Markt für Auto-Akkus mit Lithium-Ionen-Technologie steht trotz Wachstums vor Konsolidierungsphase

27. Juni 2012 Drucken

Der Weltmarkt für Lithium-Ionen-Batterien für Autos wächst bis 2015 auf über 9 Milliarden Dollar. Dabei teilen sich fünf Spitzenreiter den Großteil des Marktes. Der wachsende Preisdruck wird eine weitere  Marktkonsolidierung einleiten, heißt es in einer aktuellen Roland Beger-Studie über Akkumalutaren für Elektro-Autos. Das Beratungsunternehmen erwartet für 2015 Preise für Hoch-Energie-Zellen von ca. 180 bis 200 […]

Der Weltmarkt für Lithium-Ionen-Batterien für Autos wächst bis 2015 auf über 9 Milliarden Dollar. Dabei teilen sich fünf Spitzenreiter den Großteil des Marktes. Der wachsende Preisdruck wird eine weitere  Marktkonsolidierung einleiten, heißt es in einer aktuellen Roland Beger-Studie über Akkumalutaren für Elektro-Autos. Das Beratungsunternehmen erwartet für 2015 Preise für Hoch-Energie-Zellen von ca. 180 bis 200 EUR / kWh für OEMs bei größeren Stückzahlen. Die Lithium-Ionen-Akkus werden vor allem im Segment der Pkws und leichten Nutzfahrzeuge zum Einsatz kommen. Dabei nimmt die Konkurrenz aus China zu: Bis 2020 könnte sich das Land zum wichtigsten E-Mobilitätsmarkt etablieren.

Starkes Wachstum
Der Weltmarkt für Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge entwickelt sich äußerst dynamisch. Angesichts der kürzlich vorgestellten oder angekündigten Fahrzeugmodelle mit elektrischem, Hybrid- oder Plug-in-Hybridantrieb (xEV) gehen die Roland Berger-Experten davon aus, dass der Weltmarkt für Lithium-Ionen-Batterien bis 2015 auf über 9 Milliarden Dollar wachsen wird – obwohl die Prognosen für bereits angekündigte Modelle gesenkt wurden. Dieses Wachstum wird jedoch mit extremen Überkapazitäten einhergehen. Der Preisdruck, der dadurch entsteht, prägt bereits die Bestellungen für 2015. Eine Marktkonsolidierung ist daher zu erwarten. Dabei werden die fünf Spitzenreiter (AESC, LG Chem, Panasonic/Sanyo, A123 und SB LiMotive) bis 2015 nahezu 70 Prozent des Marktes kontrollieren. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Neuauflage der internationalen Studie von Roland Berger Strategy Consultants über Lithium-Ionen-Batterien in Autos, leichten und schweren Nutzfahrzeugen sowie Bussen mit Hybrid- und Elektroantrieb.
Die Roland Berger-Experten gehen davon aus, dass 2015 über 85 Prozent des gesamten Marktes für Lithium-Ionen-Batterien auf das Light Vehicle-Segment (PKWs und leichte Nutzfahrzeuge) entfallen werden. Zu diesem Zeitpunkt werden voraussichtlich über 4 Millionen Fahrzeuge mit elektrischem, Hybrid- oder Plug-in-Hybridantrieb (xEV) pro Jahr auf den Markt kommen. Die Prognosen für viele bereits aufgelegte Programme werden zwar revidiert, doch in Asien gibt es neue xEV-Modelle, vor allem Hybrid-Fahrzeuge. Auch wenn japanische und koreanische Automobilhersteller auf alternative Antriebstechnologien setzen, wird die Mehrheit der produzierten Hybrid-Fahrzeuge bis 2015 mit Nickel-Metall-Hybrid-Batterien ausgestattet sein. Trotz der weiteren Verwendung von Nickel-Metall-Hybrid-Batterien in bestimmten Segmenten bis 2015, gehen die Roland Berger-Experten von einer weiteren Expansion der Lithium-Ionen-Technologie aus. Erste Anzeichen für eine Verwendung von Lithium-Ionen-Batterien gäbe es in Start-Stopp-Systemen. Auf Start-Stopp-Systeme werde bis 2015 zwar kein großer Marktanteil entfallen, aber es sei damit zu rechnen, dass Mikro-Hybrid-Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien auf den Markt kommen werden.“

Marktkonsolidierung – fünf Spitzenreiter dominieren den Markt
Der Markt für Lithium-Ionen-Batterien für Autos umfasst derzeit über 100 Unternehmen weltweit. Doch die Produktionskapazität in diesem Markt wird 2015 voraussichtlich doppelt so groß sein wie die Nachfrage. Das hat schon jetzt spürbare Konsequenzen: Lieferanten im Lithium-Ionen-Markt korrigieren ihre Prognosen bereits nach unten. Aus diesem Grund werde es zu einer umfassenden Marktkonsolidierung kommen, schreibt Roland Berger. Das Beratungsunternehmen erwartet für 2015 Preise für Hoch-Energie-Zellen von ca. 180 bis 200 EUR / kWh für OEMs bei größeren Stückzahlen. Damit werden sich auch die heutigen Margen von ca. 5 bis 10 Prozent mittelfristig verringern. Im Zuge dieser Konsolidierung werden sich fünf Spitzenreiter den Großteil des Batteriemarktes im Jahr 2015 teilen: AESC (20%), LG Chem (15%), Panasonic/Sanyo (13%), A123 (11%) und SB LiMotive (9%). Einige OEMs haben ihre Marktprognosen bezüglich Elektro- und Hybridfahrzeugen gesenkt und einige neue Hersteller sind bereits gescheitert. Trotzdem geht Roland Berger davon aus, dass der Batteriemarkt für die Elektromobilität in den kommenden Jahren stark wachsen wird. Außerdem werden ab 2016/2017 ein bis zwei weitere Unternehmen in den Kreis der Top-Player aufsteigen, die 80 bis 90 Prozent des Marktes unter sich aufteilen. Auslöser dieser Entwicklung sind neue Fahrzeuge, die auf den Markt kommen und der Umstieg auf neue Materialzusammensetzungen, die höhere Energiedichten bei gleichen Preisen ermöglichen.

Bereinigungs-Prozess hat schon begonnen
In eine schwierige Lage geraten vor allem kleine Lieferanten, deren gemeinsamer Weltmarktanteil sich 2015 lediglich auf 2 Prozent belaufen wird. Erste Unternehmen sind bereits insolvent. Große Unternehmen, die noch nicht im Rampenlicht stehen, wie etwa JCI, werden eine wichtigere Rolle spielen. Kleinere Akteure könnten hingegen von der Bildfläche verschwinden. Außerdem geht der Münchner Consulter davon aus, dass Batteriehersteller OEMs in Zukunft direkt beliefern werden.

Chinesische Hersteller auf dem Vormarsch
Auch die Konkurrenz chinesischer Hersteller nimmt auf dem Batteriemarkt deutlich zu: Bis 2015 werden Anbieter aus China rund 8 Prozent des Weltmarktes kontrollieren; bis 2020 könnte sich China sogar zum größten E-Mobilitätsmarkt entwickeln. Für internationale Batteriehersteller stellt dieser Trend sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung da.