Österreichische Möbelindustrie: Gedämpfte Stimmung im zweiten Halbjahr

15. November 2012 Drucken

Heimische Möbelindustrie exportiert weniger als vor einem Jahr. © Rainer Sturm / pixelio.de Die Österreichische Möbelindustrie bekommt zum Jahresende die Europa- und Währungskrise doch noch zu spüren. Bis Jahresmitte lief das Geschäft zufrieden stellend: Die Gesamtproduktion ohne Zulieferindustrie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 % auf gut 895 Mio. Euro. Allerdings zeigten die Exporte […]

Möbelindustrie, Prognose, Konjunktur
Heimische Möbelindustrie exportiert weniger als vor einem Jahr. © Rainer Sturm / pixelio.de

Die Österreichische Möbelindustrie bekommt zum Jahresende die Europa- und Währungskrise doch noch zu spüren. Bis Jahresmitte lief das Geschäft zufrieden stellend: Die Gesamtproduktion ohne Zulieferindustrie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 % auf gut 895 Mio. Euro. Allerdings zeigten die Exporte mit -1,1 % auf 442 Mio. Euro bereits eine Tendenz nach unten, während die Importe bis Juli um 5,2 % auf 858 Mio. Euro ordentlich zulegten. Mit Ablauf des 3. Quartals ist die Stimmung in der Branche nun gedämpft: Laut einer internen Umfrage der Österreichischen Möbelindustrie rutschten die Auftragsbestände aus dem In- und Ausland unter das Vorjahresniveau. Entsprechend fahren die Unternehmen die Produktion leicht zurück, wobei aber nach wie vor eine zufrieden stellende Auslastung der Kapazität gegeben ist.

Ungewisse Zukunft
Was dann die Zukunft bringen wird, hängt davon ab, wie es mit Europa weitergeht. Italien beispielsweise, vor zwei Jahren nach Deutschland noch die Nummer zwei für unseren Export, verzeichnet im 1. Halbjahr 2012 einen Exportrückgang von beachtlichen – 42 % von Möbeln im Wert von 23 Mio. Euro. Der Export nach Polen konnte dagegen erneut gesteigert werden und lag zur Jahresmitte bei 43 Mio. Euro (+6,6 %). Somit ist in der EU nun Polen der zweitwichtigste Exportmarkt für Österreichische Möbelhersteller. Unbefriedigend ist hingegen auch die Entwicklung der Ausfuhren nach Deutschland: Ein Minus um gut 15 % bedeutet einen Rückgang um mehr als 40 Mio. auf knapp 240 Mio. Euro. Entscheidend wird also auch sein, wie die Europa- und Schuldenkrise zukünftig ins Bewusstsein der Verbraucher in Österreich und Deutschland dringt.