Fukushima: Bericht zu den Auswirkungen des Kernkraftwerksunfalls

10. April 2012 Drucken

Nach dem schwersten Seebeben seit Beginn der japanischen Erdbebenaufzeichnungen überflutete am 11. März 2011 ein Tsunami weite Teile der Nordostküste Japans. Fast 16.000 Menschen kamen durch die Katastrophe ums Leben, über 3.000 gelten nach wie vor als vermisst. Die Schäden gehen in die Höhe von hunderten Milliarden Euro. Ein Jahr nach den Ereignissen in Fukushima […]

Fukushima, NEWSROOM von Erste Bank und Sparkasse, Josef Ruhaltinger

Durch die durchgeführten Druckentlastungen und die Explosionen in den Blöcken 1 bis 3 wurden radioaktive Edelgasn, Iod und Cäsium in die Umwelt freigesetzt.

Nach dem schwersten Seebeben seit Beginn der japanischen Erdbebenaufzeichnungen überflutete am 11. März 2011 ein Tsunami weite Teile der Nordostküste Japans. Fast 16.000 Menschen kamen durch die Katastrophe ums Leben, über 3.000 gelten nach wie vor als vermisst. Die Schäden gehen in die Höhe von hunderten Milliarden Euro. Ein Jahr nach den Ereignissen in Fukushima veröffentlicht  das Lebensministerium einen Bericht, der einen Überblick über die Folgen des Super-GAUs liefert.  

Die Industrienation Japan deckte vor dem Erdbeben rund ein Drittel des Strombedarfs durch Kernenergie. Im Zuge der Naturkatastrophe wurden an der Ostküste Japans elf Reaktorblöcke in vier Kernkraftwerken automatisch abgeschaltet. In den Kernkraftwerken Onagawa, und vor allem Fukushima Dai-ni konnten die Reaktoren durch Notfallmaßnahmen in den Anlagen gerade noch unter Kontrolle gebracht werden. Im Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi entwickelte sich allerdings der schwerste Kernkraftwerksunfall seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

Obwohl  die Unglücksreaktoren heute als unter Kontrolle und weitere größere Freisetzungen als unwahrscheinlich gelten, werden die Aufräumarbeiten in- und außerhalb der Anlage noch viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Darum haben der Kernkraftwerksunfall von Fukushima und seine Folgen nicht nur in Japan zu einem Umdenken in der Haltung gegenüber der Nutzung der Kernenergie zur Energiegewinnung geführt. Vor allem die Sicherheit von Kernkraftwerken im Hinblick auf katastrophenbedingte schwere Unfälle wird nun zumindest auf europäischer Ebene systematisch einer genauen Prüfung unterzogen, um erforderlichenfalls durch Nachrüstmaßnahmen Unfälle in Kernkraftwerken dieser Größenordnung in der Zukunft vermeiden zu können.

Die Fülle an mittlerweile verfügbaren Informationen wird in folgenden Kapiteln zusammengefasst:
* Allgemeine Darstellung des Unfallhergangs
* Radiologische Auswirkungen in Japan
* Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in Japan
* Ausbreitungsberechnungen
* Umweltmessungen in Österreich und Dosisabschätzung für die österreichische Bevölkerung
* Maßnahmen in Österreich und anderen Staaten