligt. Das würde 197 der insgesamt 206 Milliarden Euro Anleihevolumen in der Hand privater Gläubiger entsprechen. Die Euro-Finanzminister wollen sich heute in einer Telefonkonferenz mit den Ergebnissen des griechischen Anleihetausch-Angebots beschäftigen. Auf der Tagesordnung steht die endgültige Freigabe des Anfang März grundsätzlich beschlossenen 130-Milliarden-Hilfspakets für Griechenland. Voraussetzung dafür ist der erfolgreiche Schuldenschnitt.

Vertragsunterzeichnungen starten
Nach den bisherigen Planungen sollen dann am 12. März die verschiedenen Verträge zum Tausch der alten in neue Staatsanleihen mit langen Laufzeiten und günstigeren Konditionen unterzeichnet werden. Am 20. März werden Anleihen Griechenlands über 14,5 Milliarden Euro fällig. Ohne das neue Hilfspaket könnte das Euro-Land die Schulden nicht zurückzahlen.
Ausgangspunkt für den im Detail äußerst komplizierten Schuldenschnitt ist ein Anleihevolumen von 206 Milliarden Euro. Die Grundsatzvereinbarung mit den Banken sieht einen Forderungsverzicht von 53,5 Prozent vor. Der griechische Schuldenberg würde also im Optimalfall um mehr als 100 Milliarden Euro gestutzt. Anleger sollen, so das Angebot, im Tausch für ihre alten Anleihen neue Bonds mit längerer Laufzeit und niedrigerer Verzinsung bekommen.

Österreichische Betroffenheit
Die Kommunalkredit Austria, KA Finanz und österreichische Volksbanken AG nehmen am Schuldenschnitt teil und werden mit einem Nominale von 600 Mio. Euro für den Umtausch der Griechenland-Anleihen stimmen. Auch die Bank Austria reichte Papiere im Nominalwert von 509 Mio. Euro zum Tausch ein. Die Bawag wollte Anleihen im Wert von 53 Millionen Euro tauschen.