Energiegipfel – Österreich wird ab 2015 "atomstromfrei"

17. April 2012 Drucken

Wien (APA) – Österreich soll spätestens ab dem Jahr 2015 atomstromfrei sein. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich am Montag Regierung, Energiewirtschaft und Umweltorganisationen beim dritten Atomstromgipfel auf eine Vorgangsweise geeinigt, bei der in Zukunft keine als Atomstrom gekennzeichnete elektrische Energie mehr an österreichische Verbraucher oder Industrien verkauft werden soll. Bei Haushaltskunden soll diese […]

Wien (APA) – Österreich soll spätestens ab dem Jahr 2015 atomstromfrei sein. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich am Montag Regierung, Energiewirtschaft und Umweltorganisationen beim dritten Atomstromgipfel auf eine Vorgangsweise geeinigt, bei der in Zukunft keine als Atomstrom gekennzeichnete elektrische Energie mehr an österreichische Verbraucher oder Industrien verkauft werden soll. Bei Haushaltskunden soll diese freiwillige Verpflichtung der Versorger bereits Ende 2013 sichergestellt sein. Ein Atomstromimportverbot wird es nicht geben, da dies EU-rechtlich nicht möglich ist.

Herkunftszeichen für Strom
Beginnend mit 1.1.2013 bis Ende 2013 verpflichten sich die heimischen Energieversorger freiwillig, die Kennzeichnung von an Haushaltskunden gelieferten Strom sicherzustellen. Atomstrom sollte dann keiner mehr dabei sein, da die Versorgungsunternehmen sich verpflichten, auf den Bezug von Atomstrom zu verzichten. Für Industriekunden soll diese freiwillige Maßnahme aufgrund langlaufender Lieferverträge erst bis Ende 2015 umgesetzt werden.
Als zusätzliche Maßnahme ist die Schaffung eines „Atomstromfrei-Gütesiegel“ geplant, das auf dem seit Jahresbeginn existierenden Stromkennzeichnungssystem basieren soll. Diese Maßnahme soll den österreichischen Energieversorgungsunternehmen die Möglichkeit bieten, diesen „einzigartigen Verkaufsvorteil“ auch werbetechnisch zu nutzen.

Vollständige Stromkennzeichnung ab 2015
In einem zweiten Schritt wird es eine gesetzliche Regelung zur vollständigen Stromkennzeichnung ab 1. 1. 2015 geben. Eine entsprechende Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetzes (Elwog) soll nach erfolgreicher Notifikation durch die EU in Kraft treten.
Die Versorgung mit Strom unbekannter Herkunft, sogenannter „Graustrom“, der derzeit noch 14,7 Prozent – und davon 26 Prozent Atomstrom – ausmacht, wird untersagt. Lediglich jene Unternehmen, die direkt von einem ausländischen Energielieferanten Strom beziehen, könnten noch teilweise mit Atomstrom versorgt werden, die – so die Annahme – nur wenig Wert darauf legen werden, als Handlanger der Atomlobby bezeichnet zu werden.