Nachhaltigkeit: Code of Conduct für Lieferanten

26. März 2012 Drucken

Immer mehr Unternehmen arbeiten daran, sukzessive ihre Nachhaltigkeitsmanagementsysteme aufzubauen. Ein eigener Code of Conduct für Lieferanten kann dabei Mehrwert schaffen, heißt es in einer Analyse von PwC, veröffentlicht im business news-Newsletter der Steiermärkischen Sparkasse. Jedes Unternehmen sollte behaupten können, dass in seiner Lieferkette keine Kinderarbeit oder Korruption im Spiel war. Beim Feststellen von Verstößen sind Konsequenzen […]

Immer mehr Unternehmen arbeiten daran, sukzessive ihre Nachhaltigkeitsmanagementsysteme aufzubauen. Ein eigener Code of Conduct für Lieferanten kann dabei Mehrwert schaffen, heißt es in einer Analyse von PwC, veröffentlicht im business news-Newsletter der Steiermärkischen Sparkasse. Jedes Unternehmen sollte behaupten können, dass in seiner Lieferkette keine Kinderarbeit oder Korruption im Spiel war. Beim Feststellen von Verstößen sind Konsequenzen wichtig: von Verwarnungen bis hin zur Beendigung der Geschäftsbeziehung zum Lieferanten.

Wirtschaftlicher Erfolg und Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung lassen sich nicht voneinander trennen. Viele Unternehmen sind sich dessen bewusst und arbeiten daran Aspekte der Nachhaltigkeit in Visionen, Missionen, Ziele und in weiterer Folge in die Geschäftsstrategie und relevante Managementsysteme zu integrieren. Jedes Unternehmen ist Teil einer Lieferkette, hat Lieferanten und ist Zulieferer für andere Unternehmen. Wer wurde nicht schon von seinen Stakeholdern gefragt, ob sichergestellt werden kann, dass bei der Produktion keine Kinderarbeit oder Korruption im Spiel war, oder ob die Ressourcengewinnung unter umweltschonenden Bedingungen erfolgte. Aus den Medien sind Fälle bekannt, wo hoch angesehene Unternehmen wegen Kinderarbeit in der Produktion in Verruf gerieten. Das zieht immensen Aufwand nach sich, um den Reputationsschaden abzuwenden. Ein systematisches Lieferkettenmanagement, wozu auch ein Business Partner Compliance- Management zählen sollte, kann Abhilfe schaffen. Als Teil dessen gilt in der Praxis im Konnex mit Nachhaltigkeitsmanagement zusehends die Einführung von „Code of Conducts“ für Lieferanten.

Selbstverpflichtung
Etliche Unternehmen sind bereits dem UN Global Compact, einer freiwilligen Initiative zur Förderung des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen, beigetreten. Informationen dazu gibt es unter www.unglobalcompact.org. Durch den Beitritt verpflichten sich Unternehmen, innerhalb ihres Einflussbereichs einen Katalog von Grundwerten auf dem Gebiet der Menschenrechte, der Arbeitsnormen, des Umweltschutzes und der Korruptionsbekämpfung anzuerkennen und umzusetzen.
Im Einflussbereich eines Unternehmens stehen zweifelsfrei auch dessen Lieferanten. Deshalb ist es zweckmäßig einen eigenen Code of Conduct für Lieferanten zu erarbeiten. Darin wird festgeschrieben, was sich das Unternehmen von seinen Lieferanten im Zusammenhang mit der Erfüllung gesellschaftlicher Verantwortung erwartet. Gegenstand von derartigen Anforderungen für das Verhalten von Lieferanten sind regelmäßig die Verpflichtung zur Einhaltung von Gesetzen, des Verbotes von Korruption und Bestechung, der Achtung der Menschenrechte ihrer Mitarbeiter und des Verbotes der Kinderarbeit. Das gilt auch für Gesundheitsvorsorge und Sicherheit der Mitarbeiter, Einhaltung der relevanten nationalen und internationalen Standards zum Umweltschutz und schließlich für die Aufforderung, dass dieser Code of Conduct auch in deren Lieferkette umgesetzt wird.

Einhaltung sicherstellen
Auch für den Code of Conduct für Lieferanten gilt, dass eine Vorgabe nur so gut ist, wie deren Einhaltung sichergestellt werden kann. Daher wird die Festschreibung eines Code of Conducts für Lieferanten alleine nicht genügen. Für Unternehmen folgt daraus, durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass dieser eingehalten wird, und dass eine Nichtbeachtung Konsequenzen nach sich zieht. Konkrete Audits der Lieferkette für die unterschiedlichen Themenbereiche, wie etwa Einhaltung von Umwelt- oder Arbeitsbedingungen, liegen nahe.
Beim Feststellen von Verstößen sollte es jedenfalls Konsequenzen, von Verwarnungen bis hin zur Beendigung der Geschäftsbe ziehung zum Lieferanten, geben. Nur dann wird ein Code of Conduct für Lieferanten glaubwürdig und transparent gelebt und bringt dem Unternehmen den erwarteten Mehrwert.