EU zieht Lehren aus EHEC-Krise

23. Juli 2012 Drucken

Brüssel (APA) – Als Lehre aus der EHEC-Epidemie will die Europäische Union Bestimmungen für die Erzeugung von Saatgut und Sprossen festlegen. Die EHEC-Krise war eine der „schlimmsten Gesundheitsgefährdungen durch Lebensmittel in der Geschichte der EU“, erklärte die EU-Kommission am Freitag anlässlich der Veröffentlichung eines Berichts zur Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln im Jahr 2011. 53 […]

RASFF, Newsroom

Das EU-Schnellwarnsystem für Risiken bei Lebens- und Futtermitteln (RASFF) verbessert werden. (c) APA

Brüssel (APA) – Als Lehre aus der EHEC-Epidemie will die Europäische Union Bestimmungen für die Erzeugung von Saatgut und Sprossen festlegen. Die EHEC-Krise war eine der „schlimmsten Gesundheitsgefährdungen durch Lebensmittel in der Geschichte der EU“, erklärte die EU-Kommission am Freitag anlässlich der Veröffentlichung eines Berichts zur Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln im Jahr 2011.

53 Tote im Vorjahr

Die EU will zudem durch Fortbildungen die Hygiene von der Zucht der Samen in Drittländern über den Export bis hin zur Verarbeitung in der EU verbessern. Die Epidemie des Darmkeims EHEC war Anfang Mai 2011 ausgebrochen, bis Juli starben 53 Menschen, die meisten davon in Deutschland. Als Ursache wurden Sprossen aus Bockshornkleesamen ausgemacht, die aus Ägypten eingeführt und von einem Betrieb in Deutschland gezogen und als Sprossen verkauft wurden. Da während der Suche nach dem Ursprung der Epidemie der Verdacht unter anderem auf Gurken aus Spanien fiel, verzichteten zahlreiche Verbraucher auf frisches Gemüse, wodurch Bauern in mehreren europäischen Ländern finanzielle Einbußen in Millionenhöhe erlitten.

Neue Vorgaben für Lebensmittelsektor

„Ein Null-Risiko wird es niemals geben“, sagte ein Kommissionssprecher. Die EU will jedoch vermeiden, dass sich eine Krise ähnlichen Ausmaßes wiederholen kann. Einerseits soll es spezielle Bestimmungen für die Erzeugung von Saatgut und Sprossen geben, die etwa die Zulassung von Betrieben, die Hygiene und die Möglichkeiten zur Nachverfolgung betreffen. Zudem will die EU Fortbildungen zur Hygiene bei den Erstherstellern von nichttierischen Lebensmitteln für die wichtigsten Handelspartner anbieten.

Was ist RASFF?

Außerdem soll das EU-Schnellwarnsystem für Risiken bei Lebens- und Futtermitteln (RASFF) verbessert werden. Über das System wurden im vergangenen Jahr insgesamt 9.157 Verstöße gemeldet, von denen 617 Fälle als schwerwiegend eingestuft wurden.

3.800 Meldungen

Neben einer Vielzahl von Folgemeldungen betrafen 3.812 Meldungen im vergangenen Jahr neue Fälle. Hier wiederum waren mit 3.139 Meldungen vor allem Lebensmittel betroffen. Weitere 361 Fälle betrafen Risiken bei Futtermitteln und 312 Meldungen sogenannte Lebensmittel-Kontaktmaterialien wie etwa Küchengeschirr. Zu den häufigsten Problemen gehörten demnach Schimmelpilzgifte in Futtermitteln, getrockneten Nüssen und Früchten sowie die Freisetzung chemischer Stoffe aus chinesischen Küchenutensilien.