Nachkauf von Emissionszertifikaten im Wert von 160 Mio. Euro notwendig

05. April 2012 Drucken

Das Umweltministerium muss 160 Mio. Euro für den Nachkauf von Emissionszertifikaten budgetieren. Im Gegenzug wird die Förderung für Photovoltaikanlagen für private Haushalte gekürzt. Statt 45 Millionen Euro wie im Vorjahr werden im Rahmen des Maßnahmenpakets für den Klimaschutz 2012 nur noch 25,5 Millionen Euro für private Projekte (aus einem PV-Topf von 38 Mio.) bereitgestellt. Die Förderaktion für Holzheizungen wird mit einem Budget von 5 Mio. Euro fortgeführt, die laufende Stützungsaktion für thermische Sanierungsprojekte in Höhe von 100 Mio. Euro ist beinahe ausgeschöpft.  

Umweltminister Niki  Berlakovich (V) erklärte auf einer Pressekonferenz, dass insgesamt 38 Millionen Euro für die Förderung der Sonnenenergie vorgesehen sind.  Davon sind 4 Millionen Euro auf große Solaranlagen über 100 Quadratmeter eingeplant. 5 Millionen Euro sind für Solarthermieanlagen zur Wasseraufbereitung in Einfamilienhäusern gewidmet und 3,5 Mio. Euro werden im Rahmen des Modellregionenprogramms investiert. Die Aufstockung  der Förderungen für private Projekte von 10 Millionen Euro im Vorjahr sei eine einmalige Finanzierung gewesen, so Berlakovich.
Da die Photovoltaikanlagen billiger würden, könne man trotzdem mehr Anlagen fördern, argumentierte der Minister. „Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln können über 6.300 Photovoltaikanlagen gefördert werden, das sind gleich viele wie im Vorjahr“, so der Minister in einer Aussendung.

160 Mio. Euro für Nachkauf von Emissionszertifikaten
Die aktuelle Treibhausgasbilanz belegt, dass Österreich 2010 um 6,2 Mio. Tonnen Kohlendioxidäquivalent vom Kyotopfad abweicht. Länder, die das Ziel nicht erreichen, müssen Emissionszertifikate nachkaufen. Nach derzeitigem Stand muss Österreich 32 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente erwerben, um seine Reduktionsverpflichtungen gemäß Kyoto-Protokoll zu erfüllen. Das Lebensministerium  hat laut Berlakovich 160 Millionen Euro eingeplant, die zur Einhaltung der Kyotoverpflichtungen in Klimaschutzprojekte des europäischen Auslands zu investieren sind. Der Zertifikatpreis für eine Tonne beträgt derzeit 5 Euro, vor einem Jahr lag er noch bei 15 Euro.

Förderaktion für Holzheizungen wird fortgeführt
Fortgesetzt wird die erfolgreiche Förderaktion des Klimafonds für Holzheizungen. Sie zielt darauf ab, alte Ölheizungen durch moderne Holz-Zentralheizungen zu ersetzen, die mit Hackgut oder Pellets befeuert werden. Heuer steht wieder ein Fördervolumen von fünf Millionen Euro zur Verfügung.

100 Millionen Euro für thermische Sanierung
Großes Echo hat die bereits angelaufene Förderoffensive zur thermischen Sanierung von Gebäuden ausgelöst. In den ersten fünf Wochen der Aktion sind über tausend Anträge von privaten Förderwerbern eingelangt. Insgesamt stehen 100 Millionen Euro für Klimaschutz-Umbauten in älteren Gebäuden bereit. Laut Lebensministerium wurden Im Jahr 2011 rund 18.300 Bauprojekte gefördert, was 860 Millionen Euro Investitionen ausgelöst habe. Dadurch wurden 12.500 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert. Die erreichten CO2-Emissionssenkungen summieren sich auf 4,4 Millionen Tonnen.