KMUs fokussieren auf Hausbank und reduzieren Nebenbankverbindungen

01. August 2012 Drucken

Österreichische KMUs bauen laufend ihre Nebenbankverbindungen ab. Von diesem  Trend sind alle großen Geldinstitute und Bankengruppen gleichermaßen betroffen. Damit gewinnt die Hauptbankverbindung an Bedeutung und weist gleichzeitig eine hohe Stabilität auf. Kunden und Banken geht es darum, die Beziehungen zu stabilisieren. Eine Untersuchung zeugt von geringer Wechselneigung, wie sie in Zeiten der Hochkonjunktur und Konditionenwettbewerbe […]

Österreichische KMUs bauen laufend ihre Nebenbankverbindungen ab. Von diesem  Trend sind alle großen Geldinstitute und Bankengruppen gleichermaßen betroffen. Damit gewinnt die Hauptbankverbindung an Bedeutung und weist gleichzeitig eine hohe Stabilität auf. Kunden und Banken geht es darum, die Beziehungen zu stabilisieren. Eine Untersuchung zeugt von geringer Wechselneigung, wie sie in Zeiten der Hochkonjunktur und Konditionenwettbewerbe üblich war. Der persönliche Betreuer befindet sich dabei in einer Schlüsselposition, von dem auch proaktive Kontakte gewünscht werden. 

Konzentration auf Ein-Bank-Verbindungen

Der von INTEGRAL im 2-Jahresrhythmus durchgeführte KMU-Bankenmonitor beobachtet die bedeutendsten  Indikatoren zur Nutzung von Banken bzw. Bankdienstleistungen und bestätigt den Trend der Vorjahre: KMUs  neigen aktuell dazu, Nebenbankverbindungen abzubauen oder stillzulegen. So ist die durchschnittliche Zahl der Banken, mit denen ein österreichischer Klein- oder  Mittelbetrieb aktive Geschäftsbeziehungen unterhält, von 1,9 auf 1,7 gesunken. Dieser Trend zeigt sich verstärkt bei den kleineren KMUs,  während  die größeren Unternehmen die Zahl der  genutzten  Banken eher stabil halten. Alle großen Banken und Bankengruppen sind von dieser Entwicklung betroffen.

Persönlicher Betreuer ist für Kommerzkunden wichtig

Gleichzeitig  zeigen KMUs eine  starke Loyalität zu ihrer Hauptbank. So sind die Hauptbankanteile der großen Marktplayer in den letzten Jahren stabil geblieben. Auch Überlegungen, die Hauptbank zu wechseln,  sind  in den letzten beiden Jahren zurückgegangen. KMUs haben durch die Entwicklungen der letzten Jahre zwar weniger Vertrauen in die Politik und den Bankensektor generell, das Vertrauen in die Hausbank und den zugehörigen Bankbetreuer hat aber durch die Krise im Allgemeinen keinen Schaden genommen. „Derzeit geht es Kunden und Banken eher darum, die Beziehungen zu stabilisieren und gemeinsam einen Weg durch und aus der Krise zu finden“, heißt es in der Studie. Für KMUs ist  entscheidend, dass der Betreuer mit dem Unternehmen vertraut ist und sich auch regelmäßig pro-aktiv um das Unternehmen bemüht – was eher beim Betreuer der Hausbank als bei jenem einer Nebenbankverbindung der Fall ist. Die Verfügbarkeit des persönlichen Betreuers ist auch für die Zufriedenheit der Kunden mit der Bank – und damit auch mittel- und langfristig für deren Loyalität – entscheidend.

3.000 Interviews

Der KMU-Bankenmonitor wird von INTEGRAL Markt- und Meinungsforschung alle zwei Jahreauf Basis von insgesamt  3.000 telefonischen Interviews pro Jahr, repräsentativ für die  österreichischen Unternehmen bis 10 Mio Euro Jahresumsatz, durchgeführt.  Die Untersuchung liefert detaillierte Informationen über Kundenanteile, Zufriedenheit, Loyalität, Produktnutzung, Image und vieles mehr.