US-Kandidat Jim Yong Kim wird neuer Weltbankpräsident

17. April 2012 Drucken

Washington (APA/red) – Der US-Akademiker Jim Yong Kim hat sich „erfreut“ über seine Wahl zum neuen Weltbankchef gezeigt. „Ich freue mich, Robert Zoellick nachzufolgen“, hieß es in einer am Montag von der Weltbank verbreiteten Erklärung Kims. Kim lobte die beiden unterlegenen Kandidaten, die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala und Kolumbiens Ex-Finanzminister Jose Antonio Ocampo. Er werde […]

Washington (APA/red) – Der US-Akademiker Jim Yong Kim hat sich „erfreut“ über seine Wahl zum neuen Weltbankchef gezeigt. „Ich freue mich, Robert Zoellick nachzufolgen“, hieß es in einer am Montag von der Weltbank verbreiteten Erklärung Kims. Kim lobte die beiden unterlegenen Kandidaten, die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala und Kolumbiens Ex-Finanzminister Jose Antonio Ocampo. Er werde deren Erfahrungen in die Arbeit der kommenden Jahre einfließen lassen, erklärte er. Den Mitgliedstaaten der Bank dankte er für die „große Unterstützung“, die er erhalten habe.

Ende der Erbpacht gefordert
Die unterlegene Kandidatin Okonjo-Iweala gratulierte Kim zu seiner Wahl. Sie habe mit ihm telefoniert und eine „hervorragende Unterhaltung“ gehabt, sagte sie in Abuja. „Ich möchte Jim Yong Kim gratulieren“, fügte sie hinzu. Zum Auswahlprozess sagte die Nigerianerin indes, es sei „klar, dass dieser offener, transparenter und abhängig von der konkreten Leistung gestaltet werden muss“. Okonjo-Iweala hatte sich noch vor der Wahl geschlagen gegeben und dies unter anderem damit begründet, dass die Abstimmung im Voraus entschieden gewesen sei.

Jim Yong Kim: Ein Präsident eines Ivy League-Colleges muss wandlungsfähig sein.

Der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) gratulierte Kim ebenfalls und erklärte, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit ihm. Zugleich dankte Niebel den unterlegenen Bewerbern für ihre Beteiligung und begrüßte, „dass die Schwellen- und Entwicklungsländer eine stärkere Rolle für sich in der Weltbank reklamieren“. Die deutsche Regierung erwarte von Kim, dass er die Reformen der Weltbank konsequent fortsetze.

Biographie
Jim Yong Kim kam im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie aus Südkorea in die USA und wuchs in der Kleinstadt Muscatine im Südwesten des Bundesstaats Iowa auf. Sein Vater, ein Zahnmediziner, lehrte an der staatlichen University of Iowa in Iowa City, seine Mutter promovierte dort in Philosophie. Seinen medizinischen Doktorgrad (M.D.) erhielt Kim 1991 an der Harvard Medical School in Boston, Bundesstaat Massachusetts, den Forschungsdoktor (Ph.D.) in Anthropologie 1993 an deren Mutterhochschule, der privaten Harvard University in Cambridge (Massachusetts). Jim Yong Kim ist Experte für Tuberkulose (TBC). Am 2. März 2009 ernannte das Dartmouth College Kim zu seinem 17. Präsidenten. Er ist damit der erste aus Asien stammende US-Amerikaner, der Präsident einer der US-Eliteuniversitäten der sogenannten Ivy League wurde (Wikipedia).