Solarbranche: EU leitet Antidumpinguntersuchung ein

07. September 2012 Drucken

Solarindustrie: Chinesische Importe sind der europäischen Konkurrenz deutlich zu billig. © Rainer Sturm / pixelio.de Die Europäische Kommission hat gestern ein Antidumpingverfahren gegen chinesische Solartechnikimporte eingeleitet. Konkret Beschwerde eingelegt hatte im Juli der europäische Branchenverband EU Pro Sun, dem auch das deutsche Unternehmen SolarWorld AG angeschlossen ist. Die Unternehmen beklagen, dass Solarpaneele und ihre Schlüsselkomponenten […]

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Solarindustrie: Chinesische Importe sind der europäischen Konkurrenz deutlich zu billig. © Rainer Sturm / pixelio.de

Die Europäische Kommission hat gestern ein Antidumpingverfahren gegen chinesische Solartechnikimporte eingeleitet. Konkret Beschwerde eingelegt hatte im Juli der europäische Branchenverband EU Pro Sun, dem auch das deutsche Unternehmen SolarWorld AG angeschlossen ist. Die Unternehmen beklagen, dass Solarpaneele und ihre Schlüsselkomponenten aus China unter dem üblichen Marktpreis liegen. Es ist die bedeutendste Antidumpingbeschwerde, die jemals bei der Kommission eingegangen ist. Der Wert der Importe aus China in die EU lag im letzten Jahr bei 21 Milliarden Euro.

Verpflichtende Untersuchung
Die Kommission ist rechtlich verpflichtet, eine Antidumpinguntersuchung einzuleiten, wenn ein Wirtschaftszweig der Union in einem begründeten Antrag Beweise dafür vorlegt, dass ausführende Hersteller aus einem oder mehreren Ländern eine bestimmte Ware zu gedumpten Preisen in die EU exportieren und damit den Wirtschaftszweig der Union schädigen. Bevor jedoch über die Einführung von Zöllen entschieden wird, prüft die EU die Wirtschaftlichkeit ihrer Maßnahmen, ob beispielsweise Kosten entstehen, die den Nutzen des Antragstellers überwiegen.
Die Kommission wird dann innerhalb von neun  Monaten ab dem Beginn der Untersuchung (in diesem Fall im Juni 2013) ihre vorläufigen Feststellungen bekanntgeben. Anschließend sind drei Szenarien möglich:

a) Einführung vorläufiger Antidumpingzölle (üblicherweise für einen Zeitraum von sechs Monaten),

b) Fortsetzung der Untersuchung ohne Einführung vorläufiger Antidumpingzölle oder

c) Einstellung der Untersuchung.