Wien mag Städterankings – und umgekehrt

20. April 2012 Drucken

New York und London sind die Städte mit der größten globalen Bedeutung, Metropolen in aufstrebenden Märkten wie z.B. Beijing und Shanghai sind aber auf dem besten Weg, in die Liga der weltweit führenden Städte vorzustoßen. Wien verbesserte sich im Vergleich zum Ranking von 2010 um fünf Plätze und rangiert auf dem 13. Rang. Das sind […]

New York und London sind die Städte mit der größten globalen Bedeutung, Metropolen in aufstrebenden Märkten wie z.B. Beijing und Shanghai sind aber auf dem besten Weg, in die Liga der weltweit führenden Städte vorzustoßen. Wien verbesserte sich im Vergleich zum Ranking von 2010 um fünf Plätze und rangiert auf dem 13. Rang. Das sind die Hauptergebnisse des von A.T. Kearney und Bloomberg, der kürzlich veröffentlicht wurden.

Standortanalyse
Der Global Cities Index, der seit 2008 im 2-Jahres-Rhythmus erstellt wird, ist ein Indikator für das globale Engagement von Großstädten. Insgesamt 66 Städte werden dabei in den fünf Dimensionen, wirtschaftliche Aktivität, Humankapital, Informationsaustausch, kulturelles Erleben und politisches Engagement hinsichtlich des jeweiligen Globalisierungsgrades bewertet. Das Ranking, das sich aus dieser Analyse ergibt, repräsentiert den globalen Stellenwert einer Stadt.

Erkenntnisse aus dem Global Cities Index 2012
Trotz der Turbulenzen auf den Finanzmärkten in den vergangenen Jahren führen die Finanzzentren New York und London – wie schon in den vergangenen Indizes – das Ranking an. Paris und Tokio haben in diesem Jahr zwar die Positionen drei und vier getauscht, liegen jedoch mit New York und London als Vierergruppe punktemäßig weit vor dem Rest der Top-Ten.

Asien: Mit mindestens drei Städten unter den Top-Ten in allen drei Ausgaben des Global Cities Index schneiden die analysierten asiatischen Städte gut ab. Diese Ergebnisse demonstrieren das stabile Gewicht Asiens auf der Weltbühne.

Deutschland: Das Land der Nachbarn ist das einzige europäische Land, das mit drei Städten in der oberen Hälfte des Indexes 2012 vertreten ist. Einer der Dreh- und Angelpunkte der globalen Städterangfolge ist die Beobachtung, dass die Globalisierung eine Machtverschiebung weg von den Nationalstaaten und hin zu einem Netzwerk globaler Städte darstellt. Deutschland belegt diese Vorstellung mit Berlin (Platz 20), Frankfurt (Platz 23) und München (Platz 31) – einem Netzwerk von Städten, die den nachhaltigen Erfolg des ganzen Landes vorantreibt.

BRIC: Die Städte Brasiliens, Russlands, Indien  und Chinas arbeiten sich weiter an die Spitze des Indexes vor, wenn auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Ähnlich wie beim Abschneiden in den vorhergehenden Index-Rangfolgen ist der Aufstieg der Städte in den BRIC-Ländern vor allem ihrer wirtschaftlichen Aktivität zu verdanken und weniger den anderen Dimensionen, die eine rundum globalisierte Stadt ausmachen. Eine starke wirtschaftliche Tätigkeit sollte auch die künftige Entwicklung in den anderen Dimensionen vorantreiben und die kulturellen Institutionen ebenso wie die internationalen Denkfabriken fördern.

Was macht Wien richtig?
Wien verbesserte sich im Ranking in allen der genannten Dimensionen, außer bei der wirtschaftlichen Aktivität. Den größten Sprung vorwärts (von Platz 20 auf Platz 15) machte die Donaumetropole in der Dimension „Humankapital“. Dies sei vor allem auf die Anzahl ausländischer Studierender zurückzuführen, heißt es in der Presseaussendung. Drei Plätze (von Platz 21 auf Platz 18) machte Wien in der Dimension „Informationsaustausch“ gut. Grund hierfür ist eine neue Kennzahl, „Zugang zu TV-Nachrichtenkanälen“, bei der Wien gut abgeschnitten hat.
Ebenfalls drei Plätze aufgeholt hat Wien in der Dimension kulturelles Erleben, was vor allem Wiens Engagement bei den darstellenden und visuellen Künsten zuzuschreiben ist. Insgesamt liegt Wien hier aber immer noch auf dem enttäuschenden 24. Rang

UNO extrem wichtig
Unter den absoluten Spitzenreitern liegt Wien mit Platz 7 (2010: Platz 8) in der Dimension „Politisches Engagement“. Dies liegt unter anderem an den lokalen Institutionen mit internationaler Ausrichtung. „Das Ergebnis unterstreicht auch die große Bedeutung der UNO-City in Wien.

Wo kann Wien besser werden?
Um einen Rang verschlechtert (von Platz 14 auf 15) hat sich Wien in der Dimensionen „wirtschaftliche Aktivität“. Zwar finden nach wie vor viele internationale Kongresse in Wien statt, die Anzahl der ausländischen Dienstleistungsunternehmen und Firmenzentralen stagniert aber.