Mangelberufsliste für 2012 soll Rot-Weiß-Rot-Karte endlich mit Leben erfüllen

01. Juni 2012 Drucken

Das Sozialministerium hat die Fachkräfteverordnung für 2012 in Begutachtung geschickt. Insgesamt 25 Berufe sind in diesem Verordnungsentwurf angeführt. Das Ministerium rechnet für 2012 mit ca. 500 Fachkräften, die über die Rot-Weiß-Rot-Card in Österreich legale Beschäftigung finden. Es können nur Fachkräfte zugelassen werden, die eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Mangelberuf nachweisen, die mindestens mit einem Lehrabschluss […]

Das Sozialministerium hat die Fachkräfteverordnung für 2012 in Begutachtung geschickt. Insgesamt 25 Berufe sind in diesem Verordnungsentwurf angeführt. Das Ministerium rechnet für 2012 mit ca. 500 Fachkräften, die über die Rot-Weiß-Rot-Card in Österreich legale Beschäftigung finden. Es können nur Fachkräfte zugelassen werden, die eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Mangelberuf nachweisen, die mindestens mit einem Lehrabschluss vergleichbar ist. Sobald die Fachkräfteverordnung in Kraft tritt, können drittstaatsangehörige Personen eine Rot-Weiß-Rot – Karte für zwölf Monate unter Voraussetzungen beantragen.

Lehrberuf erforderlich
Als abgeschlossene Berufsausbildung gilt eine schulische Ausbildung, die dem Abschluss einer berufsbildenden höheren Schule in Österreich entspricht oder ein einschlägiges Universitätsstudium. Neben der Qualifikation zählen ausbildungsadäquate Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Alter zu den Kriterien bei der Zulassung. Mit der Mangelberufsliste wird der letzte Teil der im Juli 2011 in Kraft getretenen Rot-Weiß-Rot-Karte umgesetzt. Bisher konnten bereits besonders hochqualifizierten und Schlüsselkräfte zugelassen werden.
Im Jahr 2012 dürfen AusländerInnen in folgenden Mangelberufen zu einer Beschäftigung als Fachkraft zugelassen werden:
  • Fräser/innen
  • Dreher/innen
  • Dachdecker/innen
  • Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Maschinenbau
  • Schweißer/innen, Schneidbrenner/innen
  • Bautischler/innen
  • Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Feuerungs- und Gastechnik
  •  Bauspengler/innen
  • Elektroinstallateur(e)innen, -monteur(e)innen
  • Landmaschinenbauer/innen
  •  Diplomingenieur(e)innen für Maschinenbau
  • Zimmer(er)innen
  •  Sonstige Schlosser/innen
  • Sonstige Spengler/innen
  • Sonstige Techniker/innen für Maschinenbau
  •  Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Starkstromtechnik
  • Rohrinstallateur(e)innen, -monteur(e)innen
  • Bau- und Möbeltischler/innen
  • Sonstige Bodenleger/innen
  • Platten-, Fliesenleger/innen
  • Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.) für Datenverarbeitung
  •  Holzmaschinenarbeiter/innen
  •  Techniker/innen mit höherer Ausbildung (Ing.), soweit nicht anderweitig eingeordnet
  • Werkzeug-, Schnitt- und Stanzenmacher/innen
  • Diplomingenieur(e)innen, soweit nicht anderweitig eingeordnet.

Sobald die Fachkräfteverordnung in Kraft tritt, können drittstaatsangehörige Personen eine Rot-Weiß-Rot – Karte für zwölf Monate beantragen, wenn sie

  1. eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Mangelberuf laut Verordnung nachweisen können
  2.  ein verbindliches Arbeitsplatzangebot in Österreich haben und
  3. das Unternehmen bereit ist, ihnen das nach Gesetz, Verordnung oder Kollektivvertrag zustehende Mindestentgelt zu bezahlen (im Falle einer betriebsüblichen Überzahlung ist auch diese zu gewähren).
  4.  Außerdem müssen die Bewerber nach bestimmten Kriterien() mindestens 50 Punkte erreichen.

Wo ist der Antrag zu stellen?
Die Rot-Weiß-Rot – Karte ist persönlich bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft oder Konsulat) des Heimatstaates bzw. des Staates in dem der/die AntragstellerIn niedergelassen ist, zu beantragen. Gemeinsam mit dem Antrag ist auch eine Arbeitgebererklärung vorzulegen. Personen, die visumsfrei nach Österreich einreisen dürfen oder bereits einen gültigen Aufenthaltstitel haben, können den Antrag auch direkt bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Landeshauptmann bzw. ermächtigte Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) stellen.

Welche Dokumente sind vorzulegen?

  • gültiges Reisedokument (z.B. Reisepass)
  • Geburtsurkunde oder ein entsprechendes von Österreich anerkanntes Dokument
  • Lichtbild, das nicht älter als ein halbes Jahr sein darf (Größe: 45x35mm)
  • Nachweis einer ortsüblichen Unterkunft (z.B. Mietvertrag, bestandsrechtlicher Vorvertrag oder Eigentumsnachweis)
  • Nachweis über eine Krankenversicherung, die alle Risiken abdeckt (Pflichtversicherung oder eine entsprechende Versicherungspolizze)
  • Nachweis des gesicherten Lebensunterhalts (Lohnzettel, Lohnbestätigungen, Dienstverträge, Bestätigungen über Versicherungsleistungen, Nachweis über Pensions-, Renten oder sonstige Versicherungsleistungen, Investitionskapital oder eigenes Vermögen in ausreichender Höhe)