Vermeidung von Verzinsung bei Steuernachzahlungen

30. August 2012 Drucken

Grundsätzlich sind an das Finanzamt während des laufenden Jahres Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer basierend auf der Vorjahrsveranlagung zu entrichten. Übersteigt die mit Bescheid festgesetzte Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer eines Jahres die Vorauszahlungen für dieses Jahr, so wird die Differenz zwischen Vorauszahlung und endgültig festgesetzter Einkommensteuer einer Anspruchsverzinsung unterworfen, erinnert die Steuerberatung LBG Österreich in […]

Steuer Österreich 2012, Newsroom von Erste Bank und Sparkassen

Zur Vermeidung von Verzugszinsen hilft ab 1. Oktober eine klar ausgewiesene Steueranzahlung. © Thorben Wengert / pixelio.de

Grundsätzlich sind an das Finanzamt während des laufenden Jahres Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer basierend auf der Vorjahrsveranlagung zu entrichten. Übersteigt die mit Bescheid festgesetzte Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer eines Jahres die Vorauszahlungen für dieses Jahr, so wird die Differenz zwischen Vorauszahlung und endgültig festgesetzter Einkommensteuer einer Anspruchsverzinsung unterworfen, erinnert die Steuerberatung LBG Österreich in ihrem Unternehmer-Newsletter. Die Verzinsungsfrist für Steuernachzhalungen beginnt am 1. Oktober.

Stichtag 1. Oktober

Der Zeitraum für die Anspruchsverzinsung beginnt mit 1. Oktober des Folgejahres des zu veranlagenden Kalenderjahres und endet mit der Bekanntgabe (Zustellung) des endgültigen Steuerbescheides. Für die Veranlagung des Kalenderjahres 2011 beginnt der Verzinsungszeitraum daher mit 1. Oktober 2012.
Wurden beispielsweise für das Jahr 2011 Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer iHv € 20.000 geleistet und weist der Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2011, der z.B. im Februar 2013 erlassen wird, eine Einkommensteuer iHv € 28.000 aus, so ist die Differenz iHv € 8.000 im Zeitraum 1. Oktober 2012 bis Februar 2013 entsprechend zu verzinsen.

Zinssätze bei 3-Monats Euribor plus 2 Prozent

Der Zinssatz für die Anspruchszinsen liegt pro Jahr 2% über dem Basiszinssatz, der von der Österreichischen Nationalbank festgelegt und von der Zinsenfestsetzung der Europäischen Zentralbank abgeleitet wird. Zurzeit beträgt der Basiszinssatz 0,38%, sodass sich für die Anspruchsverzinsung ein Zinssatz von 2,38% ergibt. Anspruchszinsen, die eine Bagatellgrenze von € 50 nicht übersteigen, werden nicht festgesetzt. Die Anspruchszinsen werden für einen Zeitraum von maximal 48 Monaten festgesetzt.

Rechtzeitige Anzahlung

Zur Vermeidung bzw. Verminderung der Anspruchsverzinsung kann eine sogenannte Anzahlung auf die Einkommensteuer entrichtet werden, wobei die Überweisung an das Finanzamt speziell bezeichnet und als Anzahlung deklariert werden muss. Diese Anzahlung reduziert ab dem Tag der Zahlung die Bemessungsgrundlage für die Zinsberechnung. Um die optimale Höhe dieser Anzahlung zu ermitteln, sollte rechtzeitig das steuerliche Jahresergebnis ermittelt werden.