Österreichische Holzindustrie profitiert von Holzbau-Trend

18. September 2012 Drucken

Mit einem Plus von 8,3 % verzeichnete die österreichische Holzindustrie im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Produktionsvolumen von insgesamt 7,64 Mrd. EUR (Vergleich 2010: +13,6 %). Absolut gesehen wurde damit das bisherige Rekordjahr 2007 übertroffen. Auch die Beschäftigtenzahlen sind wieder auf das Vorkrisenniveau von 28.606 angestiegen, davon 824 Lehrlinge.  Laut Fachverband der Holzindustrie sind dafür der vermehrte Einsatz […]

Forstwirtschaft Österreich 2012, Holzindustrie Österreich 2012, Newsroom von Erste Bank und Sparkassen

Die Branchen Forst, Holz und Papier beschäftigen in Österreich 300.000 Menschen. © Rainer Sturm / pixelio.de

Mit einem Plus von 8,3 % verzeichnete die österreichische Holzindustrie im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Produktionsvolumen von insgesamt 7,64 Mrd. EUR (Vergleich 2010: +13,6 %). Absolut gesehen wurde damit das bisherige Rekordjahr 2007 übertroffen. Auch die Beschäftigtenzahlen sind wieder auf das Vorkrisenniveau von 28.606 angestiegen, davon 824 Lehrlinge.  Laut Fachverband der Holzindustrie sind dafür der vermehrte Einsatz von Holz in der Bauindustrie und ein stabiler Geschäftsverlauf in der Möbelindustrie verantwortlich.

Exportquote 69 %

Traditionell stark entwickelte sich wieder der Außenhandel: 2011 betrug die Exportquote 69 % bei einem Gesamtvolumen von 5,28 Mrd. EUR (+5,6 %). Überproportional tragen dazu Nadelschnittholz, Leimholz, Holzwerkstoffe (Platten) und Ski bei. Davon gingen 74,4 % (3,93 Mrd. EUR) an die EU, insbesondere Deutschland und Italien. Importiert wurden Holzprodukte im Wert von 3,72 Mrd. EUR (+10,1 %), wobei hier der Anteil der EU bei 86,4 % liegt.

Handelsbilanz

2011 wurde im Handelsbilanzüberschuß ein kleiner Rückgang von -3,9 % (1,56 Mrd. EUR) gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Allerdings befindet sich die Handelsbilanz trotzdem auf hohem Niveau, da bereits 2010 eine überdurchschnittliche Steigerung um 19 % erwirtschaftet wurde. Gemeinsam mit den anderen Bereichen der Wertschöpfungskette Holz- und Forstwirtschaft hat der Außenhandelsüberschuss annähernd den gleichen Stellenwert wie der Tourismus in Österreich.

Forst-, Holz- und Papierwirtschaft beschäftigt mehr als 290.000 Menschen

Fast 300.000 Menschen finden in der Forst-, Holz- und Papierwirtschaft Beschäftigung, mehr als in der Bauwirtschaft und auch deutlich mehr als im Gastgewerbe. Gemeinsam erwirtschaften sie jährlich mehr als 11 Mrd. EUR. 70 % der Produktion geht in den Export, wovon Österreich mit mehr als 3 Mrd. EUR profitiert.

Holzbau als Motor der Branche

Holz ist das einzig nachwachsende Baumaterial. In 40 Sek. wächst österreichweit die Holzmenge für ein durchschnittliches Einfamilienhaus nach, pro Tag also 2.160 Häuser. Der Holzeinsatz ist im Holzbau stark gestiegen. Auch im privaten Sektor hält der Trend an: bereits zwei Drittel aller Niedrigenergie- oder Passivenergiebauten sind aus Holz. Ebenfalls beliebt sind die Holzfertighäuser mit einem Marktanteil von 35 % bei Ein- und Zweifamilienhäusern.

Österreichische Sägeindustrie verliert deutliche Marktanteile

Die Sägeindustrie beklagt den Mangel an Verfügbarkeit an österreichischem Rundholz. Zudem seien die Marktpreise zu hoch für den internationalen Wettbewerb, heißt es in einer Aussendung der Berufsgruppe Sägeindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich. Im ersten Halbjahr 2012 wurde bereits über 10 % weniger Nutzholz eingeschnitten als im Vergleichszeitraum 2011. Der Nadelschnittholz-Export ist in den ersten fünf  Monaten 2012 ebenfalls um  ca. 11 % gesunken.