Katastrophenjahr 2011 kommt Versicherer teuer

28. März 2012 Drucken

Die Flut in Thailand ist der teuerste Versicherungsfall der Geschichte. (c) APA Zürich (APA) Das Katastrophenjahr 2011 kommt die Versicherungsbranche wegen der Überschwemmungen in Thailand teurer zu stehen als bisher angenommen. Die Versicherungsschäden des mit Abstand kostspieligsten Hochwassers der Geschichte erreichten mit 12 Mrd. Dollar (9 Mrd. Euro) ein Ausmaß, das man sonst nur bei […]

Die Flut in Thailand ist der teuerste Versicherungsfall der Geschichte. (c) APA

Zürich (APA) Das Katastrophenjahr 2011 kommt die Versicherungsbranche wegen der Überschwemmungen in Thailand teurer zu stehen als bisher angenommen. Die Versicherungsschäden des mit Abstand kostspieligsten Hochwassers der Geschichte erreichten mit 12 Mrd. Dollar (9 Mrd. Euro) ein Ausmaß, das man sonst nur bei Erdbeben oder Wirbelstürmen erwarten würde. Insgesamt summierten sich die versicherten Schäden 2011 auf 116 Mrd. Dollar, wie der am Mittwoch veröffentlichten Statistik des zweitgrößten Rückversicherers der Welt, der Schweizer Swiss Re, zu entnehmen ist.

Die Branche schrammte damit knapp an einem neuen Rekord vorbei: Kostspieliger war bisher nur das Jahr 2005, als der Wirbelsturm „Katrina“ die US-Südstaatenmetropole New Orleans zerstörte. Damals waren 123 Mrd. Dollar zu stemmen.
In einer ersten Schätzung vom Dezember war Swiss Re noch von 108 Mrd. Dollar Schadenzahlungen ausgegangen. Branchenprimus Münchener Rück hatte die Kosten im Jänner auf 105 Mrd. Dollar veranschlagt. Anders als bei den Schweizern sind darin keine von Menschen verursachten Desaster berücksichtigt. Im Jahr 2010 musste die Branche für 48 Mrd. Dollar geradestehen.
Gemessen an den wirtschaftlichen Schäden geht 2011 als Rekordjahr in die Annalen ein: Die verheerenden Erdbeben in Japan und Neuseeland, die Überschwemmungen in Thailand und Stürme in den USA verursachten insgesamt 370 Mrd. Dollar volkswirtschaftlichen Schaden.
Trotz der immensen Schadenlast überstanden die meisten großen Versicherer das Jahr gut, in dem sie zudem mit Gegenwind an den Finanzmärkten zu kämpfen hatten.