OECD fordert Anhebung des Renteneintrittsalters und die Erweiterung privater Vorsorge

11. Juni 2012 Drucken

Angesichts der steigenden Lebenserwartung werden Regierungen das Renteneintrittsalter schrittweise anheben müssen, wenn sie sicherstellen wollen, dass die nationalen Rentensysteme zugleich angemessen und finanzierbar bleiben. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle ). Im Durchschnitt der OECD-Länder können Personen, die heute zu arbeiten beginnen, eine staatliche Nettorente in Höhe von rund der Hälfte ihres Nettoverdiensts erwarten, wenn […]

Angesichts der steigenden Lebenserwartung werden Regierungen das Renteneintrittsalter schrittweise anheben müssen, wenn sie sicherstellen wollen, dass die nationalen Rentensysteme zugleich angemessen und finanzierbar bleiben. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle ). Im Durchschnitt der OECD-Länder können Personen, die heute zu arbeiten beginnen, eine staatliche Nettorente in Höhe von rund der Hälfte ihres Nettoverdiensts erwarten, wenn sie nach einer vollständigen Erwerbsbiografie im Regelrentenalter in Rente gehen.   Koppelung des Rentenantrittsalters an Lebenserwartung.

Lebenserwartung steigt alle sieben Jahre um 12 Monate
In den entwickelten Volkswirtschaften wird in den nächsten 50 Jahren die Lebenserwartung bei der Geburt voraussichtlich um 1,7 Monate pro Jahr ansteigen, also alle sieben Jahre um ein zusätzliches Jahr. In 28 von 34 OECD-Ländern ist eine Anhebung des Renteneintrittsalters bereits beschlossen oder geplant. Allerdings hält die Erhöhung nicht immer Schritt mit der Steigerung der Lebenserwartung. Die Regierungen sollten daher erwägen, das Renteneintrittsalter formell an die Lebenserwartung zu koppeln, wie dies in Dänemark und Italien bereits der Fall ist. Darüber hinaus sollte die private Altersvorsorge stärker gefördert werden.

Künftige Pensionisten dürfen 50% des Nettoeinkommens erwarten
Die Rentenreformen der vergangenen zehn Jahre haben in vielen Ländern zu einer Kürzung der staatlichen Rentenzusagen geführt, in der Regel um ein Fünftel bis ein Viertel. Im Durchschnitt der OECD-Länder können Personen, die heute zu arbeiten beginnen, eine staatliche Nettorente in Höhe von rund der Hälfte ihres Nettoverdiensts erwarten, wenn sie nach einer vollständigen Erwerbsbiografie im Regelrentenalter in Rente gehen. Allerdings können Rentner in fast allen 13 Ländern, in denen die private Altersvorsorge obligatorisch ist, Leistungen von rund 60% ihres Einkommens erwarten.   Pensionslücke wächst Aber in Ländern, in denen staatliche Renten relativ niedrig sind und die private Altersvorsorge nur freiwillig ist, wie zum Beispiel in Deutschland, Irland, Korea, Japan und den Vereinigten Staaten, müssen große Teile der Bevölkerung mit starken Einkommenseinbußen im Ruhestand rechnen. Dies könnte zu einem sprunghaften Anstieg bei der Altersarmut führen. Ein späterer Renteneintritt und besserer Zugang zu privaten Renten könnte der Schlüssel sein, um diese Versorgungslücke zu schließen.