Photovoltaik-Anlagen legen zu – Solarthermie für Warmwasseraufbereitung geht zurück

10. August 2012 Drucken

Die Nachfrage nach thermischen Solarkollektoren sank 2011 um 17% gegenüber dem Vorjahr. Die durch die Förderpolitik von Bund und Ländern begünstigte Photovoltaik verdrängt die Solarthermie zusehends von den Dächern der Eigenheime, analysiert Kreutzer, Fischer und Partner im aktuellen Branchenradar. Die Dachfläche eines Hauses könne nur einmal mit Paneelen verbaut werden; und die staatliche Solarförderung lenke die […]

Die Streichung der Förderung für Solarthermie für Warmwasseraufbereitung und Heizung ließ in NÖ die Nachfrage um die Hälfte einbrechen (c) APA

Die Nachfrage nach thermischen Solarkollektoren sank 2011 um 17% gegenüber dem Vorjahr. Die durch die Förderpolitik von Bund und Ländern begünstigte Photovoltaik verdrängt die Solarthermie zusehends von den Dächern der Eigenheime, analysiert Kreutzer, Fischer und Partner im aktuellen Branchenradar. Die Dachfläche eines Hauses könne nur einmal mit Paneelen verbaut werden; und die staatliche Solarförderung lenke die Nachfrage bewusst in Richtung Solarstrom, heißt es in der Aussendung. Die Förderungen für Solarthermie (Warmwasseraufbereitung und Heizung mit Sonnenenergie) seien in den vergangenen Jahren gekürzt worden. Niederösterreich etwa habe mit Jahresbeginn 2011 den Direktzuschuss gestrichen. In dem Bundesland sei der Markt dann um die Hälfte geschrumpft.

Bewusste Lenkung hin zu Solarstrom

Verantwortlich für den substanziellen Rückgang von thermischen Solarkollektoren ist im Wesentlichen die Reduktion der einschlägigen Förderungen, bei gleichzeitiger Kannibalisierung durch Photovoltaik. Denn die staatliche Solarförderung lenkt die Nachfrage bewusst in Richtung  Solarstrom, zulasten von thermischen Solaranlagen. Doch die Dachfläche eines Eigenheims kann nur einmal mit Paneelen verbaut werden. Und während die Dotierungen für Photovoltaik sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene in den letzten Jahren stark steigen, ist das Förderregime für Solarthermie rückläufig. Nicht zuletzt, weil Niederösterreich mit Jahresbeginn 2011 den Direktzuschuss strich, woraufhin Neuinstallationen um die Hälfte geschrumpft sind. Auf Bundesebene wird die Förderung zudem mit der thermischen Sanierung von Gebäuden gekoppelt. Als Asset bleibt thermischen Solaranlagen in einigen Bundesländern nur noch die hohe Punkteanzahl für die Bewertung der Wohnbauförderung. Und wo dies der Fall ist, bleibt die Nachfrage auch hoch. So wuchs etwa der Absatz in der Steiermark 2011 um 14,2% geg. VJ, in Kärnten um 17,9% geg. VJ. In Niederösterreich und in Salzburg bricht der Markt hingegen um beinahe die Hälfte ein.

Keine Änderungen im Trend zu erwarten

KFP erwartet für das heurige Jahr keine Trendwende. Daran wird auch die kürzlich vorgestellte Förderungsinitiative des Umweltministeriums wenig ändern, glaubt das Beratungsunternehmen.