Spanien rückt in den Mittelpunkt der Schuldenkrise

11. April 2012 Drucken

Madrid (APA) – Es ist noch nicht vorbei. Nach Griechenland rückt  Spanien in der europäischen Finanzkrise immer stärker in den Mittelpunkt. Die Regierung des von Schulden geplagten Landes verkündet ein Sparvorhaben nach dem anderen, aber die Nervosität und die Sorgen auf den Finanzmärkten halten unvermindert an. Die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Euro-Zone wird das Gespenst einer […]

Madrid (APA) – Es ist noch nicht vorbei. Nach Griechenland rückt  Spanien in der europäischen Finanzkrise immer stärker in den Mittelpunkt. Die Regierung des von Schulden geplagten Landes verkündet ein Sparvorhaben nach dem anderen, aber die Nervosität und die Sorgen auf den Finanzmärkten halten unvermindert an. Die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Euro-Zone wird das Gespenst einer möglichen internationalen Rettungsaktion nicht los. Der Staatshaushalt für 2012 ist noch nicht vom Parlament verabschiedet worden, erweist sich aber schon jetzt als veraltet. Die Renditen für spanische Staatsanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit dem Höhepunkt der Schuldenkrise im November 2011.

Ministerpräsident Mariano Rajoy kündigte über Ostern zusätzliche Einsparungen an. Der konservative Regierungschef will die Ausgaben im Bildungs- und Gesundheitswesen um zehn Milliarden Euro senken.
Das Budget für 2012 sah bereits die höchsten Einsparungen in der jüngeren Geschichte des Landes vor: Es soll durch drastische Streichungen in fast allen Bereichen und zusätzliche Steuereinnahmen eine Lücke von über 27 Milliarden Euro schließen.
Die Anleger ließen sich davon aber nicht beeindrucken und blieben misstrauisch. Die Folge: Die Renditen für spanische Staatsanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit dem Höhepunkt der Schuldenkrise im November 2011. Mit Zinssätzen in einer Größenordnung von 5,8 Prozent für Zehn-Jahres-Anleihen gingen sie in Richtung 6 Prozent und erreichten ein Niveau, das für das von Schulden geplagte Land auf Dauer nicht tragbar ist.
Österreichs Notenbankgouverneur und EZB-Rat Ewald Nowotny macht sich um das schuldengeplagte Land keine Sorgen. Die Regierung in Madrid habe die notwendigen Schritte gesetzt. Diese Maßnahmen würden auf den Märkten Vertrauen schaffen und die Lage in dem Land stabilisieren.