Kärnten: Jeder Fünfte hat Angst vor dem Thema Pflege!

03. August 2012 Drucken

92% der Kärntner halten private Vorsorge für ein wichtiges Thema und verstehen die Vorsorge vor allem als finanzielle Absicherung für ihre späten Lebensjahre. Das zeigt die aktuelle Studie „Vorsorgetrends 2012“ von GfK Austria im Auftrag von s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen. Für 63% dieser vorsorgebereiten Kärntner steht dabei das Aufrechterhalten des gewohnten Lebensstandards an […]

Vorsorge, Pflege, Pflegenotstand, Newsroom

Die Möglichkeit der eigenen Pflegebedürftigkeit wird heute noch verdrängt.

92% der Kärntner halten private Vorsorge für ein wichtiges Thema und verstehen die Vorsorge vor allem als finanzielle Absicherung für ihre späten Lebensjahre. Das zeigt die aktuelle Studie „Vorsorgetrends 2012“ von GfK Austria im Auftrag von s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen. Für 63% dieser vorsorgebereiten Kärntner steht dabei das Aufrechterhalten des gewohnten Lebensstandards an erster Stelle, gefolgt von der Sorge, dass die staatliche Pension einmal nicht ausreichen wird (38%). An die Pflege im Alter denken noch die wenigsten in Kärnten, und das, obwohl jeder Fünfte (20%) zugibt, davor Angst zu haben.

Zufriedener mit dem Sparpotential

Bei der Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Vorsorge weichen die Kärntner etwas vom österreichischen Durchschnitt ab: Während Kärntner in höherem Maße zufrieden sind (49%) als die übrigen Österreicher (43%), sind sie auch in geringerem Ausmaß unzufrieden (18%) als der Rest von Österreich (20%). Zufriedener im Vergleich zu Gesamtösterreich zeigen sich die Befragten in Kärnten mit der „Höhe ihres Ersparten“: Knapp jeder zweite Kärntner (46%) ist damit zufrieden – jeder Dritte zeigt sich aber unzufrieden, und jeder Fünfte ist sich unsicher oder kann dazu überhaupt keine Meinung äußern. Mit seinem aktuellen Einkommen ist jeder Zweite (52%) in Kärnten zufrieden.

Vorsorgebeträge noch mit Potential

Eine deutliche Sprache spricht die durchschnittliche Höhe der Vorsorgebeträge, die monatlich aufgewendet werden: Während die Österreicher im Durchschnitt monatlich mit bis zu 124 Euro für sich selbst finanziell vorsorgen, tun Kärntner das im Schnitt mit 165 Euro. Für den Partner ist man bereit nochmals 104 Euro monatlich zu investieren (Österreich: 81 Euro). Die Bereitschaft zur finanziellen Vorsorge für den Partner ist bei Kärntnern generell etwas stärker ausgeprägt: 47% sorgen für sich selbst vor (Gesamtösterreich: 37%), 30% auch für ihren Partner (gleich Gesamtösterreich). Die Lebensversicherung wird von 27% der befragten Kärntner (Österreich: 24%) als wichtigstes langfristiges Vorsorgeprodukt gesehen, aber am Dauerbrenner Sparbuch wird weiterhin nicht gerüttelt. Für 32% ist dieses eine wichtige Form der finanziellen Absicherung (Gesamtösterreich: 38%). „Grundsätzlich sollten drei Monatsgehälter als finanzielle Basis zur Verfügung stehen. Damit ist man für kurzfristige Engpässe auf jeden Fall gut abgesichert“, heißt es in der Studie. Immerhin 14% der Kärntner geben an, dass sie die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge für wichtig halten.

Finanzentscheidungen sind einsam

Unterschiede zeigen sich auch bei der Frage, wer finanzielle Entscheidungen trifft. Wie auch im österreichischen Durchschnitt treffen die Kärntner finanzielle Entscheidungen häufiger persönlich und ohne Rücksprache mit dem Partner. Das gilt nicht nur für das Thema „Vorsorge“ (57% gegenüber 50% in Gesamtösterreich), sondern auch für den „täglichen Konsum“ (48% gegenüber 52% in Gesamtösterreich). Lediglich bei „größere Anschaffungen“ (61% gegenüber 59% in Gesamtösterreich) bespricht man sich dann doch lieber vorher mit dem Partner.

Was den Kärntnern wichtig ist

Wie in Gesamtösterreich zeigen sich in Kärnten auf den ersten beiden Plätzen eine „ausgeglichene Work-Life Balance“ (54%) und ein „sicherer Arbeitsplatz“ (50%) als wichtigste beruflichen Themen für die nächsten zwei bis fünf Jahre. Erst dahinter rangiert „Möglichkeit zur Gestaltung des beruflichen Umfelds“ mit 38% Zustimmung.  „Reich bzw. wohlhabend zu werden“ ist für  jeden Dritten (34%) ein verfolgbares Ziel. Gerade beim letzten Punkt zeigen sich die Kärntner etwas ehrgeiziger als der Rest von Österreich, wo lediglich 26% Wohlstand als Ziel angeben. Den Plan, „befördert zu werden“ haben hingegen lediglich 18% der Befragten in Kärnten.

Pflege noch immer kein Thema

An die Pflege im Alter denken noch die wenigsten in Kärnten, und das, obwohl jeder Fünfte (20%) zugibt, davor Angst zu haben. Der Rest von Österreich zeigt ähnliche Ergebnisse. Die Berührungsängste beim Thema „Pflegebedürftigkeit“ sind in Kärnten ähnlich hoch ausgeprägt wie österreichweit. Jeder zweite Befragte Kärntner (54%), für den Vorsorge nicht nur Pflegevorsorge bedeutet, möchte sich mit dem Thema Pflegevorsorge heute noch nicht befassen. Österreichweit vertreten 51% diesen Standpunkt. Der Grund dafür könnte einerseits darin liegen, dass 59% der Befragten in Kärnten angeben vom Thema Pflege nicht betroffen zu sein (55% in Österreich) und andererseits handelt es sich hier um ein unangenehmes Thema, das man gern verdrängt. Dass die Pflege einmal im Familienumfeld erfolgen wird, glaubt immerhin jeder Vierte (26%) in Kärnten. Im Rest von Österreich glauben das lediglich 16%, und 14% hoffen überhaupt auf staatliche Unterstützung (Kärnten: 5%). Außerdem ist man sich bereits bewusst, dass die Vorsorge für den Pflegefall möglichst rechtzeitig gemacht werden sollte. Lediglich 5% der Befragten in der Studie waren der Meinung, dass die Pflegevorsorge nur ältere Menschen betreffe (Österreich: 4%). Die Bereitschaft zur finanziellen Vorsorge korrespondiert allerdings nur wenig mit dieser Einstellung, denn die Kärntner wären allenfalls bereit, rund 30 Euro im Monat für Pflegevorsorge zu investieren. Damit liegen sie um fünf Euro über dem österreichischen Durchschnitt.

Foto: Damaris /Pixelio.de