Windenergiebranche wächst doppelt so schnell wie EU-Wirtschaft

18. April 2012 Drucken

Europas Windkraftindustrie hat in den vergangenen Jahren der Krise getrotzt. Im Jahr 2010 hingen laut einer Studie des Verbands EWEA direkt und indirekt 238.154 Jobs an der Branche, 2007 waren es erst 182.628 gewesen. Im Jahr 2020 soll es dann bereits 520.000 Wind-Arbeitsplätze geben. Auch der Beitrag der Windbranche zur europäischen Wirtschaftsleistung der EU soll […]

Europas Windkraftindustrie hat in den vergangenen Jahren der Krise getrotzt. Im Jahr 2010 hingen laut einer Studie des Verbands EWEA direkt und indirekt 238.154 Jobs an der Branche, 2007 waren es erst 182.628 gewesen. Im Jahr 2020 soll es dann bereits 520.000 Wind-Arbeitsplätze geben. Auch der Beitrag der Windbranche zur europäischen Wirtschaftsleistung der EU soll sich erhöhen, und zwar von 32 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf (entspricht einem Anteil von 0,26 Prozent) auf 173 Mrd. Euro im Jahr 2030.

Verdreifachung in drei Jahren
Von 2007 bis 2010 ist der Beitrag der Windenergiebranche zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union um 33 % gestiegen. 2010 steuerte die Branche 32 Milliarden Euro zur ansonsten rückläufigen EU-Wirtschaft bei und erreichte somit ein Wachstum, das im Vergleich zum gesamten BIP der EU mehr als das Doppelte betrug. Heute veröffentlichte die European Wind Energy Association (EWEA) in ihrem Bericht „Green Growth“ unter anderem folgende Kennzahlen:

  • 2010 steuerte die Windenergiebranche zum BIP der EU 32 Milliarden Euro bei.
  • Von 2007 bis 2010 wuchs der Beitrag der Branche zum BIP um 33 % an.
  • Von 2007 bis 2010 stieg die Anzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze um 30 % auf ungefähr 240.000, während sich die Zahl der Arbeitslosen in der europäischen Union gleichzeitig um 9,6 %1 erhöhte.
  • Bis 2020 soll sich die Anzahl der Arbeitsplätze auf 520.000 belaufen. 2010 erzielte die Branche beim Export von Waren und Dienstleistungen einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro.
  • 2010 wurden durch die Branche Brennstoffkosten von 5,71 Milliarden Euro vermieden.
  • Mit 5 % ihrer Ausgaben investierte die Branche dreimal so viel wie der EU-Durchschnitt in Forschung und Entwicklung. Windenergieanlagenhersteller stecken etwa 10 % ihres Gesamtumsatzes in Forschung und Entwicklung.

Verdreifachung der Wirtschaftsleistung bis 2020
Bald wird  die Windenergiebranche sogar einen noch höheren Beitrag leisten: Bis 2020 wird ihr Anteil am BIP um nahezu das Dreifache gestiegen sein. Wenn die Branche ein Mitgliedsstaat der EU wäre, würde sie in Bezug auf den Beitrag zum EU-BIP 2020 vor der Slowakei und direkt hinter Ungarn auf Platz 19 liegen. Die Anzahl der Arbeitsplätze wird sich laut Bericht um über 200 % auf 520.000 erhöhen. Bis 2030 könnte diese Zahl sogar auf 795.000 anwachsen.

Video: EWEA-CEO Christian Kjaer erklärt, wie Windkraft Energie und Jobs gleichzeitig erzeugen kann – und zwar europaweit..

Österreichische Präsenz
Einige große Player der europäischen Windkraftbranche kommen aus Österreich. Bachmann electronic zum Beispiel hat mit seinen Steuerungen für Großanlagen einen weltweiten Marktanteil von über 50 Prozent, hieß es in einer Aussendung der österreichischen IG Windkraft. Auch der Salzburger Kranhersteller Palfinger mischt in der Windkraftbranche mit – das Unternehmen rüstete vergangenes Jahr einige Offshorewindräder mit Gondelkranen aus. Und Leitwind, Hersteller von Großanlagen, setzt seit neuestem auf Windräder mit 3 Megawatt.