Österreichische Sägeindustrie verliert deutliche Marktanteile

03. September 2012 Drucken

Die Sägeindustrie beklagt den Mangel an Verfügbarkeit an österreichischem Rundholz. Zudem seien die Marktpreise zu hoch für den internationalen Wettbewerb, heißt es in einer Aussendung der Berufsgruppe Sägeindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich. Im ersten Halbjahr 2012 wurde bereits über 10 % weniger Nutzholz eingeschnitten als im Vergleichszeitraum 2011. Der Nadelschnittholz-Export ist in den ersten fünf […]

Schnittholz Österreich, Holwirtschaft Österreich, Newsroom von Erste Bank und Sparkasse

Die Nadelschnittholz-Exporte sind heuer um 11,4 % zurückgegangen. © BMLFUW

Die Sägeindustrie beklagt den Mangel an Verfügbarkeit an österreichischem Rundholz. Zudem seien die Marktpreise zu hoch für den internationalen Wettbewerb, heißt es in einer Aussendung der Berufsgruppe Sägeindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich. Im ersten Halbjahr 2012 wurde bereits über 10 % weniger Nutzholz eingeschnitten als im Vergleichszeitraum 2011. Der Nadelschnittholz-Export ist in den ersten fünf  Monaten 2012 ebenfalls um  ca. 11 % gesunken. Nutzungspotentiale sind vor allem bei Durchforstungen vorhanden, wo es Reserven von ca. 90 Mio. fm gibt. 

Keine Nutzung der verfügbaren Rohstoffe

Die Sägeindustrie leidet darunter, dass der notwendige Rohstoff nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Die Rundholzlagerstände in den Sägewerken befinden sich auf dem niedrigsten Nive au. „Die österreichische Forstwirtschaft schafft es nicht, die inländischen Sägewerke ausreichend zu versorgen und das bei historisch höchsten Rundholzpreisen“, kritisiert die Vertretung der Sägeindustrie in der WKÖ. Im Vergleich zum internationalen Preisniveau bei Schnittholz sei der Preis für Rundholz nach wie vor um ca. 10 % zu hoch.

Marktanteilsverluste

Die Folge dieser Entwicklungen sei, dass die Österreichische Sägeindustrie deutliche Marktanteile gegenüber anderen Produzentenländern verliert. Während in den ersten 5 Monaten 2012 die Nadelschnittholz-Exporte in Schweden um 3,6 % und in Finnland um 5 % gestiegen sind, sind die österreichischen Exporte von Nadelschnittholz um 11,4 % zurückgegangen. Das bedeute, dass diese skandinavischen Länder Marktanteile gewinnen.

Aufbau neuer Sägekapazitäten

Österreich hat als technologischer Marktführer früh eine leistungsfähige und äußerst innovative Sägeindustrie aufgebaut und deshalb auch viel Holz aus dem angrenzenden Ausland importiert. Von Ende der 1990er Jahre bis 2007 gab es für die europäische Sägeindustrie ein sehr positives Umfeld für Investitionen, eine hohe Rundholzversorgung, teilweise durch Windwürfe ausgelöst, und stark expandierende Absatzmärkte wie beispielsweise die USA und Japan. Dadurch sind insbesondere in den traditionellen Importländern Österreichs, Deutschland und Tschechien, neue Produktionskapazitäten entstanden.
Bisher wurde davon ausgegangen, dass die rückläufigen Importmengen durch die Mehrleistung in der heimischen Forstwirtschaft kompensiert werden können. Immerhin steigt der Waldvorrat laut der letzten Waldinventur weiter an. Nutzungspotentiale sind vor allem bei Durchforstungen vorhanden, wo es Reserven von ca. 90 Mio. fm gibt. Auffallend ist auch, dass bei den Starkholzklassen deutlich mehr Vorrat aufgebaut wird.

Mehr Einschlag gefordert

Deshalb fordert die Sägeindustrie entsprechende Anreizprogramme, um die derzeit ungenützten Potentiale für die Industrie nutzbar zu machen. Die Schnittholz-Produktion der österreichischen Sägeindustrie lag im Jahr 2011 mit 9,6 Mio. m3 noch auf dem Niveau des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2012 wurde allerdings bereits über 10 % weniger eingeschnitten als im Jahr 2011.
Der Nadelschnittholz-Export betrug 2011 rund 5,6 Mio. m3 und hat damit um über 6 % abgenommen. In den ersten 6 Monaten 2012 ist der Export um ca. 11 % gesunken, wobei die Exporte in den Hauptmarkt Italien um 16 % eingebrochen sind. Hingegen sind die Importe von Nadelschnittholz im Jahr 2011 insgesamt um 8,6 % angestiegen. Allein aus Deutschland sind die Importe um 21 % gestiegen, wobei Deutschland mit fast 57 % der weitaus größte Importeur ist.